Nach siebenmonatigen Bauarbeiten ist der Tanzbrunnen mit einem mitreißenden Konzert von Cat Ballou wiedereröffnet worden.
„Sehr viel Endorphin in der Luft“12.000 Fans feiern mit Cat Ballou Eröffnung des Tanzbrunnens
Schöner hätte der Open-Air-Sommer wirklich nicht eingeleitet werden können. Traumhaftes Wetter, ein fantastisches Konzert und ein himmlisches Feuerwerk. Dieser Abend hat gezeigt: Köln kann’s doch.
„Wir geben den Kölnerinnen und Kölnern das schönste Open-Air-Gelände mindestens der Bundesrepublik zurück“, sagte Koelncongress-Geschäftsführer Ralf Nüsser am Samstagabend (9. Mai 2026) glücklich bei der Saisoneröffnung im Tanzbrunnen.
Tanzbrunnen: 12.500 Fans feiern Cat Ballou bei der Saisoneröffnung
Am Tag vor dem Konzert-Comeback waren die letzten Arbeiten erledigt worden. 16 Millionen Euro wurden in neue Schirme und eine neue Bühne investiert. Das Urteil war einhellig: „Ich bin euphorisch und beeindruckt. Tolle neue Schirme und tolle neue Bühne. Das ist für Köln ein guter weiterer Schritt“, sagte Lanxess-Arena-Chef Stefan Löcher.
Partymusiker Peter Wackel schaute mit Entertainer Ken Reise vorbei. „Wenn man mich schon mal aus dem Bierkönig rausholt, dann hat das einen guten Grund. Ich find’s fantastisch. Wir kennen die Bude ja schon ein bisschen länger. Aber auf einmal ist hier alles gülden und neu. Da wurde richtig chic was rausgehauen“, lautete das Urteil.
Größten Anteil an der fröhlichen Stimmung auf der Schäl Sick hatten vor allem die beiden Bands. King Loui begeisterte zunächst, ehe Cat Ballou mit einem über zweistündigen Auftritt die eigene Tour beendete. „Da kommen Frühlingsgefühle auf. Das hätte man sich nicht besser wünschen können“, schwärmte Frontmann Oli Niesen.

Mit einem Konfettiregen endete das Konzert von Cat Ballou auf dem neugestalteten Tanzbrunnen-Gelände.
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12.500 Fans waren gekommen und füllten das Gelände bis in den letzten Winkel. Da war es für viele schon schwer, einen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Dank LED-Wand konnte das Geschehen aber auch im hinteren Bereich noch verfolgt werden.
Koelncongress hatte so viele Getränkestände wie noch nie bei einem Konzert aufgebaut. Der Kölschpreis von 4,60 Euro für einen 0,3-Liter-Becher war jedoch schon stattlich. Außerdem kam es bei der Becherrückgabe nach dem Konzert zu nervenden Schlangen und Gedränge im Ausgangsbereich.

Die neue Leinwand im hinteren Bereich des Tanzbrunnens ermöglichte es, auch in diesem Bereich alles zu sehen, wie die Vorgruppe King Loui.
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Im VIP-Bereich neben der Bühne tummelten sich fast 1000 Gäste aus Politik, Stadtgesellschaft und vor allem Karneval. Von unzähligen Gesellschaften waren die Präsidenten gekommen. Es wurde noch bis tief in die Nacht gequatscht und gefeiert.
„Das ist sozusagen die Prinzenproklamation im Sommer, draußen im Garten“, sagte der neue Festkomitee-Präsident Lutz Schade. „Das Schönste: Man sieht alle Karnevalisten nach der Pause nach der Session endlich mal wieder. Ein Stelldichein mit fantastischen Gesprächen.“
Auch sein Vorgänger Christoph Kuckelkorn schaute erstmals seit seinem Rücktritt mal wieder bei einem Event vorbei. „Früher bin ich mit dem Gedanken zur Saisoneröffnung gegangen, dass ich hier zehn wichtige Dinge klären muss. Jetzt kann ich es einfach nur genießen“, sagte er.

Ex-Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn (l.) und seine Ehefrau Katia freuten sich, Karnevals-Legende Ludwig Sebus begrüßen zu können.
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Kuckelkorn freute sich besonders, Jahrhundert-Kölner Ludwig Sebus zu treffen. Und der Krätzchensänger sagte spaßhaft, dass er ja älter sei als die Tanzbrunnen-Bühne, die schon lange unter Denkmalschutz steht. „Die Denkmalpflege habe ich zu Beginn nicht immer verstanden“, gestand Gastgeber Nüsser. „Bei diesem Projekt benötigten wir Optimismus, aber es hat auf den Punkt funktioniert.“
Die fünf Musiker von Cat Ballou bewiesen eindrucksvoll, warum sie sich an der Spitze der kölschen Bands etabliert haben und es verdient hatten, zum insgesamt dritten Mal bei der Saisoneröffnung zu spielen. Es folgten Hit auf Hit wie „Mer fiere et Levve“, „Oh wie schön“, „Wir lieben das“, „Guter Stern“, „Gute Zeit“ und das frenetisch gefeierte „Eau de Cologne“.

Mo-Torres (r.) sang im Duett mit Oliver Niesen den Song „Liebe deine Stadt“.
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Bei einzelnen Songs kamen auch Gäste mit auf die Bühne. Dennis Dies Das sang „Alle zusamm“, Makeda Michalke „Letzter Bus“. Wilhelmine war für „Deine Stadt“ angereist, die Veedelperlen feierten bei „Et jitt kei Wood“ und „Kumm loss uns fiere“ mit. Höhepunkt war schließlich das Duett von Mo-Torres und den „Katzen“ bei „Liebe deine Stadt“.
Cat Ballou spielt Song für verstorbenen Schlagzeuger Michael „Michi“ Kraus
„1999 hatten wir unseren ersten Auftritt. Wir hätten nie gedacht, mal hier zu stehen“, sagte Frontmann Niesen bewegt. Großen Anteil daran hatte auch Schlagzeuger Michael „Michi“ Kraus, der im vergangenen Jahr im Alter von nur 39 Jahren gestorben war. Ihm widmete die Band „Morjens öm 4“ – es war das letzte Lied, das Kraus zusammen mit seinen alten Freunden auf der Bühne gesungen hatte. Die Musiker kämpften mit den Tränen und hatten große Mühe, den Song zu Ende zu singen.

Als Cat Ballou das Konzert mit dem Song „Morjens öm 4“ beendeten, den sie ihrem verstorbenen Freund „Michi“ Kraus widmeten, kämpften die Musiker mit den Tränen.
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Nachdem sich Niesen wieder gesammelt hatte, blickte er im Gespräch auf einen perfekten Abend zurück. „Es war ein sehr besonderer Abend. Die neue Bühne eröffnen zu dürfen, war eine Riesen-Ehre. Das hätten wir uns nicht schöner ausmalen können. Die Leute waren so gut drauf, es war sehr viel Endorphin in der Luft. Ich bin beseelt.“
Die nun deutlich breitere Bühne forderte auch Kondition beim Sänger. „Ich bin ein bisschen gelaufen. Dabei tut mein Knie schon seit Fastelovend weh. Ich finde es geil, auf der Bühne etwas mehr Platz zu haben.“ In diesem Jahr wird sich die Band, abgesehen von einigen Festivalauftritten, etwas rarer machen, um an neuen Songs und der Weiterentwicklung der Musik zu arbeiten.
Ein anderer kann es hingegen kaum erwarten, im neuen Tanzbrunnen für Stimmung zu sorgen. Entertainer Linus schaute sich das Ergebnis der Modernisierung ebenfalls begeistert an.
„Der Sound ist geil, die ganze Bühne ist supergeil. Ich freue mich jetzt schon mit so einer Erpelhaut auf das, was hier am 11. September los ist.“ Dann steigt nämlich wieder Linus’ Talentprobe. Und die kann in diesem Ambiente nur ein Knaller werden.
