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Kölner NordenDer Pescher See ist zur illegalen Partymeile geworden

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Badende am Pescher See

Der kleine Sandstrand des Pescher Sees erfreut sich im Sommer wachsender Beliebtheit – erlaubt ist jedoch weder Schwimmen noch feiern.

Der Pescher See lockt in den Sommermonaten Badegäste und Feiernde an – doch die haben in dem Landschaftsschutzgebiet eigentlich nichts zu suchen. 

In direkter Nachbarschaft zu Pesch findet sich ein Stück Natur-Idylle: Mit seinen dicht bewachsenen Uferböschungen und der unzugänglichen Insel nahe des westlichen Ufers gibt der Pescher See ein schönes Postkartenmotiv her – nicht von ungefähr ist er Teil des Landschaftsschutzgebiets „Stöckheimer Hof und Freiraum Esch/Auweiler“. Damit geht allerdings einher, dass es zwar kein allgemeines Betretungsverbot für die Bereiche abseits der Wege gibt, das Schwimmen dort aber untersagt ist. Als Badesee fällt der Pescher See also aus – offiziell zumindest.

Strand im Norden des Pescher Sees kursiert als Geheimtipp

Inoffiziell allerdings hat sich der kleine Strandabschnitt am nordöstlichen Ufer längst zu einem Geheimtipp entwickelt, wie Anwohner der Pestalozzistraße berichten, deren Gärten an den Seebereich angrenzen. „An warmen Tagen, gerade am Wochenende und in den Abendstunden, wird der See regelmäßig zum Baden und Grillen genutzt – sowohl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen als auch von Familien“, sagt ein Anwohner, der ungenannt bleiben will: „Es wird laute Musik gespielt, Müll hinterlassen und bis in die Abend- und Nachtstunden gefeiert. Da ist der Aufenthalt im eigenen Garten nur eingeschränkt möglich“.

Am Strand eines Sees sind eine Beachbar, Sonnenhüte und Sonnenliegen. Die Anlage ist verwaist.

Der Beach-Club Monkey’s Island am Escher See ist verwaist. Die Stadt hat dem Betreiber eine Absage erteilt. Somit gibt es keine legale Alternative zum Pescher See.

Bereits 2022 und 2023 habe er die Stadt Köln auf die Entwicklung hingewiesen, es sei jedoch keine nachhaltige Verbesserung erkennbar. „Stattdessen hat sich der Nutzungsdruck noch erhöht, vor allem, seit der Strand am Escher See nicht mehr zugänglich ist“, sagt er. Laut Barbara Eschen, der Vorsitzenden des Pescher Bürgervereins, ist nicht allein die Geräuschkulisse unangenehm. „Die Leute gehen dort auch ins Gebüsch, um ihre Notdurft zu verrichten, das riecht man auch bis in die Gärten“, berichtet sie. Entscheidender aber sei die Brandgefahr. „Wenn so ein Einmalgrill umkippt und die Vegetation Feuer fängt, dann wandern die Flammen bei der Trockenheit im Nu den Hang bis zu den Häusern hoch.“ Die Pestalozzistraße leide an sonnigen Tagen außerdem unter erhöhtem Parkdruck, „vor allem im Bereich des Spielplatzes“.

Problem mit illegalen Badegästen besteht seit vielen Jahren

Tatsächlich sei das Problem bereits „eine uralte Geschichte“, so Eschen.  „Wir haben uns als Verein schon 2019 und 2020 intensiv mit der Sache befasst und haben letztlich auch ein Gespräch mit dem damaligen Bürgeramtsleiter in Chorweiler, Engelbert Rummel, und Vertretern des Umwelt- und Ordnungsamtes erreicht“, sagt sie. „Damals gab es verschiedene Ideen, etwa einen Schilfgürtel im Strandbereich zu pflanzen. Daraus geworden ist letztlich aber gar nichts.“ Ohnehin sei das Einzige, was helfe, regelmäßige Kontrollen durch den Ordnungsdienst.

Beim Ordnungsamt ist bekannt, dass die Öffentlichkeit den See „trotz Verbots zum Verweilen und Baden“ nutzt. Seit Mitte Juni 2025 habe das Ordnungsamt einen Dauerauftrag für Kontrollen am Pescher See, es habe bisher aber nur eine geringe Zahl an Feststellungen gegeben – lediglich im Mai habe man fünf Verwarngelder wegen Parkens in einem Naturschutzgebiet aussprechen müssen. Eschen wundert das nicht. „Wenn man unter der Woche in den Mittagsstunden kontrolliert, ist da natürlich nichts los“, meint sie. „Die Kontrollen müssten freitags und samstags stattfinden, und zwar nach 19 Uhr, nicht vorher.“

Auch Eschen sieht die Möglichkeit, dass wieder weniger Menschen auf den Pescher See ausweichen würden, wenn das Strandbad am Escher See wieder geöffnet würde. „Dem ein oder anderen wäre eine legale Möglichkeit vielleicht doch lieber. Ich verstehe nicht, dass man dort keine Lösung findet – wenn der jetzige Betreiber die Auflagen der Stadt seit Jahren nicht erfüllt, müsste man vielleicht über eine Kündigung des Mietvertrags nachdenken.“  Dennoch erwartet sie nicht, dass sich das Problem am Pescher See damit erledigt hätte. „Zusätzlich zum Eintrittspreis darf man beim Escher Strandbad bis auf Wasser keine Verpflegung mitbringen, sondern muss alles dort kaufen. Da ist der Pescher See die kostengünstigere Alternative.“