Der ehemalige Verteidigungsminister besucht gemeinsam mit OB Torsten Burmester die Baustelle des neuen Albert-Richter-Velodroms.
Eröffnung für 2027 geplantRudolf Scharping: „Kölner Radstadion wird die Nummer eins“

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, Rudolf Scharping und Lutz Wingerath von den Kölner Sportstätten (v. l.) auf der Baustelle des Albert-Richter-Velodroms.
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Sie stehen mit gelben Gummistiefeln im Matsch und sind gut gelaunt: Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester und sein SPD-Parteikollege Rudolf Scharping, ehemaliger Bundesverteidigungsminister, haben sich am Freitag die Baustelle des neuen Albert-Richter-Velodroms in Müngersdorf zeigen lassen. Bauherr Lutz Wingerath, Geschäftsführer der Kölner Sportstätten, konnte vermelden, dass Zeit- und Budgetplanungen aktuell eingehalten werden. Demnach soll die Mehrzweckarena für Bahnrad- und anderen Sport im Juli 2027 fertig werden. Die Kosten belaufen sich auf 122 Millionen Euro, 30 Millionen davon werden von Bund und Land übernommen.
Scharping war 20 Jahre lang Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), der inzwischen als „German Cycling“ firmiert. Erst im vergangenen Jahr trat der 78-Jährige nicht mehr an und wurde von Bernd Dankowski abgelöst. An den Fortschritten auf der Kölner Baustelle sei er dennoch sehr interessiert, sagte Scharping am Freitag. Schließlich sei er in die Entscheidung, dass Köln ein neues, vom Bund gefördertes Radstadion erhält, stark einbezogen gewesen.

Im späteren Innenbereich der Radrennbahn wird gerade aus weißen Stahlrohren die Dachkonstruktion aufgebaut.
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Nürnberg wäre damals auch gern als künftiger Bundesstützpunkt für den Bahnradsport auserkoren worden. Ebenso wie Bielefeld und Münster. Bislang haben die deutschen Bahnradfahrer ihre Heimat in Cottbus und Frankfurt/Oder. „Aber das Kölner Radstadion wird mit Sicherheit die Nummer eins, das ist dann das Modernste, Beste, was man haben kann“, sagte Scharping: „Das soll ein Hochleistungsstandort werden, wir wollen hier möglichst schon 2028 internationale Meisterschaften austragen.“
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Das soll ein Hochleistungsstandort werden, wir wollen hier möglichst schon 2028 internationale Meisterschaften austragen.
Seit der Grundsteinlegung durch Burmesters Vorgängerin Henriette Reker im vergangenen Mai ist es sichtlich vorangegangen auf der Baustelle. „Der Rohbau des Neubaus ist fertig“, sagte Jantje Witte, Planungskoordinatorin von Zech Hochbau. In dem neuen Gebäude sollen Räume für unter anderem Umkleiden, Physiotherapie, Büros und ein Hostelbetrieb untergebracht werden. Teile des alten Tribünen-Ovals stehen noch und können bleiben. Fundamente und Bodenplatte des Innenbereichs der Bahn fehlen, sie sollen bis November fertig werden. Deshalb der Matsch und die Gummistiefel.

So soll das neue Kölner Radstadion mal aussehen. Die Eröffnung ist für Juli 2027 geplant.
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Aktuell steht die Installation der Dachkonstruktion auf dem Programm der Bauarbeiter. Sie wird dem Kölner Radstadion am Ende sein charakteristisches Aussehen geben. Wingerath sprach bei der Grundsteinlegung von einem „neuen Wahrzeichen“ für Köln. Bis Mai soll das in zwei Richtungen geneigte Dach aufgebaut sein, es misst 110 mal 70 Meter. Es besteht aus einer imposanten Stahlkonstruktion in Weiß, die mit Trapezblechen, einer Dämmung und einer Dachhaut aus weißer Folie abgedeckt werden soll.
Torsten Burmester freuen die Fortschritte auf der Baustelle vor allem im Zusammenhang mit der Kölner Olympiabewerbung. Am Montag will er zusammen mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in der Lanxess-Arena den Startschuss für eine Olympia-Offensive im Vorfeld des Ratsbürgerentscheids am 19. April geben. Da passt es gut, dass Köln als „Leading City“ der Rhein-Ruhr-Bewerbung bald eine Muster-Sportstätte in einer deutschen Erfolgssportart vorweisen kann. „Ohne das Radstadion würde man Olympia nicht bekommen können“, sagte Scharping – ließ sich aber nicht dazu hinreißen, seinen Favoriten für eine deutsche Olympiabewerbung preiszugeben. Neben Köln/Rhein-Ruhr bewerben sich noch Berlin, Hamburg und München.
Das alte Albert-Richter-Stadion wurde 1996 errichtet, 2021 drehten Radsportler dort zum letzten Mal vor dem Teilabriss ihre Runden. Die neue Bahn sollte eigentlich schon 2024 stehen, doch die Arbeiten verzögerten sich. Das trifft auch die Zweitliga-Basketballer der Rheinstars und die Zweitliga-Volleyballerinnen von DSHS Snowtrex, die in der neuen Multifunktionshalle eine neue Spielstätte finden sollen. Die Volleyballerinnen könnten erst dann in die Erste Liga aufsteigen – obwohl sie dazu sportlich längst in der Lage gewesen wären.

