Die Gesamtschule Holweide erwartet rund 2000 Teilnehmer bei Demonstration durch Köln. Schüler und Lehrkräfte kritisieren Kürzungen bei Therapien, Schülerbeförderung und weiteren Unterstützungsangeboten.
„Hilfen streichen – Zukunft gefährden“Holweider Schüler gehen für Inklusion auf die Straße

Im Vorfeld einer Sitzung des Schulausschuss demonstrieren Lehrende, Kinder und Eltern für inklusive Bildung. Bei den Aktionen waren auch immer wieder Lehrkräfte und Schüler der Gesamtschule Holweide dabei.
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Auf der Deutzer Brücke dürfte es am Montag, 21. September, ungewöhnlich voll werden: Die Gesamtschule Holweide ruft zu einer Demonstration für den Erhalt inklusiver Bildungsangebote auf. Rund 2000 Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und weitere Unterstützer werden nach Angaben der Organisierenden erwartet. Der Demonstrationszug soll vom Bahnhof Messe/Deutz über die Deutzer Brücke bis zum Heumarkt führen.
Mit der Aktion will die Schule auf verschiedene Missstände aufmerksam machen. Nach Angaben von Lehrerin Britta Klostermann fehlten der Schule seit geraumer Zeit zwei Therapeutenstellen und zwei Stellen in der Bibliothek, die seitdem nicht wiederbesetzt worden seien. Zudem habe die Stadt der Schule kurzfristig mitgeteilt, dass fünf Stellen, die im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdis) und des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) mit jungen Leuten hätten besetzt werden sollen, nicht finanziert würden. Bufdis und FSJler unterstützen Kinder mit Förderbedarf beispielsweise im Unterricht.
Es trifft genau die Eltern, die ohnehin schon stark belastet sind
Überdies werde es für Eltern immer schwieriger, Bewilligungen für ihre förderbedürftigen Kinder für Schulfahrten zu erhalten. „Ich glaube, dass niemand in der Schule eine volle Bewilligung hat“, sagt Klostermann. Vor einigen Jahren seien immerhin etwa zehn Prozent der Kinder mit Förderbedarf von der Stadt gefahren worden. All dies führe dazu, dass sich Eltern immer öfter für Förderschulen anstatt für den inklusiven Unterricht in Regelschulen entscheiden würden – und die Inklusion ausgehebelt werde. „Es trifft genau die Eltern, die ohnehin schon stark belastet sind.“ Laut des kommissarischen stellvertretenden Schulleiters, Matthias Braunisch, soll es am 7. Oktober ein Gespräch mit der Stadt geben. „Wir rechnen aber nicht damit, dass da etwas Positives herauskommt.“
„Inklusion klingt super – aber schöne Worte allein bringen kein Kind weiter“, sagt Sabine Scuzzarello, Mutter von zwei Kindern, die die Gesamtschule Holweide besuchen. Wenn Therapien gestrichen und Unterstützungsangebote gekürzt würden, werde Inklusion schnell zu einem Etikett. Aus ihrer Sicht gehe es dabei um mehr als um einzelne Angebote: „Am Ende werden nicht nur Kindern mit Förderbedarf Bildungschancen genommen, sondern unserer gesamten Gesellschaft.“
Die Demonstration soll um 12 Uhr am Bahnhof Messe/Deutz beginnen. Von dort ziehen die Teilnehmenden über die Deutzer Brücke zum Heumarkt. Für etwa 13 Uhr ist dort eine Kundgebung mit mehreren Redebeiträgen und weiteren Aktionen geplant. Neben der Schulgemeinschaft sind auch andere Schulen, Eltern, Verbände und interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen.
