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Giftmüll-Skandal in NRW weitet sich ausAnklage gegen zwei weitere Verdächtige

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Zwei neue Angeschuldigte im Fall um illegal gelagerte Böden

Entsorgung von belastetem Material an einer Kiesgrube. Illegal abgekippte Giftböden wurden auch in Selfkant entdeckt.

Die Affäre um unrechtmäßig beseitigten Sondermüll in NRW eskaliert: Zwei zusätzliche Beschuldigte wurden von der Anklagebehörde ins Visier genommen. Die Menge beträgt 125.000 Tonnen.

Die Affäre um die vorschriftswidrige Entsorgung von Tonnen an Giftmüll im Bundesland Nordrhein-Westfalen nimmt größere Dimensionen an. Laut Meldungen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat die Anklagebehörde in Dortmund ein Verfahren gegen zwei zusätzliche mutmaßliche Täter eingeleitet. Ein 59 Jahre alter Mann mit Vorstrafen wegen Umweltvergehen sowie eine 57 Jahre alte Frau werden verdächtigt, gravierende Umweltstraftaten begangen zu haben.

Den zwei Beschuldigten wird zur Last gelegt, über ihre Firma etwa 125.000 Tonnen verschiedenartig kontaminierter Erdmassen ohne eine notwendige Erlaubnis auf drei Arealen im Kreis Heinsberg entsorgt zu haben.

125.000 Tonnen belasteter Boden ohne Genehmigung entsorgt

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden besteht das Material hauptsächlich aus kontaminiertem Erdreich, das den Deponieklassen 2 und 3 zugeordnet wird, sowie der Materialklasse BM-F3. Derartige Abfälle erfordern eine Lagerung an besonders zugelassenen und gesicherten Standorten, damit Boden und Grundwasser geschützt werden. Darüber hinaus entdeckte man auf einem Areal in Selfkant weitere Abfallstoffe, darunter alte Katalysatoren, welche dort ohne die nötige abfallrechtliche Genehmigung deponiert waren.

Der finanzielle Aufwand für eine ordnungsgemäße Beseitigung der unrechtmäßig abgelagerten Abfälle wird von der Staatsanwaltschaft auf wenigstens 6,5 Millionen Euro geschätzt.

Ermittlungskomplex „Boden NRW“ gegen rund 40 Verdächtige

Die Anklageerhebung resultiert aus ausgedehnten Untersuchungen der Dortmunder Staatsanwaltschaft und der Recklinghäuser Polizei innerhalb des Ermittlungskomplexes „Boden NRW“. Im Zuge dessen wurde bereits publik, dass kontaminierte Erden ebenfalls im Tagebau Garzweiler, am Niederrhein und im Ruhrgebiet gefunden worden waren. Seit mehreren Monaten führt die in Dortmund lokalisierte zentrale Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Umweltkriminalität Ermittlungen in dieser Angelegenheit gegen eine Gesamtzahl von etwa 40 Beschuldigten. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.