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Karneval in KölnSo feiern die Jecken am Tanzbrunnen

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Nach dem Countdown am 11.11. zünden die Konfetti-Kanonen im Tanzbrunnen, die Jecken jubeln.

Der 11.11. um 11.11 Uhr: Nach dem Countdown zünden die Konfetti-Kanonen.

Endlich wieder Fasteloovend – ohne Corona-Beschränkungen. 12.500 Jecken feierten den Sessionsauftakt am Kölner Tanzbrunnen.

3, 2, 1... „Oh, wie ist das schön“ singen und jubeln die Jecken um Punkt 11.11 Uhr am Kölner Tanzbrunnen. Etwas asynchron knallen dazu die Konfettikanonen. Die Session 2022/23 ist auch auf der Schäl Sick eröffnet. Direkt darauf folgen aber erst einmal ruhige Töne: Norbert Conrads besingt den Karneval mit pompöser Musik und einer Opernversion von „Ich möch zo Foß noh Kölle jon“. Die Jecken schunkeln andächtig.

Zwischendurch gibt es am Freitagmorgen Probleme mit der Musik. Ein wirkliches Problem für die Jecken ist das aber nicht: Sie singen einfach a capella weiter und feiern den Auftritt des Tanzcorps Fidele Sandhasen trotzdem.

Endlich wieder Karneval – darüber herrscht einhellige Freude am Tanzbrunnen in Deutz. Die „Grosse von 1823“ feiert hier die Sessionseröffnung – mit dabei unter anderem Kasalla, Brings, Höhner, Bläck Fööss und viele mehr. Es ist die erste Garde der kölschen Bands, die hier auftritt – in entspannter, friedlicher Atmosphäre. Die wissen vor allem Familien zu schätzen.

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Doris und ihr Mann Sascha sind mit ihren kleinen Kindern Lena (drei Jahre, Spiderman) und Juna (acht Monate, Kürbis) hierhergekommen, weil es in der Innenstadt viel zu voll wird. „Wir haben spontan noch Karten gekauft“, sagt Doris, die mit der Familie in der Südstadt wohnt. Mit dabei sind auch Willi und seine Tochter Lilli (fünf Jahre – „fünfeinhalb, da würde sie drauf bestehen“) – ja, sie heißen wirklich so.

Ist zu Beginn um 9.10 Uhr beim Auftritt der „Swinging Funfares“ noch viel freie Fläche und keine Schlange vor dem Einlass, ist es nach etwas mehr als einer Stunde schon deutlich voller – und die Menschen stehen bis auf Höhe der RTL-Gebäude vor den Toren des Tanzbrunnens an, um aufs Gelände zu gelangen. 12.500 Feierlustige hatten Karten gekauft oder noch aus dem Vor-Vorjahr übrig. Ausverkauft. Man hört die Menschen schon von Weitem Cat Ballous „Et jitt kei Wood“ mitsingen. Es ist voll, und auch hier hat der ein oder andere ganz offensichtlich schon ein Kölsch zu viel getrunken, aber es ist friedlich – viele Jecken schieben  Kinderwagen durch die Mengen.

Sessionsauftakt im Kölner Tanzbrunnen: „Besser konnte es nicht laufen“

Für die gute Stimmung in Deutz nimmt manch einer auch eine weitere Anfahrt auf sich: Panda und Huub aus den Niederlanden kommen seit 30 Jahren nach Köln, um Karneval zu feiern. „Immer hier am Tanzbrunnen oder drüben in der Innenstadt“, sagt Panda, der wie sein Kumpel ein aufwändiges Tigerkostüm trägt. „Wir freuen uns, nachdem es zwei Jahre nicht so richtig ging, jetzt wieder zu feiern und Kölsch zu trinken.“

Glückliche Gäste, glückliche Gastgeber: „Besser konnte es gar nicht laufen“, sagt ein Sprecher der Grossen von 1823, die den Sessionsauftakt am Tanzbrunnen veranstaltet. „Petrus spielt mit, wir haben wunderbares Wetter, die Stimmung ist ausgelassen. Wir sind sehr zufrieden mit dem ausverkauften Haus.“

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