Der große Tüv-SchwimmbadcheckGastro-Fiasko und Schmuddel am „Blackfoot Beach“

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Der „Blackfoot Beach“ am Fühlinger See bietet Urlaubsstimmung im Norden der Stadt.

  1. Der TÜV hat die größten Freibäder in Köln unter die Lupe genommen.
  2. Der „Blackfoot Beach“ überzeugt in vielen Kategorien nicht. Laut Test macht er einen „unordentlichen“, teils vermüllten Eindruck.
  3. Die Bestellung ist zudem ein Fiasko. Wie sieht es mit der Qualität des Essens aus? Im Artikel erfährst du es.

Köln – Der Fühlinger See ist Kölns größter Badesee. Er besteht aus sieben verbundenen Seen und einer 2,3 Kilometer langen Regattastrecke. Das Strandbad „Blackfoot Beach“ ist ein Abschnitt mit aufgeschüttetem weißem Sand: Als „stadtnahes Erlebnisparadies im Kölner Norden“ bewerben es die Betreiber. Der Tüv hat es sich genau angeschaut.

Das erwartet die Besucher

Das Strandbad besteht aus einem überwachten Badebereich mit abgetrenntem Nichtschwimmerbereich. Zusätzlich gibt es eine Bar mit Speisen und Getränken und einen Verleih für Kanus und Stand-Up-Paddleboards sowie für Liegen, Strandbetten und Sonnenschirme. Weitere kostenpflichtige Angebote auf oder neben dem Gelände: Beachvolleyball, Klettern im Hochseilgarten, Tauchen und Bogenschießen.

Das wird Kindern geboten

Für Kinder gibt es kein besonderes Angebot, nur ein Klettergerüst – kein Wasserspielzeug, keinen Wickelbereich, keine Hochstühle. Daher hat der Tüv diese Kategorie in seiner Bewertung nicht berücksichtigt. Auf Nachfrage teilten die Betreiber mit, dass es zwar keinen „gewöhnlichen Spielplatz“ gebe, dafür aber ein großes Angebot an Aktivitäten wie Kanufahren, Stand-Up-Paddling oder Klettern im Hochseilgarten. Diese Angebote sind aber nicht im Badbesuch inklusive, sondern müssen extra bezahlt werden. Im Bad können Kinder den Betreibern zufolge kostenlos Sandspielzeug ausleihen.

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So sauber und sicher ist es

Das Bad machte der Testerin zufolge „einen unordentlichen Eindruck“: Im Sand lagen überall Müll und Zigarettenkippen gelegen. Es gab zu wenige Mülleimer, die vorhandenen seien voll gewesen. In vielen Ecken hätten Geräte und Getränkekisten herumgestanden. Die Toiletten und Umkleiden beschrieb sie als „wenig einladend“ und vermüllt. Dazu erklärten die Betreiber, dass an dem Test-Tag und den beiden folgenden Tagen mehrere große Events am Strand stattgefunden hätten. In den sozialen Medien und auf Schildern am Eingang seien die Gäste darauf aufmerksam gemacht worden, „dass an diesen Tagen weniger Flächen zugänglich sind und Umbauten anstehen. Natürlich bemühen wir uns auch an solchen Tagen um Ordnung, durch den Aufbau kann es aber zu Einschränkungen kommen“. Die Betreiber versprachen, weiter daran zu arbeiten, „dass es hier am Strand ordentlich ist. Wir wissen, da ist noch Luft nach oben und verbessern das weiter“.

Verhaltensregeln und Infos zum Brandschutz hängen bereits am Eingang des Bads aus. Flucht- und Rettungswege waren – wie auch in mehreren anderen getesteten Freibädern – nicht extra ausgeschildert. Der Tüv kritisierte, dass es nur auf dem Außengelände einen Feuerlöscher gab. Außerdem habe auf dem Gelände gestapeltes Brennholz für jeden frei zugänglich herumgelegen. Am Testtag war kein Bademeister anwesend. Eine rote Fahne wies aber darauf hin, dass das Baden auf eigene Gefahr stattfindet.

So ist das Essen

Die Gastronomie bietet laut Tüv „eine gute Mischung aus klassischem Freibadessen“ mit Fast Food sowie „gesunden Snacks“ mit Salaten und Wraps. Die Essensbestellung allerdings bezeichnete die Testerin als „Gastro-Fiasko“, die Systematik als „sehr undurchdacht“: Die Speisen würden nicht an der Theke mit der Essensausgabe, sondern an der Bar bestellt. Nach der Bestellung dort müsse sich der Gast erneut an der Essensausgabe anstellen.

Die Fritten-Temperatur war ok, aber die Wartezeit war zu lang.

Dort erhalte er für den Kassenzettel ein Gerät, das piept, sobald das Essen fertig ist. Um das dann abzuholen, müsse sich der Gast erneut anstellen. Die Testerin wartete 55 Minuten vom ersten Anstehen, bis sie die Currywurst-Pommes erhielt. Geschmacklich enttäuschte das Essen: „Die Pommes waren labbrig, die Wurst fast 15 Grad zu kalt“. Die Betreiber entschuldigten sich: „ Wir werden mit dem Küchenpersonal besprechen, was schief gelaufen ist, so dass wir aus unseren Fehlern lernen.“

Hier kann das Bad punkten

In der Kategorie Anfahrt erhielt der „Blackfoot Beach“ die Note 1,5: gut ausgeschildert, genügend Parkplätze. Das Wasser war klar und sauber, es schwamm kein Müll herum. Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich waren klar voneinander abgegrenzt. Der Tüv lobte außerdem das vielfältige Speisenangebot.

Hier hakt es

Besonders schlecht schnitt der „Blackfoot Beach“ in der Kategorie Sicherheit – Note 5,17 – und den Unterkategorien Brandschutz (5,0) sowie Flucht- und Rettungswege (5,33) ab. Ein Schild am Eingang habe zwar auf einen Sammelpunkt hingewiesen, der sei im Bad aber nicht zu finden gewesen. Abzüge gab es auch, weil kein Erste-Hilfe-Raum oder Erste-Hilfe-Kästen vorhanden waren. Dazu teilten die Betreiber mit, dass sämtliche Mitarbeiter nach einer Brandschutzordnung geschult seien. Ein Erste-Hilfe-Raum samt Erste-Hilfe-Schrank sei mit einem Kreuz an der Tür gekennzeichnet.

Ein Mitarbeiter am Eingang war der Testerin zufolge unfreundlich und gab patzige Antworten. Dazu teilten die Betreiber mit: „Das darf nicht sein, tut uns leid und wird besprochen. Uns ist es sehr wichtig, dass jeder mit einem Lächeln zum Strand kommt und auch wieder geht.“

So ist der Gesamteindruck

Die Testerin beschrieb ihre Erwartungshaltung vor dem Besuch als „recht hoch: Der Blick von der anderen Seeseite auf den Beachclub war einladend und die Internetseite vielversprechend. Die Erwartungen wurden allerdings nicht erfüllt“, lautete ihr Fazit. Im Gesamtranking der 15 getesteten Freibäder landete der „Blackfoot Beach“ mit der Note 3,3 auf dem letzten Platz.

Blackfoot Beach, Fühlinger See, Stallagsbergweg 1, 50769 Köln.0221/168 818 10

Öffnungszeiten: 1. Mai-30. September täglich 10-20 Uhr.

Eintritt: Erwachsene 4,80 Euro, Jugendliche bis 17 Jahren 3,80 Euro, Kinder bis 5 Jahren 1 Euro.

www.blackfoot.de

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