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Kölner Unternehmer ist neuer ChefBeliebte Kneipe am Brüsseler Platz ist jetzt auch Café

4 min
28.05.2026, Köln: Bar Rosa am Brüsseler nach wochenlanger Umbauphase mit neuem Konzept, neuem Logo. Unternehmer Wilke Stromann war vorher stiller Teilhaber und hat den Laden nun komplett übernommen Foto: Arton Krasniqi

Bar Rosa am Brüsseler nach wochenlanger Umbauphase mit neuer und neuem Konzept: Weg vom reinen Barbetrieb hin zum Ganztagesgeschäft. Unternehmer Wilke Stroman ist nun alleiniger Betreiber.

Das „Rosa“ öffnet jetzt schon morgens. Der Unternehmer Wilke Stroman ist nun alleiniger Betreiber. Er hat eine klare Meinung zur Debatte über den Brüsseler Platz.

Der Name ist geblieben, vom Rest nicht mehr viel. Am Brüsseler Platz hat die Bar Rosa einen neuen Anstrich bekommen. Statt dunkel ist die Fassade nun hell gestrichen, die Inneneinrichtung bis auf den Boden eine ganz neue, und vor allem öffnet die Bar nun schon ab morgens als Café. Der Schwerpunkt soll weg vom Abendbetrieb hin zum Ganztagesbetrieb. Diese Veränderungen hat der neue und alleinige Betreiber des Rosa, der Unternehmer Wilke Stroman, in Gang gesetzt.

Vergangenen Montag feierte der 46-Jährige die offizielle Neueröffnung des Rosa nach mehrwöchiger Umbauphase und durfte auch OB Torsten Burmester begrüßen, den er eingeladen hatte. „Vor einigen Wochen haben wir über die Start-up-Szene gesprochen und was Köln besser machen kann, um für Start-ups attraktiver zu sein. Ich erzählte ihm vom neuen Rosa und habe ihn eingeladen.“ Und er kam.

Unternehmer Wilke Stroman hat das Rosa übernommen und daraus ein Café gemacht. Gaffelchef Heinrich Philipp Becker (l.) und OB Torsten Burmester (2.v.l.) kamen zur Eröffnungsfeier an Pfingsmontag.

Unternehmer Wilke Stroman hat das Rosa übernommen und daraus ein Café gemacht. Gaffelchef Heinrich Philipp Becker (l.) und OB Torsten Burmester (2.v.l.) kamen zur Eröffnungsfeier an Pfingsmontag.

Wilke Stroman über den Brüsseler Platz

Auf Nachfrage wollte sich der Sprecher des Oberbürgermeisters Alexander Vogel jedoch nicht dazu äußern, welchen Beitrag die Gastronomie zur Lösung der Konflikte am Brüsseler Platz leisten kann. Wilke Stroman, der in Köln an verschiedenen Start-ups wie Kölsche Koks, einem Espresso-Martini aus der Flasche, beteiligt ist, hingegen schon. „Seit einem Monat bin ich im Rosa Geschäftsführer und meine Idee war es, nicht erst abends zu öffnen, wenn um 22 Uhr die Terrasse bereits geschlossen sein muss, sondern bereits um 9 Uhr morgens, damit der wirtschaftliche Druck nicht so auf dem Abend liegt“, sagt Stroman.

Die aktuelle Regelung, dass die Lokale ihre Außengastronomie um 22 Uhr schließen und die letzten Rund um 21.30 Uhr einläuten müssen, hält er für unfair. „50 Meter in jede Richtung gelten diese Regularien nicht. Im Rest der Stadt sind die Terrassen bis 24 Uhr geöffnet und danach wird es auch locker gehandhabt.“

Helle Fassade, neues Logo, neues Mobiliar: Das Rosa ist jetzt Café und Bar.

Helle Fassade, neues Logo, neues Mobiliar: Das Rosa ist jetzt Café und Bar.

Das Ordnungsamt erscheine andernorts nur, wenn Bürger sich beschweren, am Brüsseler Platz seien die Beamten allerdings mit größeren Einheiten direkt vor Ort. „Es wird mit zweierlei Maß gemessen.“ Vor zwei Jahren stieg Stroman als stiller Teilhaber in die Betreibergesellschaft des Rosa ein, die aus mehreren Personen bestand, unter anderem aus Lukas Sorgalla und Dario Durazzo. Sorgalla hat das Rosa bis zuletzt geführt und nun die Führung an Stroman abgegeben. „Das Ganztageskonzept war mit Investitionen verbunden, die sich mit dem Betreiberkreis nicht umsetzen ließen, also habe ich das Lokal übernommen“, so Stroman. Die Übernahme sei einvernehmlich und freundschaftlich über die Bühne gegangen. Das bestätigt auch der frühere Betreiber Lukas Sorgalla auf Nachfrage.

Knapp zwei Monate hat die Renovierung gedauert. „Wir haben eine neue Elektrik, neue Toiletten und eine Klimaanlage verbaut, die es vorher nicht gab, Decke und Wände erneuert, drinnen mehr Sitzmöglichkeiten geschaffen und flexible Möbel eingebaut.“ Diese könne man zu Karneval schnell beiseiteschieben und herausräumen, um zu feiern. Die Theke ist nun aufgeteilt in Café- und Barbereich. Tagsüber sei der Bereich mit Kaffeemaschine, wo man Focaccia und Croissants bekommt, besetzt, und abends die Theke mit den Zapfhähnen.

Wilke Stroman investierte in diverse Start-ups

Ins Rosa eingestiegen war er vor zwei Jahren, da es ihm attraktiv erschien, als Anwohner des Belgischen Viertels an der Kneipe ums Eck beteiligt zu sein. Der Unternehmer wird im neuen Rosa selbst nicht hinter der Theke stehen, aber immer präsent sein. Er war zum Beispiel dabei, als Lukas Podolski mit Familie, Freunden und Bekannten die Aftershow-Party zu seiner Netflix-Doku-Premiere im Rhein-Energie-Stadion am Mittwoch gefeiert hat. Oder man findet ihn am Laptop morgens beim Kaffee. Stroman ist ein umtriebiger Unternehmer, der sich zuletzt auch für das FC-Präsidium als Kandidat im Team mit Tugba Tekkal und Carsten Wettich aufstellen ließ.

Im Jahr 2000 gründete der gebürtige Ostfriese Sparhandy, das Mobilfunkverträge vertreibt, und verkaufte es später an das Schweizer Unternehmen Mobilezone. In den vergangenen Jahren war er noch in der Rolle des Geschäftsführers. Seit Anfang 2026 ist er nicht mehr dabei „und seitdem kümmere ich mich um alles und nichts, ich habe diverse Start-up-Beteiligungen“, sagt Stroman. Neben Kölsche Koks auch bei der Social-Media-Plattform Koelnistkool, beim E-Bike-Produzent für Lieferdienste Smartvélo sowie beim Glücksgefühle-Musikfestival am Hockenheimring von Lukas Podolski.

Das Rosa heißt erst seit zwei Jahren so. Zuvor war es noch das „Brüsseler“, das zuletzt Nicolas Gottschalk und Marius Koch betrieben. Ganz früher, das wissen alteingesessene Anwohner, hieß es „St. Michael“.

Rosa, Brüsseler Platz, täglich geöffnet. Montags bis donnerstags von 9 bis 23 Uhr, freitags von 9 bis 1 Uhr, samstags von 10 bis 1 Uhr und sonntags von 10 bis 21 Uhr.