Neues Café in SülzWarum ein Schwabe in Köln auf die Brezel setzt
In Sülz gibt es seit Juni ein neues Café mit einer besonderen Spezialität. Dahinter steckt ein Schwabe, der seit 25 Jahren in Köln lebt.

Betreiber Valentin Hartmann in seinem Café „Die Brezel“ in Köln Sülz.
Copyright: Die Brezel/Valentin Hartmann
Eine Brezel beim Bäcker oder auf die Hand gibt es in Köln an vielen Stellen. Wer allerdings eine sucht, die frisch und noch lauwarm aus dem Ofen kommt, hat weniger Auswahl. Im Kölner Zoo etwa gibt es gegenüber dem Elefantengehege eine weiche Variante, auch bei Ditsch in den Köln Arcaden wird das Laugengebäck in der Regel warm über die Theke gereicht. Die Brezeln von Alnatura gelten ebenfalls als gute Wahl für Liebhaber des Laugengebäcks.
Mit „Die Brezel“ gibt es seit Mitte Juni in Sülz nun auch ein Café, in dem sich die schwäbische Spezialität in entspannter Atmosphäre genießen lässt. Zum Laden gehören ein Garten und eine Einrichtung mit Veedelscharme.
„Die Brezel“ in Sülz: Was steckt dahinter?
Valentin Hartmann ist Quereinsteiger in der Gastronomie. Zuvor war der gebürtige Schwabe unter anderem Geschäftsführer des Kölner Möbelunternehmens „bordbar“. Ein Café zu eröffnen, hatte er ursprünglich nicht geplant.

Eine Brezel am Fenster genießen bei „Die Brezel“ in Sülz.
Copyright: Die Brezel/Valentin Hartmann
Eher zufällig sei er auf die Immobilie im Weyertal gestoßen, die er schon länger kannte. Er habe sich sofort in das denkmalgeschützte Haus verliebt. „Ich wollte einfach mit der Immobilie was machen“, erzählt Hartmann. Mitte Juni eröffnete er dort schließlich sein Café „Die Brezel“. Zuvor war in dem Haus ein Kiosk untergebracht.
Garten und Altbau verleihen Charme
Auch der Garten habe ihn gereizt. Er sei zuvor kaum genutzt und nicht zugänglich gewesen, sagt Hartmann. Heute können Gäste dort an Tischen unter Sonnenschirmen sitzen. Eine lange Holzbank verläuft entlang der Hausfassade.
Drinnen passen die alten Holzdielen zum Charakter des Altbaus. Eine Bank und Sitzplätze am Fenster, gelbe Stühle und bunte Kissen verleihen dem Café eine wohnliche Atmosphäre. Wenn die Sonne durch die Fenster fällt, wird es besonders schön – gemütlich ist es aber auch ohne Sonnenschein.

Gemütlichkeit im Altbau bei „Die Brezel“ in Sülz.
Copyright: Die Brezel/Valentin Hartmann
Als Imi-Kölner lebt Hartmann selbst seit mehr als 15 Jahren in Sülz. Mit dem Café möchte er einen Ort für das Veedel schaffen, „wo man gern ist“.
Warum ausgerechnet die Brezel?
Die Antwort darauf ist persönlich. Hartmann ist in Schwaben geboren und mit dem Laugengebäck aufgewachsen. Auch nach rund 25 Jahren in Köln ist die Verbindung geblieben. Wenn er am Stuttgarter Hauptbahnhof aussteigt und sich dort eine Brezel kauft, bekomme er noch heute „Gänsehaut“, erzählt er. Auf seinem Arm trägt er sogar ein Brezel-Tattoo.
Für ihn ist das Gebäck kein kurzlebiger Foodtrend. Er beschreibt es als „ehrlich“ und „unaufgeregt“. Es ist für Hartmann ein Stück Heimat, das er nach Köln bringen möchte.
Was die schwäbische Brezel ausmacht
Bei „Die Brezel“ gibt es deshalb die schwäbische Variante. Sie zeichnet sich laut Hartmann durch dünne Ärmchen und einen deutlich dickeren Bauch aus. Typisch sei außerdem der Schnitt auf der dickeren Teigpartie, an der die Brezel beim Backen besonders aufgeht.
„Die Zutaten sind eigentlich nicht kompliziert, aber die Backart ist nördlich von Schwaben irgendwie doch eine andere“, sagt Hartmann. Genau das habe er ändern wollen.

Laugenbrezeln frisch gebacken bei „Die Brezel“ in Köln-Sülz.
Copyright: Die Brezel/Valentin Hartmann
Die Exemplare werden mehrmals täglich frisch gebacken und auch lauwarm angeboten. Den Teig stellt Hartmann nicht selbst her – als Nicht-Bäcker überlässt er das den Fachleuten. Für eine gute Brezel brauche es neben einem guten Ofen vor allem „viel Zeit und Ruhe“.
Was gibt es bei „Die Brezel“ in Sülz?
Die klassische schwäbische Brezel kostet 1,60 Euro. Daneben gibt es verschiedene belegte und süße Varianten. Für jeweils 5,90 Euro stehen drei herzhafte Kombinationen auf der Karte: mit Büffelmozzarella, Pesto und Basilikum, mit Obatzda und frischen Radieschen sowie mit Pastrami, Gouda, selbst gemachtem Krautsalat und Gurke.
Auch für Naschkatzen gibt es passende Varianten. Die Brezel mit Pistaziencreme und Waldfrüchten kostet 3,40 Euro, die Schokobrezel 3,20 Euro. Neu im Angebot ist außerdem eine Pfefferbrezel. Passend zum Wasen, dem Cannstatter Volksfest in Stuttgart, bietet Hartmann derzeit auch eine Brezel mit Leberkäse und süßem Senf an.

Es gibt auch Außenplätze im Garten.
Copyright: Die Brezel/Valentin Hartmann
Wer lieber etwas anderes essen möchte, bekommt Flammkuchen oder morgens Croissants. Dazu gibt es Kaffee und kalte Getränke. Eine weitere Spezialität ist der hausgemachte schwäbische Kartoffelsalat nach dem Rezept von Hartmanns Großmutter. Auf zusätzliche Aromen und Geschmacksverstärker verzichte er dabei nach eigenen Angaben.
Künftig soll der Laden mehr sein als ein Café. Hartmann plant nach eigenen Angaben auch Kooperationen und Veranstaltungen im Veedel.
- DIE BREZEL, Weyertal 24, 50937 Köln-Sülz | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 15 Uhr | Mehr Infos hier
