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Geißbockheim-Ausbau
Entscheidung könnte sich deutlich verzögern

Das Geißbockheim im Äußeren Grüngürtel

Das Geißbockheim im Äußeren Grüngürtel

Köln – Die Entscheidung, ob der 1. FC Köln sein Trainingsgelände im Grüngürtel ausbauen darf, fällt möglicherweise erst in der nächsten Wahlperiode des Stadtrates. Als frühester Termin käme in dem Fall der Dezember 2020 infrage. Dieser Ablauf könnte sich aus dem Zeitplan ergeben, den Baudezernent Markus Greitemann (CDU) am Donnerstag in einem Pressegespräch bekanntgab. Die Verwaltung werde dem Stadtrat ihre Beschlussvorlage im zweiten Quartal 2020 vorlegen, kündigte Greitemann an. Ursprünglich sollte das Votum Ende 2019 erfolgen.

Die politische Beratung erfordert mindestens vier Termine. Als erstes befasst sich der Ratsausschuss für Stadtentwicklung mit dem Thema, danach die Bezirksvertretung Lindenthal, bevor der Ausschuss für Stadtentwicklung ein zweites Mal an der Reihe ist und seine Empfehlung an die Ratsfraktionen ausspricht. Daraufhin trifft der Stadtrat die Entscheidung über den Bebauungsplan mit dem eher technischen Titel „Erweiterung Rhein-Energie-Sportpark in Köln-Sülz“.

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Als einziger Sitzungstermin des Rates vor der Sommerpause kommt der 18. Juni in Betracht. Wegen des sich über mehrere Wochen hinziehenden Vorlaufs müsste Greitemann die Beschlussvorlage dafür bereits Ende April einbringen. Sollten die Unterlagen erst später an die Politik gehen, steht zwar nach den Sommerferien noch eine weitere Ratssitzung auf dem Programm. Die ist allerdings für den 10. September angesetzt – und damit drei Tage vor der Kommunalwahl. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Rat zu dem Zeitpunkt noch weitreichende, umstrittene Beschlüsse fasst.

FC beauftragt Gutachter

„Die großen Entscheidungen müssen vor der Sommerpause getroffen werden“, sagte der Vorsitzende des Planungsausschusses, Niklas Kienitz (CDU). Grünen-Geschäftsführer Lino Hammer hält es für „unwahrscheinlich, dass nur drei Tage vor der Wahl eine so wichtige Frage entschieden wird“. Der neue Stadtrat hat seine erste Arbeitssitzung am 10. Dezember 2020. Möglicherweise bekommt der FC erst dann die Genehmigung, seine Anlage um drei Fußballplätze auf einer benachbarten Wiese zu erweitern.

In den kommenden Monaten werde die Verwaltung erst einmal damit beschäftigt sein, die von Bürgern geäußerten Anregungen und Bedenken zu der Planung des 1. FC Köln zu bewerten, sagte Greitemann. Genau 7145 schriftliche Stellungnahmen seien eingegangen, teilte der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes, Hans-Martin Wolff, mit – für Köln ein Rekord.

Kritiker in der Überzahl

Erfahrungsgemäß sind Kritiker bei solchen Beteiligungsverfahren in der Überzahl. Der Aufruf des FC an seine Fans, ebenfalls die Gelegenheit zu nutzen, zeigte gleichwohl Wirkung. Es gebe auch eine erhebliche Zahl an positiven Stellungnahmen, hieß es in der Verwaltung.

An der Auswertung der Eingaben sind nicht nur städtische Mitarbeiter beteiligt. Externe Gutachter, Architekten und Juristen unterstützen das Planungsamt. Einige davon hat der Fußball-Klub als Investor selber beauftragt. Es sei nicht ungewöhnlich, dass eine Kommune externe Fachleute an dem Erstellen von Bebauungsplänen beteiligt, sagte Amtschefin Eva Herr. Entscheidend sei, dass „die abschließende Verantwortung“ für die Bearbeitung der Stellungnahmen bei der Stadtverwaltung bleibe.

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