Die Reise nach Bayern verstehen die Roten Funken als Kulturauftrag. Nach dem Besuch der Zugspitze wartete das Oktoberfest auf die Kölner Jecken.
Historischer Besuch auf der ZugspitzeRote Funken bringen Brauchtumswelten zusammen

Die Roten Funken posieren am Samstag, 19. September, auf der Zugspitze.
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Auf 2.959 Metern steht ein Tanzpaar in roter Uniform, der Musikzug spielt. Unten, viele hundert Kilometer nördlich, liegt Köln in einer anderen Welt. Es ist Januar 1955, Köln ist noch in Teilen zerstört– und ausgerechnet in dieser Zeit steigen die Roten Funken auf die Zugspitze, um auf der Sonnenterrasse des Schneefernerhauses den Kölner Karneval zu präsentieren. 71 Jahre später steht das älteste Traditionskorps der Stadt erneut auf dem höchsten Berg Deutschlands. Diesmal bringt es gleich zwei Brauchtumswelten zusammen.
Die Roten Funken haben am Samstag (19. September) nicht nur ihre historische Fahrt auf die Zugspitze wiederholt: Am Tag darauf nahmen sie erstmals auch am Trachten- und Schützenzug des Oktoberfests teil.

Rote Funken waren erstmals 1955 auf der Zugspitze.
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Für die Funken ist die Reise ein Kulturauftrag, wie Vizepräsident Boris Müller betont. Oktoberfest wie Kölner Karneval repräsentierten weltweit deutsches Brauchtum, so Müller, der sich nach dem Zugspitzen-Besuch begeistert zeigte: „Das war heute ein ganz besonderer Tag für uns Rote Funken. Mit so vielen Funken gemeinsam auf der Zugspitze zu stehen, dieser herzliche Empfang und diese unglaubliche Kulisse – das war schon etwas ganz Besonderes. Vor allem aber spürt man, was unsere Gemeinschaft ausmacht: kölsches Hätz, Freundschaft und jede Menge Spaß.“
Die Reiselust hat Tradition
Funken-Präsident Dirk Wißmann sagte: „Wir sind hier in Bayern unglaublich herzlich aufgenommen worden. Die Stimmung innerhalb unserer Truppe ist großartig und die Zugspitze war ein echtes Highlight unserer Manöverfahrt.“
Ganz neu ist das Fernweh der Funken nicht. 1961 ging es zur New Yorker Steubenparade, später nach Brasilien, Shanghai, Japan, Kuba, Dubai und zuletzt Berlin. Doch die Reise 2026 hat einen besonderen historischen Kern.

Mariechen Steffi Schlechter machte 1955 auch auf Skiern eine gute Figur.
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Das gemeinsame Korpsfoto gilt als bewusste Antwort auf die historischen Aufnahmen von 1955, auf denen damals unter anderem Funkemariechen Steffi Schlechter mit ihrem Tanzoffizier G. Lorenz Strobl zu sehen waren.

Der Berg ruft: Die Funken vor dem Bergpanorama des Wettersteingebirges.
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Verbunden mit dem Zugspitzen-Besuch per Bergbahn war ein Empfang durch den Bürgermeister von Grainau. Stephan Märkl begrüßte die Jecken in dem Dorf, das am Fuße des Bergs liegt. Für den Sonntag stand dann ein weiterer Höhepunkt der Reise an: Die Roten Funken zogen in Uniform gemeinsam mit mehr als 9.000 Teilnehmenden von Trachtengruppen und Schützenvereinen in München vom Maximilianeum zur Theresienwiese.
Für die Kölner bedeutete das Oktoberfest eine ungewohnte Umstellung. „Im Gegensatz zum Rosenmontagszug haben wir kein Wurfmaterial, dürfen nicht ausscheren und nicht wibbeln“, erklärte Müller im Vorfeld. „Wir haben eine klare Marschordnung erhalten, in der bis zur Schrittgeschwindigkeit alles genau geregelt ist.“
Nach dem sieben Kilometer langen Zug zog die Kölner Delegation dann in privater Montur zur Einkehr ins Festzelt. Den Abschluss bildet am Montag ein Empfang in der bayerischen Staatskanzlei, bevor es zurück nach Köln geht.

