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„Meilenstein der deutschen Fernsehgeschichte“Kölner Fanclub der Lindenstraße feiert Abschiedsparty mit Schauspielern

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Marie-Luise Marjan, Andrea Spatzek, Dunja Dogmani, Anna-Sophia Claus, Bill Mockridge und Georg Uecker mit Fans.

Die Lindenstraße-Schauspieler Marie-Luise Marjan, Andrea Spatzek, Dunja Dogmani, Anna-Sophia Claus, Bill Mockridge und Georg Uecker freuten sich über das Wiedersehen mit ihren Fans.

Mit knapp drei Jahren Corona-Verspätung feierten Fans und Schauspieler der Lindenstraße am Samstag den Serien-Abschied. 

Es ist schon fast drei Jahre her, dass Helga Beimer, gespielt von Marie-Luise Marjan, das letzte Mal durch die Lindenstraße gelaufen ist. Am Ende der letzten Folge der Sonntagabend-Kult-Serie feiert Helga Beimer ihren 80. Geburtstag – ganz groß und mit allen Charakteren.

Ihren eigenen 80. Geburtstag, sagt Schauspielerin Marie-Luise Marjan am vergangenen Samstag in dem Restaurant Vis á Vis in Köln-Ehrenfeld, habe sie ganz anders gefeiert. Denn im August 2020 beherrschte Corona das Leben der Menschen. „Man durfte nur 50 Leute einladen und da dachte ich mir, ich lade 50 auf den Namen Marjan ein und die anderen auf den Namen Beimer“, erzählt die heute 82-Jährige und lacht.

Kölner Lindenstraße-Fanclub organisiert Abschiedsfeier

Es ist ein herzliches Lachen, das die rund 50 Fans und Marjans Schauspiel-Kolleginnen und –Kollegen Andrea Spatzek, Dunja Dogmani, Anna-Sophia Claus, Bill Mockridge und Georg Uecker vermisst hatten. Am Samstag haben sie sich bei der offiziellen Abschiedsparty der Serie in Köln wiedergetroffen – dem ehemaligen Drehort der Lindenstraße.

Organisiert hatte die Party der Kölner Fanclub der Lindenstraße. Wegen Corona musste die Feier immer wieder verschoben werden. „Die Lindenstraße gab es knapp 35 Jahre und war für uns ein Meilenstein der deutschen Fernsehgeschichte. Es war immer klar, dass die Serie nicht stillschweigend beendet werden darf und offiziell verabschiedet werden muss“, sagt André Weber, Vorsitzender des Fanclubs, im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Umso mehr habe er sich gefreut, dass auch einige der Schauspieler der Einladung des Fanclubs gefolgt sind, um fast 35 Jahre Lindenstraße Revue passieren zu lassen. Neben traurigen Erinnerungen an die verstorbenen Kolleginnen und Kollegen erinnerten sich alle aber besonders gerne an die lustigen Momente. „Für die Zuschauer war es sicherlich interessant, aber den Seitensprung mit Marlene im Reisebüro hätte ich nicht gebraucht. Und dann sage ich noch ‚Helga, es ist nicht so, wie es aussieht‘“, antwortet Bill Mockridge humorvoll auf die Frage, ob er mit seiner Rolle zufrieden war.

Die Themen waren so vielfältig, die Lindenstraße spiegelte den Durchschnitt der deutschen Gesellschaft wider.
Marie-Luise Marjan, 82 Jahre alt, Schauspielerin

Die Serien-Affäre hat ihm Marie-Luise Marjan aber offensichtlich verziehen, so nannte sie den Schauspieler des Charakters Erich Schiller den ganzen Tag liebevoll „Mein Mann“. Doch es waren nicht nur die Liebes-Dramen, die für die 82-Jährige die Lindenstraße besonders gemacht haben. „Die Themen waren so vielfältig, die Lindenstraße spiegelte den Durchschnitt der deutschen Gesellschaft wider.“

Und genau dieser Aussage stimmen auch die Fans zu. „Die Lindenstraße hat immer aktuelle Themen aufgegriffen, ich kann mich zum Beispiel noch gut an die Aids-Thematik erinnern“, sagt Kerstin Seggewies aus Bergisch-Gladbach. Die 49-Jährige sitzt mit Susanne Reichmann und Anja Te Laar an einem Tisch, sie beschreiben sich selbst als Fans der ersten Stunde.

Das Ende der Lindenstraße habe in den ersten Wochen eine große Lücke in ihren Sonntagabend gerissen, ausgerechnet in einer Zeit, in der die Serie vielen Zuschauern hätte helfen können, sagen auch die Schauspieler. Denn man könne nur spekulieren „wie wichtig die Lindenstraße in der Corona-Pandemie gewesen wäre“, sagt Dunja Dogmani, die in den letzten drei Jahren die Rolle der Neyla Bakkoush spielte.

Nach drei Jahren hätten aber alle – Fans und Schauspieler – das Ende der Lindenstraße akzeptiert. Die „Mutter der Nation“, wie die Fans Marie-Luise Marjans Rolle nennen, sei vor allem dankbar für die Zeit, sagt die 82-Jährige, die die Arbeit mit Team am meisten vermisse. Über das Wiedersehen und die Einladung des Fanclubs habe sie sich daher besonders gefreut. „Ich schätze und bewundere es, dass die Fans so lang dieses Parallelleben mit uns gelebt haben.“

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