Die Stadt Köln soll einen aktuellen Bericht zur Drogensituation in der Innenstadt veröffentlichen, der auf das erste Halbjahr 2026 zurückblickt.
Kölner DrogenszeneCDU will Runden Tisch, SPD fordert mehr Geld vom Land

Teile der Kölner Drogenszene haben sich auf die Ringe verlagert.
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Nach Recherchen dieser Redaktion hatte sich die offene Drogenszene zuletzt sichtbar vom Neumarkt auf die Ringe und andere Teile der Innenstadt verlagert. Nun wächst der politische Druck: Die Kölner Innenstadt-CDU verlangt einen Runden Tisch, die SPD fordert im Landtag mehr Geld für Hilfsangebote und eine Prüfung legaler Abgabestellen.
Stadt Köln soll Bericht vorlegen
Die Innenstadt-CDU fordert einen Runden Tisch zur „Drogensituation Kölner Innenstadt“, an dem relevante Vertreter der Stadtverwaltung, der Polizei, der Stadtwerke, der Sozialträger und der Politik teilnehmen sollen. Die Stadt soll darüber hinaus einen aktuellen Bericht zur Drogensituation in der Innenstadt veröffentlichen, der auf das erste Halbjahr 2026 zurückblickt und dieses mit den Vorjahren vergleicht. Ebenso soll die Verwaltung nach dem Willen der CDU Maßnahmen vorstellen, um die von der Partei als „krisenhaft“ beschriebene Drogensituation im zweiten Halbjahr spürbar zu verbessern.
„Die offene und illegale Drogenszene hat sich seit Jahresbeginn in der Kölner Innenstadt weiter ausgebreitet. Die Beschwerdelage ist nicht mehr weitgehend auf die Straßen rund um den Neumarkt begrenzt. Anwohner, Pendler und die Kölner Presse berichten von schwer erträglichen Zuständen im Belgischen Viertel, rund um den Friesenplatz und entlang der gesamten Kölner Ringe“, heißt es in dem CDU-Antrag.
SPD will Abgabestellen einrichten
Die SPD beantragt unabhängig davon im NRW-Landtag, eine dauerhafte, auskömmliche Kofinanzierung des Landes für Drogenkonsumräume sowie Kontakt- und Anlaufstellen zu schaffen, damit Kommunen wie die Stadt Köln den Aufbau und Betrieb nicht allein tragen müssen. Die Landesregierung solle zudem prüfen, ob eine Einrichtung legaler Abgabestellen möglich ist, um schwerstabhängigen Menschen zu helfen. Unklar bleibt bislang, wie solche Abgabestellen rechtlich ausgestaltet werden könnten und ob dafür das Bundesrecht geändert werden müsste.
Hintergrund ist ein zentraler Konflikt der Kölner Drogenhilfe: In Konsumräumen dürfen Drogen konsumiert, aber nicht verkauft oder getauscht werden. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass viele schwer abhängige Menschen ohne solche informellen Weitergaben die Angebote kaum nutzen könnten. Eine offizielle Duldung wäre für die Stadt rechtlich kaum möglich. Der Handel mit Betäubungsmitteln ist nach geltendem Recht verboten. Daraus resultiert die Debatte, ob die bestehenden Regeln für die Arbeit der Drogenhilfe noch praktikabel sind.
Polizeipräsident Johannes Hermanns hatte im Gespräch mit dieser Redaktion vorgeschlagen, sich über Rechtsänderungen Gedanken zu machen. „Wenn Drogenhilfe und staatliche Repression eng verzahnt wirken sollen, so wie das in Zürich gelingt, muss man den bislang illegalen Drogenerwerb neu regeln. Ein Weg könnte sein, bei ärztlich festgestellter Schwerstabhängigkeit auch die ärztlich verordnete Abgabe von Drogen in Drogenkonsumräumen zuzulassen“, sagte er. Aus Sicht von Hermanns könnte das vielen Dealern die Geschäftsgrundlage entziehen.

