Schon seit Januar fließt der Verkehr auf der Widdersdorfer Straße einigermaßen zäh. In Höhe der Brücke über die HGK-Trasse steht seither eine Baustellenampel, man muss minutenlange Wartezeiten einkalkulieren. Dabei hat der seit Jahren geplante Neubau der Brücke streng genommen noch gar nicht begonnen. Es handelt sich bislang lediglich um vorbereitende Maßnahmen, denn bevor es richtig losgehen kann, müssen noch einige Hochspannungs- und andere Versorgungsleitungen verlegt oder gesichert werden. Bis ins dritte Quartal 2027 wird das mindestens dauern.
Immerhin sind nun die politischen Entscheidungen gefallen: Nachdem die Bezirksvertretungen Ehrenfeld und Lindenthal das Vorhaben jeweils einstimmig abgesegnet hatten, beschloss auch der Stadtrat kürzlich den Brückenneubau. Knapp 6,8 Millionen Euro soll das einschließlich der Planung kosten. Das Land Nordrhein-Westfalen wird sich über Fördermittel mit 3,5 Millionen Euro beteiligen.
Baufällige Brücke in Ehrenfeld muss ersetzt werden
Abriss und Neubau an gleicher Stelle sind zwingend notwendig, denn eine Bauwerksprüfung im Jahre 2016 hatte ergeben, dass die Brücke baufällig ist. Sie wurde im Jahre 1918 mit einer lichten Höhe von 4,95 Metern errichtet, damit die Züge der Hafen und Güter Köln (HGK) hier die Straße unterqueren können, zunächst auf zwei Gleisen, heute nur noch auf einem.
Wichtig für den Verkehr ist die Brücke vor allem, weil sie die Stadtteile Ehrenfeld, Braunsfeld und Müngersdorf miteinander verbindet. Deshalb soll die Straße auch während der eigentlichen Arbeiten an der neuen Brücke, die nach derzeitigem Zeitplan Mitte/Ende 2027 beginnen und rund 20 Monate dauern sollen, nicht vollständig gesperrt werden. Mit Ausnahme einiger Stunden an Wochenenden, wenn Fertigbauteile eingepasst werden müssen.
In der ersten Bauphase wird zunächst die Südseite der Brücke abgerissen und neu errichtet. Der Verkehr wird die Baustelle in dieser Zeit einspurig auf der Nordseite der Brücke passieren können. Daran schließt in der zweiten Phase der Abbruch und Neubau der Nordseite an. Dem Verkehr sollen dann auf dem neuen Südteil schon zwei Spuren zur Verfügung stehen: eine Fahrbahn pro Richtung, einschließlich Fuß- und Radverkehr.
Brückenabschnitt wird auf 120 Metern erneuert
Die Widdersdorfer Straße wird im Bereich der Brücke auf einer Länge von knapp 120 Metern vollständig erneuert. Zwischen den Brückengeländern bleibt auf einer Breite von 20 Metern Platz für zwei je 3,50 Meter breite Fahrbahnen für den Kraftverkehr, sowie für einen Geh- und einen Radweg, die jeweils je 2,75 Meter, genauer gesagt 2,25 Meter, breit sind. Außerdem ist ein zwei Meter breiter Parkstreifen auf der südlichen Seite der Brücke vorgesehen. Zwischen den Parkplätzen werden Bäume neu angepflanzt. Zwischen Fahrbahn und Parkstreifen und Radweg wird je ein Sicherheitsstreifen markiert.
Um die Verkehrsprobleme während der Bauzeit möglichst gering zu halten, teilt das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau mit, sei eine „Koordinierungsrunde“ eingerichtet worden, die sich aus Vertretern der Stadtverwaltung und der beteiligten Leitungsbetreiber zusammensetze. Schließlich sollen das benachbarte Hotel und alle umliegenden Gewerbetriebe während der gesamten Bauzeit erreichbar bleiben.


