Dass sich das nordöstliche Ufer des Pescher Sees in den Sommermonaten zu einem „wilden“ Freizeitgebiet entwickelt, ist eigentlich nichts Neues: Obwohl der See in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, nutzen seit Jahren viele Erholungssuchende in der warmen Jahreszeit den dortigen Sandstrand, um im See zu schwimmen, am Ufer zu grillen oder mit lauter Musik zu feiern. Doch die ausgeprägte Hitze und Trockenheit des zurückliegenden Sommers hatte auch die damit einhergehenden Probleme wieder zutage treten lassen: So fühlen sich die Anwohner der angrenzenden Pestalozzistraße nicht nur durch die Geräuschkulisse und Wildpinkler belästigt, sie fürchten auch die Brandgefahr durch offene Grillfeuer. Mindestens einmal im vergangenen Sommer hatte der Brandgeruch einer Feuerstelle einen Alarm ausgelöst, zu dem die Feuerwehr angerückt war.
Auch die lokale Politik hat von dem Problem Notiz genommen: So hatte die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung (BV) Chorweiler in der jüngsten Sitzung des Gremiums einen Antrag auf die Tagesordnung gesetzt, der die Verwaltung beauftragte, geeignete Maßnahmen zum Schutz der Anwohner und der Wiederherstellung des Landschaftsschutzes zu treffen. „Sollten trockene Büsche oder Bäume durch Funken entzündet werden, würde das Feuer schnell auf die anliegenden Häuser übergreifen“, so der Antrag.
Kontrollen sollten am Wochenende in den Abendstunden erfolgen
Konkret sollen die Maßnahmen regelmäßige Kontrollen durch Mitarbeitende des Ordnungsamtes beinhalten, die zwischen Mai und Oktober vor allem an den Wochenenden zwischen 17 und 21 Uhr erfolgen sollten. Auskünfte des Ordnungsamtes, nachdem der Pescher See regelmäßig kontrolliert werde, dort aber keine Ordnungswidrigkeiten festgestellt werden könnten, deckten sich nicht mit den Berichten der Anwohner, schrieb die Fraktion in ihrem Antrag: Da der Betrieb am See vor allem am Wochenende und eher in den Abendstunden erfolge, seien Kontrollen in den werktäglichen Mittagsstunden nicht zielführend.
Desweiteren solle ein Ausbau der Beschilderung erfolgen, die auf das Grill- und Schwimmverbot hinweist. Ein weiterer Vorschlag der Fraktion war bereits in früheren Jahren einmal diskutiert worden: Die Bepflanzung des Uferbereichs des Strands mit einem Schilfgürtel. Der Antrag traf auf allgemeine Zustimmung und wurde ohne Gegenstimme beschlossen. Für eine Bepflanzung des Uferbereichs stellt die BV schon einmal 3000 Euro aus den Stadtverschönerungsmitteln zur Verfügung.

