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Satirischer Wochenrückblick
Der Weihnachtsmann fährt Straßenbahn

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Im neuen Werbevideo der KVB fährt ein Junge zusammen mit dem Weihnachtsmann in der Stadtbahn durch Köln.

Im neuen Werbevideo der KVB fährt ein Junge zusammen mit dem Weihnachtsmann in der Stadtbahn durch Köln.

Wegen des Fahrermangels sollen bei der KVB jetzt auch Weihnachtsmänner die Straßenbahnen fahren. Zumindest schaut das in einem Video ganz danach aus. Das Motto: Wünsche werden wahr!

Angesichts des eklatanten Personalmangels bei der Kölner Verkehrs-Betriebe wirkt deren neues Werbevideo kurz vor dem Fest ungewohnt komisch. Der Weihnachtsmann hockt am Steuerknüppel einer Straßenbahn und fährt durch Köln, während ihm ein kölscher Junge interessiert über die Schulter schaut.

Wenn das so einfach wäre, würde man in der Chefetage ganz tief durchatmen. Ist es aber nicht. Der Krankenstand liegt bei 20 Prozent, 15 Prozent aller Fahrten fallen aus. Derart viele Engel kann der Weihnachtsmann gar nicht mitbringen. Deshalb wird KVB gar nichts anderes übrig bleiben, als den Fahrplan auszudünnen. Zumindest denkt sie darüber nach. Damit die Engelsgeduld der Fahrgäste nicht überstrapaziert wird und sie wenigstens vorher wissen, welche Bahn nicht kommt.

Dieser Vorschlag des KVB-Aufsichtsratsvorsitzenden Lino Hammer (Grüne) ist durchaus vernünftig. Das Aufsichtsratsmitglied Ralph Sterck (FDP) hingegen glaubt auch nach mehr als 20 Jahren Stadtratsarbeit noch, dass Pendler statt mit der U-Bahn auch auf einer Populisten-Welle durch Köln surfen können.

Die Bonuss auf dem Plätzchenteller

Er hat keine bessere Idee, als die Begrenzung der Bonuszahlungen für die KVB-Vorstände zu fordern. Nun mag man durchaus streiten, ob die knackige Bonuss am Jahresende tatsächlich auf die Plätzchen-Teller in der Vorstandsetage gehört. Doch selbst wenn man KVB-Chefin Stefanie Haaks und Arbeitsdirektor Peter Densborn ans Geld ginge, fährt deshalb noch keine Bahn mehr durch Köln.

Es sei denn, die KVB-Chefin sitzt selbst im Führerstand. Einen Straßenbahn-Führerschein hat sie. Zusammen mit dem Weihnachtsmann könnte sie am Heiligabend doch den Betrieb in Kölle aufrechterhalten.

Zwei Doppelzüge in der stillen Nacht müssten doch locker reichen, während sich das gestresste Fahrpersonal schniefend und hustend sich um den Weihnachtsbaum versammelt und FDP-Mann Sterck bei Äpfeln, Nuss und Mandelkern mal wieder darüber nachdenkt, ob man den ganzen Laden nicht doch besser privatisieren sollte.