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150 aus 150Ludwig Sebus ist die Ikone des Kölner Karnevals

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Empfang bei Oberbürgermeisterin Henriette Reker zum 99. Geburtstags von Ludwig Sebus im Historischen Rathaus in Köln

Ludwig Sebus 2024 im Historischen Rathaus beim Empfang von Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu seinem 99. Geburtstag.

Mit seinen über 250 Liedern trifft er die kölsche Seele wie kaum ein anderer. Seinen ersten Auftritt als Sänger absolvierte er 1953 bei den Roten Funken.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 27. Teil der Serie geht es um den Komponisten, Krätzchensänger und Karnevalisten Ludwig Sebus.

Bedeutung

„Ludwig, Alaaf!“ – bei der Prinzenproklamation 2026 erhoben sich alle und feierten Ludwig Sebus, den Grandseigneur des Kölner Karnevals. Seine Karriere begann 1950 als Laienschauspieler im Altermarktspielkreis, kurz nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft. Dort war Sebus im Lager erstmals in einem Theaterstück aufgetreten. Seinen ersten Auftritt als Sänger absolvierte er 1953 bei den Roten Funken. 1955 landete der Komponist und Krätzchensänger mit „Jede Stein in Kölle eß e Stöck vun deer“ den Hit der Session.

Mit seinen über 250 meist emotionalen Liedern trifft er die kölsche Seele wie kaum ein anderer Solointerpret. Die „Ikone des Kölner Karnevals“ blieb immer bodenständig, pflegt bis heute seine zahllosen Freundschaften und nimmt junge wie alte Menschen für sich ein, auch mit Sprüchen wie: „Der Herrjott hätt uns en Jesech jeschenkt, ävver lache müsse mer selver.“

Autogrammkarte zur bundesweiten Vermarktung von Ludwig Sebus

Autogrammkarte von Ludwig Sebus.

Mehrfach trat Sebus bei Veranstaltungen für Demokratie und Menschenrechte, gegen Fremdenhass und Extremismus auf, bei denen er als Zeitzeuge über seine Erfahrungen als katholischer Jugendlicher in der NS-Zeit und als Soldat berichtete. In einer engagierten Rede zur 30-Jahr-Feier von „Arsch huh, Zäng ussenander“ 2022 in der Lanxess-Arena appellierte er an die Zuschauer, wachsam zu bleiben, um Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Zu seinem 100. Geburtstag ehrten Freunde ihn mit einer Matinee in der Philharmonie.


Ludwig Sebus

Geboren: 5. September 1925 in Köln


Wirken in Köln

Viele Jahre sang Sebus in Seniorenheimen oder in Behinderten-Wohnheimen sowie bei sonstigen Benefiz-Veranstaltungen.

Bemerkenswert

Der ausgebildete Industriekaufmann war neben seiner Karriere im Karneval erst beruflich als Vertreter für Landmaschinen und später in der Chemieindustrie tätig. Über 23 Jahre pflegte er seine Frau Lilo, mit der er 63 Jahre verheiratet war, nach gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Spuren in der Stadt

Anlässlich der Vollendung seines 100. Lebensjahres trug Sebus sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Seine Familie stiftete eine Bank in Deutz mit Blick auf „Et Rheinpanorama,“ wie ein Sebus-Hit aus 1971 hieß – mit dem bekannten Refrain „Luur ens vun Düx noh Kölle“. Seit 2020 gibt es den Plan, Sebus mit einem Brunnen zu ehren.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.