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Feiern an KarnevalKölner Türsteher warnt vor zunehmendem Problem und gibt Tipps

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Der Kölner Türsteher Ramon Ademes

Der Kölner Türsteher Ramon Ademes

Ramon Ademes, ein bekannter Kölner Türsteher, gibt Ratschläge für die Karnevalstage und spricht eine Warnung aus.

Ramon Ademes, der als Deutschlands bekanntester Türsteher gilt, verfügt über umfassende Kenntnisse der Kölner Kneipen- und Clubszene.

Der 57-Jährige wird mit seinem Sicherheitsunternehmen auch während der Karnevalstage im Einsatz sein, beispielsweise an den Eingängen der Stadthalle in Mülheim sowie des Tanzbrunnens.

Ratschläge für Karnevalisten: Wann ist die beste Zeit zum Anstellen?

Für viele Feiernde hat Ademes Express.de die wichtigsten Fragen zum Warten in der Schlange beantwortet. Zugleich spricht er eine Warnung bezüglich eines gefährlichen Trends aus.

Zum richtigen Verhalten in der Warteschlange rät Ademes, sich ruhig und unauffällig zu verhalten. „Die meisten sind dann schon besoffen und fallen auf. Also am besten immer schön ruhig verhalten und ruhig in der Schlange stehen. Nicht so auffällig. Viele glauben, wenn sie angetrunken sind, sie hätten das noch im Griff, aber wir sind nüchtern und sehen das.“

Bestimmte Verkleidungen sind laut dem Türsteher problematisch. „SWAT, Araber, Polizei und FBI sind ganz ungern gesehen. 90 Prozent davon kommen nicht rein.“ Solche Kostümierungen würden oft zu aggressiv wirken. Unpraktisch sei zudem „der Sombrero mit einem Meter Durchmesser“.

Hinsichtlich der besten Zeit zum Anstellen empfiehlt Ademes, entweder frühzeitig oder erst am späten Nachmittag zu kommen. „Es gibt Kneipen, die machen um 10 Uhr auf, da stehen die Jecken schon um 8.30 Uhr vor der Tür.“ Zwischen 11.00 Uhr und 15.00 Uhr sei es durchgehend sehr voll. Das Wetter spiele ebenfalls eine Rolle: „Wenn es regnet, dann stehen alle früh vor der Tür.“

Von der Mitnahme von Taschen oder Rucksäcken rät er ab. „Am besten so was gar nicht mitbringen. Taschenkontrollen sind immer nervig.“

Zunehmendes Problem mit K.o.-Tropfen

Bestimmte Sprüche gegenüber dem Personal am Eingang seien ebenfalls nicht hilfreich. „Ich kenn' den Chef“ oder „XYZ schickt mich“ seien Standardaussagen, die bei ihm jedoch „nicht funktionieren“.

Ein zunehmendes Problem stellen K.o.-Tropfen dar. „Das Thema wird immer schlimmer. Ich hatte letztes Jahr auf einer Karnevalsveranstaltung acht Fälle! Wirklich erschreckend.“ Ademes berichtet von Gerüchten, wonach Täter Wetten darüber abschließen, wer als erstes das Bewusstsein verliert. „Ob das stimmt, weiß ich nicht. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen Täter kriminelle Dinge im Schilde führen.“

Zum Schutz gibt es in Drogeriemärkten sogenannte Drink-Check-Armbänder, mit denen Getränke überprüft werden können. Ein kleiner Tropfen genügt, um eine Verfärbung bei Vorhandensein von K.o.-Tropfen zu bewirken. Ähnliche Produkte sind als Nagellack erhältlich, bei dem ein kurzes Eintauchen des Fingers in das Getränk ein Ergebnis liefert.

Ademes betont außerdem, wie wichtig es ist, keine Getränke von unbekannten Personen anzunehmen. „Auch wenn man schon eine Stunde zusammengestanden hat. Da sollte jeder Jeck vorsichtig sein. So einem, der das macht, sieht man das nicht an.“

Zur Person: Wer ist Ramon Ademes?

Als Kölner Original bekannt, sang Ramon Ademes als Chorknabe im Dom und machte eine Ausbildung zum Metzger. Seit er 18 Jahre alt ist, ist er als Türsteher und im Personenschutz tätig.

Gemeinsam mit Eko Fresh veröffentlichte er das Lied „Echt Kölsche Kraat“, das ihm am Ballermann zu Bekanntheit verhalf. Eine Nebenrolle als Koch in der Seifenoper „Unter uns“ hat Ademes seit 2013 inne. (red)