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Ausflüge in Köln und Region: Hier können Sie Schmetterlinge beobachten

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Ein besonders schönes Exemplar im Jardin des papillons

Foto:

Wikimedia/Thomas Bresson/CC BY 3.0

Eine Zählung brachte es zuletzt an den Tag: Kohlweißlinge und Tagpfauenaugen sind die meistgesehenen Schmetterlinge in Nordrhein-Westfalen.

Über einen Zeitraum von vier Wochen von Mitte Juni bis Mitte Juli hatte der Naturschutzbund (NABU) bereits zum dritten Mal zum Zählen der Tagfalter in Gärten und Parks aufgerufen. Die Zählaktion ist Teil des Projekts „Zeit der Schmetterlinge“. 2018 gingen über 2.800 Meldungen mit fast 39.000 Faltern ein.

Wir haben nachgeforscht, wo schöne Falter umherflattern – draußen in der Natur und im Terrarium.

Waldteufel bei Nettersheim

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Ein Baumweißling im Hohen Venn auf einer Kleeblüte.

Foto:

Jedes Jahr im August flattert ein kleiner brauner Sonderling in den Wäldern des Urfttals umher, und nur wenige wissen um seine besondere Geschichte: Dreißig Jahre galt er als verschollen, nun ist er wieder da, der Falter mit dem deutlichen rotbraunen Kranz und den kleinen schwarz-weißen Augenflecken auf seinen Flügeln. Der Waldteufel, auch „Graubindiger Mohrenfalter“ genannt, sammelt Nektar auf sonnigen Kalktrockenrasen. Er legt seine Eier jedoch nur an bestimmten Gräsern im Halbschatten ab.

Deswegen ist die Kombination von lichten Kiefern- oder Mischwäldern und Kalk-trockenrasen, wie sie das Urfttal bietet, für diesen Schmetterling ideal. Während er nach der Roten Liste NRW vom Aussterben bedroht ist, lässt er sich deshalb im Eifelort Nettersheim noch häufiger antreffen. Überhaupt konnten dort bislang schon an die 70 verschiedene Tagfalterarten nachgewiesen werden – ein für Nordrhein-Westfalen herausragendes Ergebnis.

Ein  Schmetterlingspfad führt durch das abwechslungsreiche Urfttal, vorbei an Wäldern und Wiesen, Gebüschen und Ackergrenzen in die ganz unterschiedlichen Lebensräume der Falter. Sechs Tafeln beleuchten für Wanderer Themen aus dem Leben der Falter. Über 70 verschiedene Tagschmetterlinge  kann man hier von Frühjahr bis Herbst antreffen.

Beste Beobachtungszeiten: Juni, Juli, August

Öffnungszeiten: Der Pfad ist frei begehbar

Eintrittspreise: frei

Adresse: Römerplatz 8, 53947 Nettersheim, ca. 70 Kilometer von Köln entfernt

www.naturzentrum-eifel.de

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Puppenstube auf Schloss Sayn

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Schmetterling im Garten der Schmetterlinge auf Schloss Sayn.

Foto:

Wikimedia/Lothar Spurzem/CC BY-SA 2.0 de

Weil tropische Schmetterlinge normalerweise nur wenige Wochen leben und das Versprechen vom Märchen von 1001 Schmetterling trotzdem  immer wahr sein soll, schicken Züchter aus verschiedenen Ländern der Tropen Woche für Woche neue Schmetterlingspuppen ins fürstliche Schloss nahe Koblenz.

Aus diesen schlüpfen dann im Garten der Schmetterlinge von Schloss Sayn die schönsten tropischen Falter. Die große „Puppenstube“ beherbergt deshalb viele verschiedene Puppen, die oft wie vertrocknete Blätter oder Holzstückchen aussehen.

In ihnen findet die geheimnisvolle Umwandlung, die so genannte Metamorphose, von der gefräßigen Raupe zum Schmetterling statt. Ist der Falter fertig entwickelt, bricht die Puppenhülle auf und der Schmetterling klettert  heraus. Langsam breiten sich die noch feuchten Flügel aus, bis sie schließlich zu ihrer vollen Größe entfaltet sind. Der Atlasspinner aus China zum Beispiel hat eine Flügelspannweiten von bis zu 25 Zentimetern. 

Ein Rundweg führt durch den klimatisierten  barrierefreien Schmetterlingsgarten. Dort finden sich viele blühende Pflanzen wie Wandelröschen oder Hibiskus als wertvolle Nektarspender.

Öffnungszeiten: März – Ende September täglich 9.00 – 18.00 Uhr,
Oktober täglich 10.00 – 17.00 Uhr,
November bis 2. Dezember (erster Advent) täglich 10.00 – 16.00 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 7,50 Euro und Kinder ab 4 Jahren 5,00 Euro

Adresse: Schloss Sayn, 56170 Bendorf, ca. 90 km von Köln entfernt

www.sayn.de

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Tropisch im Garten Eifalia

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Ein kleiner Fuchs auf einer Flieder-Blüte.

Foto:

Mit feinen Rüsseln schlürfen farbenfrohe Falter Saft aus einer aufgeschnittenen Ananas. Danach entschweben die zarten Wesen ins Blattwerk einiger Pflanzen im Schmetterlingshaus. Dazwischen bewegen sich mit sparsamen Flügelschlägen blaue Morphofalter elegant durch die Lüfte. Eine wunderbare Welt der Schmetterlinge. Mal ruhig und anmutig, mal im Sturzflug fliegen und gleiten die bunten Falter umher.

In dem 240 Quadratmeter großen lichtdurchfluteten Gewächshaus herrschen 28 bis 30 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit. Ein Tropenparadies  – mit Unterstützung einer Nebelmaschine. Umher flattern einheimische Falter, aber auch Blaue Morphofalter aus Costa Rica, asiatische Papilio, verfressene Bananenfalter oder kanarische Monarchfalter. Mehr als 30 Arten stammen aus Asien, Süd-, und Mittelamerika.

Im Zentrum der Anlage plätschert ein  Wasserfall aus drei Metern Höhe, der in einen sieben Meter langen, kurvenreichen Bach mündet. Neu hinzugekommen sind der grüne Leguan Willi und eine geräumige Außenanlage. Dort können sich die jüngeren Besucher auf dem Spielplatz austoben, die Riesenkaninchen und Landschildkröten besuchen oder sich mit einem Stück Kuchen stärken.

Öffnungszeiten: 18. März bis 30. April, täglich 11 bis 16 Uhr,
01.Mai bis 30. September, täglich von 10 bis 17 Uhr,
vom 01. Oktober bis 11. November, täglich von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 6,50 Euro, ermäßigt 5,50 Euro

Adresse: Am Hammerwerk 2, 53945 Ahrhütte ca. 80 km von Köln entfernt

www.eifalia-schmetterlingsgarten.de

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Jardin des Papillons in Luxemburg

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Ein besonders schönes Exemplar im Jardin des papillons

Foto:

Wikimedia/Thomas Bresson/CC BY 3.0

In bunter Farbenpracht flattern hunderte von exotischen Schmetterlingen durch das tropische Gewächshaus. Der Schmetterlingsgarten im Weinort Grevenmacher lädt mit seiner idyllischen Atmosphäre zu träumerischen Spaziergängen auf über 600 Quadratmetern ein. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und einer konstanten Temperatur von 28 Grad Celsius fühlen sich hier auch Chamäleons, chinesische Zwergwachteln, Schildkröten und verschiedene Vogelarten zu Hause. Am Ende des Besuchs kann man den Tag bei schönem Wetter auf der Terasse mit Kaffee und Kuchen ausklingen lassen.

Manchmal setzten sich vorwitzige Schmetterlinge auf Hände oder Kleidung des Besuchers. So lassen sie sich besonders gut fotografieren!

Öffnungszeiten: von Anfang April bis Ende Oktober täglich von 9.30 bis 17.00 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 8,00 Euro, Kinder 5,00 Euro

Adresse:56 Route de Trèves, 6793 Grevenmacher, Luxemburg, ca. 200 km von Köln entfernt

www.papillons.lu/de/

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 Löbbecke Museum in Düsseldorf

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Die Tropenhalle des Löbbeke Museums

Foto:

Wikimedia/Frank Vincentz/CC BY-SA 3.0

So ein Passionsblumenfalter ist ein überaus faszinierendes Lebewesen. Das Männchen belegt das Weibchen bei der Paarung mit einer Duftmarke, andere Männchen lassen diese Weibchen dann unbehelligt. Die Eiablage erfolgt an einer Passionsblume. Die Raupen fressen von der giftigen Pflanze und werden so giftig für andere Tiere. Toller Mechanismus, den sich die Natur  in Mittel- und Südamerika da ausgedacht hat.  Die Evolution der biologischen Vielfalt steht im Mittelpunkt der Ausstellung des Löbbecke Instituts in Düsseldorf.

Verschiedene Themenräume präsentieren Aspekte der Evolution, der Systematik, faszinierende Anpassungen, verschiedene Lebensräume –  mit lebenden Tieren vom Einzeller bis zum Säugetier.  Dass da auch Schmetterlinge eine Rolle spielen, ist ja wohl selbstverständlich. Schließlich führt die  Evolutionsreise automatisch auch in den tropischen Regenwald, wo viele Wesen nur durch Tarnung und Warnung überleben können.

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 9,00 Euro, Kinder 5,00 Euro

Adresse: Kaiserswerther Str. 380, 40474 Düsseldorf, ca. 50 km von Köln entfernt

www.duesseldorf.de

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Maximilianpark Hamm

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Ein Bananenfalter im Schmetterlingsgarten des Maximilianparks.

Foto:

Für Wochenendausflügler eine gute Autostunde von Köln entfernt und mitten in der Wiege Westfalens: Das größte Schmetterlingshaus Nordrhein-Westfalens befindet sich im Maximilianpark in Hamm. Im Laufe einer Saison sind hier bis zu 80 verschiedene Schmetterlingsarten aus den tropischen Regionen von Süd- und Mittelamerika, Afrika, Thailand, Malaysia und den Philippinen zu bestaunen.

Die Schmetterlinge fliegen frei durch das 450 Quadratmeter große Tropenparadies bei einer Temperatur von rund 26 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Die üppige Pflanzenpracht mit blühenden Urwaldgewächsen ist in eine Landschaft aus Bachläufen und Teichen eingebettet: Kulisse und Lebensraum für allerlei bunt schillernde Falter. 

Der Atlas-Seidenspinner ist einer davon, beinahe handtellergroß wird er vor Besuchern, die ihn beobachten, keine Regung von sich geben. Er gehört zu den Nachtfaltern – und verbringt beinahe bewegungslos seinen Tagschlaf. 

Sonntags finden von 14 bis 16 Uhr kostenlose Kurzführungen statt.

Öffnungszeiten: April bis September 10-18 Uhr, vom 12.10.-28.10.18 bis 19 Uhr geöffnet

Eintrittspreise: Erwachsene 7,50 Euro, Kinder bis 17 Jahre 5,00 Euro (inklusive Park)

Adresse: Alter Grenzweg 2, 59071 Hamm,ca. 125 km von Köln entfernt      

www.maximilianpark.de

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Ameisenbläuling in Flusslandschaft

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Kreuzenzian-Ameisenbläuling

Foto:

Wikimedia/Carsten Siegel/ CC BY-SA 3.0 de

Tagfalter begegnen uns in ganz verschiedenen Lebensräumen. Je blütenreicher, desto besser die Chance auf Tagfalter – selbst auf Blumenrabatten im Zentrum von Großstädten. Dennoch sind viele von ihnen an bestimmte Lebensräume gebunden. So kommt der Hochmoor-Gelbling nur auf Hochmooren vor oder der Wiesenknopf-Ameisenbläuling nur in Flusslandschaften. 

Der wer? Ein eher unscheinbarer Schmetterling mit außergewöhnlicher Lebensform: Er legt seine Eier nämlich in den Blüten des Wiesenknopfs ab. Die Larven, die denen der Roten Knotenameise stark ähneln, ernähren sich zunächst von den Blütenköpfen, lassen sich dann zu Boden fallen und werden von den Ameisen in deren Nest getragen.

Dort betören sie die Ameisen mit einem honigartigen Sekret und fressen die Larven ihrer Gastgeber auf. Nach der Verpuppung schlüpfen die Schmetterlinge, und die müssen sich sputen, denn jetzt ist ihre Tarnung aufgeflogen. Nur die wolligen Schuppen schützen sie jetzt noch vor den Kiefern der Ameisen.  

Beobachtungsorte:Lebensraum der europaweit geschützten Falter sind Flusslandschaften wie  die Auenwaldrelikte und Feuchtwiesen am Uedesheimer Rheinbogen (Niederrhein) oder in der Siegaue bei Eitorf.