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Hooligan-Angriff in Köln-BocklemündErste Anklagen nach Überfall auf Berliner Fanbus

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Die Polizei kontrollierte auch Autos von gewaltbereiten Personen nach dem Angriff auf einen Berlin-Union-Fanbus und stellte sechs davon sicher.

Köln-Bocklemünd – Monatelang hat eine eigens gegründete Ermittlungsgruppe der Polizei versucht, den brutalen Überfall von Kölner Hooligans auf einen Fanbus von Union Berlin in Bocklemünd vor neun Monaten aufzuklären. Jetzt sind die ersten Anklagen fertig. Die Vorwürfe lauten: Landfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

Verfahren gegen 35 Männer

„Wir führen insgesamt zwölf Verfahren gegen 35 Beschuldigte", berichtet Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn. Die ersten vier Verfahren seien nun abgeschlossen: Sieben Männer müssen sich demnächst vor Gericht verantworten, zwei von ihnen als Heranwachsende vor einem Jugendgericht. Die Termine stehen noch nicht fest.

Die Tat am 13. August, kurz  nach Schlusspfiff des ersten Saison-Heimspiels des 1. FC Köln gegen Union Berlin, hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Kölns Polizeipräsident Uwe Jacob sprach von „blankem Hass“ der Täter. Es sei ein Wunder dass niemand verletzt worden sei. Hinweise darauf, dass sich beide Lager an jenem Abend zu einer Schlägerei verabredet haben könnten, ließen sich nicht finden, sagt Willuhn. „Das war eher ein Überraschungsangriff der Kölner auf die Berliner. Wäre die Polizei nicht so schnell da gewesen, wäre das wohl weitaus schlimmer ausgegangen.“

Die etwa hundert Kölner sollen im Dunkeln nahe der Auffahrt zur A 1 auf zwei Berliner Fanbusse gewartet haben. Während der vordere auf die Autobahn gefahren sei, hätte der hintere bremsen müssen und sei sofort mit Steinen beworfen worden. Einige Angreifer seien mit Teleskopschlagstöcken bewaffnet gewesen, hätten Mundschutz und Sturmhauben getragen. Dass der Bus von 40 Bereitschaftspolizisten begleitet wurde, störte die Täter nicht. Den Beamten gelang es, eine Massenschlägerei zu verhindern.

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Bei ihrer Flucht seien vier der sieben nun angeklagten Kölner mit ihrem Auto „bewusst und vorsätzlich“ auf Polizisten zugefahren, sagte Willuhn. Die drei anderen sollen sich am Sturm auf den Bus beteiligt haben. Einer der Angeklagten, ein 24 Jahre alter Student der Medizintechnik, saß einige Tage wegen Fluchtgefahr in U-Haft.