„Altbau-Charme mit jungem Inneren“Neue Brasserie am Rathenauplatz bereichert Köln seit Ende Juni

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Altbau-Charme trifft junges Konzept: Das neue Restaurant „Santé“ bringt französisches Brasserie-Gefühl an den Rathenauplatz.

Am idyllischen Rathenauplatz beginnt für eine bekannte Gastronomieadresse ein neuer Abschnitt. Dort, wo viele Jahre das Restaurant Fischermanns und dann das „Geschwisterglück“ zuhause war, empfängt seit Ende Juni die Brasserie „Santé“ ihre Gäste. Die Betreiber beschreiben das Lokal als „moderne rheinische Brasserie“ und möchten „französische Brasserieklassiker und rheinische Köstlichkeiten“. Nach Renovierungsarbeiten und mehreren Testessen fiel am 30. Juni der offizielle Startschuss.

Kölner Rathenauplatz: Neuer Stuck für Brasserie Santé

Die Verwandlung der Räume ist deutlich sichtbar. Besonders ins Auge fallen die neuen Stuckelemente – ein bewusst gesetztes Statement der Betreiber: „Köln braucht mehr Stuck“, heißt es in einem ihrer Instagram-Posts. Für die Umsetzung konnten sie Stuckateurmeister Maximilian Buerger gewinnen, der aktuell den Titel „Mister Handwerk“ trägt. Moderne Bilder schmücken die Wände zwischen den Stuckelementen, Grau- und Rottöne des Vorgängers sind einem frischen Grün gewichen. Neue Bänke und Kissen setzen farbliche Akzente, Tische, Theke und Hochtische stammen von der Schreinerei Brandt. Kerzen in Weinflaschen und Blumen in kleinen Vasen verleihen dem Raum Bistro-Charme.

An den Wänden der Brasserie haben die Betreiber neuen Stuck anbringen lassen.

An den Wänden der Brasserie haben die Betreiber neuen Stuck anbringen lassen.

Auch der Barbereich wurde neugestaltet und bietet zusätzliche Sitzplätze. Es sei wichtig, nah am Gast zu sein, sagen die Betreiber. Insgesamt verfügt das Restaurant über rund 110 Plätze – etwa 50 im Innen- und 60 im Außenbereich. Gerade die große Terrasse am Rathenauplatz, die viele noch aus der Zeit des „Fischermanns“ kennen dürften, könnte zu den größten Vorteilen des Standortes gehören.

Neues Restaurant am Rathenauplatz: Was steckt dahinter

Hinter dem „Santé“ stehen Hannes Kruschina (30), Alexander Janßen (35) und Nicolas Gottschalk (35). Ihre unterschiedlichen Hintergründe ergänzen sich bei diesem Konzept. Kruschina verantwortet den Service, Janßen die Küche, Gottschalk unterstützt als Gesellschafter vor allem organisatorisch und bringt langjährige Erfahrung im Gastro-Marketing mit. Die Idee für das Restaurant entstand eher zufällig – bei einem Bier während eines Mallorca-Urlaubs, als Gottschalk mit einem Düsseldorfer Unternehmer mit Gastronomie-Erfahrung ins Gespräch kam. Über Kontakte fand sich zunächst die Immobilie am Rathenauplatz, auf Empfehlung des Unternehmers stieß später Küchenchef Janßen zum Projekt.

Die drei Köpfe hinter der Brasserie Santé: Nicolas Gottschalk, Alexander Jansen und Hannes Kruschina vor der Eingangstür.

Die drei Köpfe hinter der Brasserie Santé: Nicolas Gottschalk, Alexander Jansen und Hannes Kruschina.

Dass es eine Brasserie werden sollte, stand früh fest. Gottschalk verbindet viel mit Frankreich – durch Schüleraustausch, Urlaube und seine Begeisterung für die französische Kultur. Auch Janßen sammelte dort Erfahrungen, unter anderem in einem Sternerestaurant in Cannes. In Deutschland arbeitete er ebenfalls in mehreren Sternerestaurants, darunter im Kölner Zwei-Sterne-Restaurant Ox & Klee. Gemeinsam möchten sie zeigen, dass hochwertige Küche nicht zwangsläufig steif oder abgehoben sein muss. Stattdessen setze das „Santé“ auf gute Produkte zu angemessenen Preisen – ganz im Stil klassischer französischer Brasserien, sind sich die drei einig.

Auf der Speisekarte finden sich deshalb französische Klassiker ebenso wie rheinische Gerichte, etwa Himmel un Ääd. Dazu kommen eigene Interpretationen wie das Croissant-Tatar. Dieses zählt nach Angaben der Betreiber ebenso wie das Steak frites bereits zu den beliebtesten Gerichten auf der noch jungen Karte und gehört auch zu ihren persönlichen Empfehlungen.

Brasserie Santé startet bei extremer Hitze

Mit dem Start Ende Juni zeigen sich die drei zufrieden. „Es war super. Sehr heiß. Aber super. Trotz der hohen Temperaturen wurden wir nicht im Stich gelassen“, sagt Gottschalk. Natürlich habe es auf dem Weg zur Eröffnung auch Herausforderungen gegeben. Die größte sei der Zeitdruck gewesen. Sobald ein Standort angemietet sei, liefen die Kosten weiter, erklärt Gottschalk. Gleichzeitig müsse ein Preisniveau gefunden werden, das die gestiegenen Ausgaben widerspiegele und für die Gäste dennoch fair bleibe. Auch beim Personal setzen die Betreiber auf einen langfristigen Ansatz, erläutert Kruschina. Eine gute Teamkultur und ein authentischer Service seien entscheidend, um gute Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

Den Herausforderungen gegenüber stehe die Freude, gemeinsam ein Konzept aufzubauen und am Ende des Tages glückliche, entspannte, ja, sogar entschleunigte Gäste zu erleben. Janßen hebt außerdem die Nachbarschaft hervor, die das neue Restaurant herzlich aufgenommen und in vielen Bereichen unterstützt habe. Trotz der gebündelten Gastro-Erfahrung freue man sich weiterhin über ehrliches und konstruktives Feedback der Gäste, ergänzt Gottschalk. Das Ziel sei schließlich, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen zur Ruhe kommen und ihr Essen genießen können.

Wünsche für die Zukunft

Die Betreiber wünschen sich, dass ihre Gäste nach dem Besuch sagen: „Es war köstlich. Wir haben uns wohlgefühlt. Wir kommen gerne wieder.“ Das gelte für Nachbarn ebenso wie für Besucher aus ganz Köln, Touristen oder Gäste, die private Feiern planen. Der Rathenauplatz mit seinen historischen Häusern sei ein besonderer Ort, eine grüne Oase mitten in der Stadt, in der man dem Alltag für einige Stunden entfliehen könne  – nicht zuletzt dank der großzügigen Außengastronomie.

Die Terrasse in der Brasserie Santé mit dunklen Stühlen und Tischen.

Die Terrasse bietet viel Platz und kann auch mit einer Markise überdacht werden.

Für die Zukunft können sich die drei Weinabende und weitere Veranstaltungen vorstellen. Und natürlich soll das Restaurant auch noch eine gut sichtbare Beschilderung erhalten. Bislang deutet von außen nämlich noch nichts auf das „Santé“ hin. Der Name soll künftig an Fenstern oder Markise zu lesen sein, langfristig ist auch ein Schild über dem Eingang geplant.

„Altbau-Charme mit jungem Inneren“

Zum Schluss versuchen die drei, ihr Restaurant in drei Worten zu beschreiben. Doch das scheint zu wenig. Zunächst fällt der Satz „klassische Atmosphäre und moderne Interpretation einer Brasserie“. Gottschalk fasst es schließlich kürzer zusammen: „Altbau-Charme mit jungem Inneren.“ Mehr als drei Worte sind es zwar immer noch – treffend beschreibt es das neue Konzept am Rathenauplatz aber allemal.

Adresse: Rathenauplatz 21, 50674 Köln | Reservieren kann man seit Kurzem auch über die Webseite | Von dienstags bis samstags ist geöffnet, ab 17.30 Uhr | www.brasserie.koeln