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Aus für Baugebiet im Kölner NordenWorringen bekommt kein neues Quartier

Die Pläne für das Neubaugebiet an der Brombeergasse am Worringer Ortsrand wurden beerdigt. Die Deutsche Reihenhaus AG zieht sich zurück – aus Kostengründen.

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An einer schmalen Straße liegt ein abgeerntetes Feld.

Auf diesem Feld an der Brombeergasse entstehen doch keine Wohnungen.

Lange Zeit war es um die Pläne eines neuen Wohnquartiers an der Brombeergasse am Worringer Ortsrand ruhig geblieben, da vor einer Entwicklung des Gebiets erst der Regionalplan Köln in Kraft treten musste. Nachdem dies im vergangenen Jahr erfolgt war, schien es nun konkret zu werden: In der Juni-Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Chorweiler hatte die Verwaltung ein städtebauliches Planungskonzept für die geplante Siedlung vorgestellt.

Auf 4,5 Hektar sollten Reihen- und Mehrfamilienhäuser entstehen, insgesamt 108 Wohneinheiten, außerdem eine Kindertagesstätte. Diesem Planungskonzept hätte die BV durch den Beschluss ihre Zustimmung geben sollen, doch bevor es dazu kommen konnte, wurde die Vorlage von der Verwaltung selbst von der Tagesordnung genommen und auf die September-Sitzung geschoben – ein ungewöhnlicher Schritt.

Worringer Bruch ist nur einen Steinwurf entfernt

Nach der Sommerpause werden die Fakten mitgeteilt: Es wird kein neues Quartier an der Brombeergasse geben, das Bauvorhaben wird verfahrenstechnisch eingestellt. Der Vorhabenträger des Projekts, die Deutsche Reihenhaus AG, habe sich nach einer „unternehmensweiten Neuausrichtung“ gegen die Weiterentwicklung von Projekten mit einem „überdurchschnittlich hohen Investitionsvolumen“ entschieden. Dazu zählten „insbesondere Quartiersentwicklungen, die mit einer verpflichtenden, bzw. öffentlich-begleitenden Entwicklung von sozialen Bausteinen wie Kita und Schule einhergehen“. Auch die aufwendige Entwässerung des Baugebiets – das Feuchtgebiet des Worringer Bruchs ist einen Steinwurf weit weg – sowie die aktuellen Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt seien ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen.

Projekt sei für die Deutsche Reihenhaus AG wirtschaftlich „nicht mehr tragfähig“ gewesen

Eine Sprecherin der Deutsche Reihenhaus AG begründete den Rückzug des Unternehmens vor allem mit „veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit dem Grundstücksankauf 2019“. Durch die gestiegenen Bau- und Finanzierungskosten habe sich das Projekt für das Unternehmen als „nicht mehr tragfähig“ erwiesen – die Herausforderungen der Entwässerungen seien „grundsätzlich lösbar“ gewesen, hätten jedoch ebenfalls zusätzliche Investitionen erfordert. Die Verpflichtung zum Bau „sozialer Bausteine“ sei hingegen nicht ausschlaggebend gewesen: Das Unternehmen werde auch weiterhin bei größeren Entwicklungen „sorgfältig prüfen“, ob Komponenten des sozialen Wohnungsbaus „im Rahmen von Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit“ realisiert werden könnten.

In Worringen selbst ist längst nicht jeder traurig über das Aus für die Ortserweiterung, weiß Mattis Dieterich (SPD), der den nördlichsten Kölner Wahlkreis im Kölner Stadtrat vertritt. Auch ihn hat die Absage überrascht und während er die Freude „menschlich verstehen“ kann, hält er die Entwicklung „gesamtstädtisch“ für ein besorgniserregendes Signal. „Die Wohnungsnot in Köln ist eine soziale Krise, eigentlich können wir uns solche Absagen an Neubaugebiete nicht leisten“, sagt er.