Christoph Kuckelkorn initiierte die Karnevalssitzung im Jahr 2012. Unter den Teilnehmenden war auch NRW-Justizminister Benjamin Limbach.
Kuckelkorn verabschiedetBläck Fööss und NRW-Justizminister bei Karnevalssitzung in der JVA Ossendorf

JVA-Chefin Angela Wotzlaw dankte auf der Bühne dem sichtlich gerührten Festkomitee-Präsidenten für sein Engagement.
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Viele bedauern, dass Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, zum Ende der Session sein Amt niederlegt. Zu ihnen gehören die Frauen, die ihn am Mittwoch (11. Februar) bei der traditionellen Karnevalssitzung in der JVA Ossendorf mit Jubel und Beifall verabschiedeten. In den Sitzreihen des mit Luftballons dekorierten Kinosaals hielten sie Papierblätter hoch, auf denen „Herzlichen Dank!“ stand.
Kuckelkorn ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Sitzung, die 2002 aus der Taufe gehoben wurde und zunächst keine feste Institution war, seit 2012 jedes Jahr im Kölner Gefängnis stattfindet, stets am Mittwoch vor Weiberfastnacht. Das Festkomitee übernimmt in Kooperation mit der Anstaltsleitung die Organisation, zudem spendiert es Kostüme.

Die JVA Köln-Ossendorf veranstaltet ihre traditionelle Karnevalssitzung für weibliche Inhaftierte.
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JVA-Chefin Angela Wotzlaw, verkleidet mit einem rot-weißen Ringelkleid und zwei roten Doppelhörnchen auf dem Kopf, dankte auf der Bühne dem sichtlich gerührten Festkomitee-Präsidenten für sein Engagement. Jedes Jahr sei die Vorfreude auf die „Mädchensitzung“ unter den weiblichen Inhaftierten groß. Viele von ihnen tanzten, sangen mit und lagen sich in den Armen.
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Limbach: Karnevalssitzung im Gefängnis ist Teil der Resozialisierung
Zahlreiche hochrangige Vertreter der Justiz waren zu Gast, darunter Stephan Neuheuser, Leiter der Kölner Staatsanwaltschaft, Bernd Scheiff, Präsident des hiesigen Oberlandesgerichts – und allen voran NRW-Justizminister Benjamin Limbach, kostümiert als Kung-Fu-Kämpfer. „Das Angebot, an einer Karnevalssitzung teilnehmen zu können, ist Teil der Resozialisierung“, sagte er. Den weiblichen Gefangenen werde signalisiert, dass die „Gesellschaft sie nicht vergessen“ habe.

An der Karnevalssitzung der JVA nahmen etwa 100 weibliche Inhaftierte teil.
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Von den rund 180 inhaftierten Frauen der JVA konnten gut 100 auf Anfrage teilnehmen. Voraussetzung für einen positiven Bescheid war, dass „sie sich benommen haben und an sich arbeiten“, sagte Wotzlaw am Rande der Veranstaltung. Die Sitzung gebe den Frauen viel; nebenbei könnten sie erleben, wie es sei, ohne Alkohol zu feiern und fröhlich zu sein.
„Alaaf – Mer dun et för Kölle!“: Sessionsmotto wird gewürdigt
Es gehe darum, den Inhaftierten etwas Kultur zu geben in Vorbereitung auf die Zeit nach der Haft, sagte Kuckelkorn. Er sprach von einem „tollen Projekt“, das ihm sehr am Herzen liege und seinesgleichen suche. Karnevalsbands müsse man nicht zweimal fragen, ob sie sich im Sinne des Ehrenamts, das mit dem aktuellen Sessionsmotto gewürdigt wird, beteiligen wollten; es lautet „Alaaf – Mer dun et för Kölle!“
Zum Auftakt spielten die Bläck Fööss, die nur mit Zugabe – „Bye Bye, my Love“ – von der Bühne kamen. Es folgten unter anderen Kempes Feinest, die Boore, die Domstürmer und Scharmöör. Auch das Dreigestirn samt Gefolge gab sich die Ehre. An die „leev Mädels“ gewandt, sagte Prinz Niklas I.: „Wir sind ein Dreigestirn für alle Kölner Jecke, nicht nur in den großen Sälen, sondern auch in der JVA.“

