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Neues SoloprogrammWarum das Belgische Viertel Laura Larssons Lieblingsort in Köln ist

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28.05.2026, Köln: Moderatorin Laura Larsson.  Foto: Arton Krasniqi

Moderatorin, Podcasterin und Entertainerin Laura Larsson im Gespräch in Köln. 

In der Lanxess Arena geht es am 6. Dezember um Urlaub, wie sie mit ihrer Familie immer an den Balaton fuhr, außerdem um Köln und gewollte Kinderlosigkeit.

In diesem Jahr steht Ihre erste Arena-Tour mit dem Soloprogramm „Balaton97“ an – unter anderem mit Halt in Köln. Was war Ihr letzter Urlaub?

Ich komme gerade aus Ungarn und habe zehn Stunden Autofahrt hinter mir. Da die Tour „Balaton97“ heißt, musste ich quasi aus Recherchezwecken hin. Also bin ich, wie meine Eltern es damals gemacht haben, ins Auto gestiegen und über Prag und die Slowakei nach Ungarn gefahren. Früher war ich sauer auf meine Eltern, wenn sie wenig Pausen gemacht haben. Jetzt verstehe ich, warum – man will einfach so schnell wie möglich da sein.

Wie war es, an den Urlaubsort Ihrer Kindheit zurückzukehren?

Als meine Schwester und ich auf dem Parkplatz standen, hatte ich ein seltsames, traurig-nostalgisches Gefühl. Als ich dann das Zimmer mit Balaton-Blick hatte, kamen die großen Tränen. Der Ort ist so schön – und gleichzeitig ein Ort der Vergangenheit. Wir sind damals fast nur dorthin gefahren. Ich war immer sauer, wenn wir in die Berge reisten. Vor sechs Jahren war ich das erste Mal mit meinem Mann in Südtirol – und jetzt verstehe ich alles. Südtirol ist mein place to be.

All-inclusive-Strandurlaub, Kunst und Kultur oder Action-Urlaub mit Wasserski, Klettern und Co. – Welcher Urlaubstyp sind Sie?

Klettern auf gar keinen Fall. Aber ich probiere mich schon aus: Ich gehe wandern und kraxeln, will nicht nur liegen und mir die Berge von weitem anschauen. Zipline steht noch auf meiner To-do-Liste. Ich liebe ein bisschen Action – aber nicht zu viel.

Wie kamen Sie auf das Thema Urlaub als Bühnenprogramm?

In meinem Podcast „Zum Scheitern verurteilt“ habe ich gemerkt, dass Urlaub immer gute Storys fürs Scheitern liefert. Von der Horrorunterkunft über den Beziehungsstreit bis zur Lebensmittelvergiftung – da ist immer etwas dabei. Ich finde Urlaubserzählungen, bei denen etwas schiefgelaufen ist, persönlich viel interessanter als solche, bei denen alles perfekt war. Ich kann aus meiner Vergangenheit und Gegenwart viel erzählen – also holen wir den Urlaub auf die Bühne.

Wie kamen Sie auf den Titel „Balaton 97“?

Ich hatte unser Familien-Fotoalbum im Kopf, auf dem „Balaton97“ handgeschrieben steht. Diese Urlaube am Balaton – da habe ich Urlaub gelernt, und daran messe ich noch heute alle meine Reisen. Das war der richtige Titel.

28.05.2026, Köln: Moderatorin Laura Larsson.  Foto: Arton Krasniqi

Moderatorin Laura Larsson beim Gespräch in Köln

Was erwartet das Publikum im Programm?

Ich bin noch mitten im Schreibprozess, aber ein großes Thema ist der Urlaubsstreit – den ich in dem Moment immer schlimm finde, über den man aber hinterher gut erzählen kann. Ein weiteres Thema, das mir fast peinlich ist: Ich bin überzeugt, dass mein Mann mich im Urlaub absichtlich hässlich fotografiert. Das kann doch kein Zufall sein, dass er immer genau dann drückt, wenn die Augen zu sind. Abends im Bett schaut man sich die Bilder vom Tag an – und der Typ, der da neben einem liegt und schon schnarcht, hat diese Fotos von dir gemacht. Boah!

Es ist Ihre erste Arena-Tour. Wie fühlt sich das an?

Das Größte bisher war die Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf vor zwei Jahren – und das war das Geilste. Manche lieben das klassische Stand-up in kleinen Locations, weil man da besser mit dem Publikum interagieren kann. Aber ich liebe die große Show. Ich singe und tanze auch, es gibt ein großes Bühnenbild. Es ist nicht das klassische Bühne-und-Mikro-Set-up, sondern eine richtige One-Woman-Show.

Finden Sie Tausende Menschen in der Arena nicht auch abschreckend?

Jedes Mal, bevor ich auf die Bühne gehe, frage ich mich, warum ich das mache. Die Aufregung ist riesengroß, mir ist schlecht, ich hinterfrage alles. Aber sobald ich fertig bin, will ich nochmal. Es ist wie Karussellfahren: Erst hat man Angst, aber dann macht es so viel Spaß, dass man noch eine Runde will.

Podcast, Social Media, Fernsehen – Sie sind großes Publikum gewohnt. Macht es einen Unterschied, wenn die Menschen physisch vor Ihnen sitzen?

Das ist schon etwas anderes. Sich das Publikum erspielen, die unmittelbare Reaktion sehen – hat der Joke gezündet oder nicht? – das ist eine andere Art von Adrenalin. Und ich liebe das..

Laura Larsson in der Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

Laura Larsson in der Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

Von 2021 bis 2023 waren Sie 1Live-Moderatorin in Köln. Sie hatten damals angekündigt, hierherziehen zu wollen. Warum kam es nicht dazu?

Ich bin gependelt, mein Mann war in Berlin. Ich liebe Köln und war hier auch richtig gern. Es ist eine total wohnenswerte Stadt. Aber mein Mann war nicht hier, und von Berlin aus bin ich innerhalb von zwei Stunden bei meiner Familie in Mecklenburg-Vorpommern. Das war der ausschlaggebende Grund.

Was ist Ihnen von Köln am meisten in Erinnerung geblieben?

Ich war sehr gerne im Stadtgarten. Und was Berlin so nicht hat: im Sommer das Belgische Viertel. Wie voll es dort abends auf den Straßen ist – das gibt einem ein Gefühl wie im Urlaub. Ich war ja immer alleine hier, aber im Belgischen Viertel fühlt man sich nicht so alleine. Außerdem kann man in Köln vieles zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen und hat trotzdem das Großstadtgefühl.

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Welche Klischees über Köln stimmen – und welche nicht?

Man geht zum Bäcker, und die Leute reden mit einem – manchmal fast ein bisschen viel für mich. Die Kölner Frohnatur und Freundlichkeit: Das stimmt. Manchmal ist mir die Berliner Schnauze zu viel, in Köln wird man sehr warm begrüßt. In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind es unterkühlte Menschen. Das dauert, ehe man jemanden geknackt hat.

Was ich nicht unterschreiben kann, ist, dass Köln eine hässliche Stadt ist. Manchmal läuft man durch Straßen mit den schönsten Altbauten. Was mir hier tatsächlich fehlt, sind die Seen – das ist in Berlin schon ein großer Unterschied.

Sie gehen offen mit privaten Themen um. Kürzlich haben Sie über Ihre gewollte Kinderlosigkeit gesprochen. Müssen Sie sich dafür rechtfertigen?

Im Internet wirkt das manchmal so, da gibt es hin und wieder Kommentare voller Wut und Unverständnis. Aber in meinem privaten Leben merke ich das kaum. Meine Mutter hat irgendwann gesagt, dass sie es schade findet, keine Oma zu werden, aber ohne Vorwurf. Ich habe es ihr erklärt, sie konnte es verstehen, und seither hat sie nicht mehr gefragt.

Was sind Ihre Gründe, kein Kind zu bekommen?

Ich dachte lange, natürlich werde ich irgendwann ein Kind kriegen, weil es halt so ist. Ich dachte immer: Wenn ich 30 bin, wenn ich 35 bin. Aber wann wache ich morgens auf und wünsche mir das wirklich? Ich erlebe bei Freundinnen, dass die einen sehnlichen Wunsch haben, sich bereit fühlen, Mutter sein wollen. Ich habe das einfach nicht. Wenn ich daran denke, dass jetzt ein Kind in meinem Leben wäre, wird mir schon ein bisschen mulmig. Mein Beruf wäre auch kein einfacher Rahmen dafür. Ich finde es gerade richtig gut, wie es ist. Mein Mann sieht das genauso.

Laura Larsson, Balaton97, 6. Dezember 2026, 19 Uhr, Lanxess-Arena; Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen