Ende von Erfolgsserie„Ernster und düsterer“ – „Babylon Berlin“ feiert NRW-Premiere in Köln

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Schauspielerin Liv Lisa Fries und Schauspieler Volker Bruch bei der NRW-Premiere im Open Air Kino im Rheinauhafen.

Schauspielerin Liv Lisa Fries und Schauspieler Volker Bruch bei der NRW-Premiere im Open Air Kino im Rheinauhafen.

Liv Lisa Fries, Volker Bruch und Tom Tykwer sprechen im Open-Air-Kino über Abschiedsschmerz, alte Anzüge und Köln-Liebe.

Eine Liebeserklärung an Köln, das ist aus Sicht des Schauspielers Volker Bruch Episode vier der letzten Staffel „Babylon Berlin“. Sie spielt in Köln, genauer: am Eigelstein. Noch genauer: in der Straße Im Stavenhof, im „Anno Pief“, das für den Dreh zum „Brauhaus Pänz“ wurde, und im „Em Kölsche Boor“. „Wir haben wirklich das Brauhaus auf den Kopf gestellt, es war richtig lustig“, sagt Bruch am Freitagabend bei der Premiere im Open-Air-Kino im Rheinauhafen.

Regisseur Tom Tykwer bei der NRW-Premiere im Rheinauhafen.

Regisseur Tom Tykwer bei der NRW-Premiere im Rheinauhafen.

Einmal mehr wurde er für die finale Staffel der Erfolgsserie, die mittlerweile in 140 Länder verkauft wurde, zu Kommissar Gereon Rath. Liv Lisa Fries spielt erneut Ermittlerin Charlotte Ritter, und auch sie kam am Freitagabend nach Köln, gemeinsam mit den Regisseuren Tom Tykwer und Achim von Borries, dem Schauspieler Peter Jordan und Max Raabe, der die Musik zur Serie lieferte.

„Babylon Berlin“: Staffel fünf spielt 1933

Ebenfalls vor Ort: Medienminister Nathanael Liminski („Babylon Berlin ist ein Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man klotzt und nicht nur kleckert“) und Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, die die Serie von Staffel eins an unterstützte.

Der Regen konnte die echten Fans nicht erschüttern, sie blieben eisern sitzen.

Der Regen konnte die echten Fans nicht erschüttern, sie blieben eisern sitzen.

Eben diese Staffel eins spielt im Berlin des Jahres 1929, in Staffel fünf befinden wir uns in den Schicksalswochen zwischen dem 30. Januar und dem 23. März 1933, zwischen Hitlers Ernennung zum Reichskanzler und dem Reichstagsbrand.

Sänger Max Raabe, Schauspielerin Liv Lisa Fries und Schauspieler Volker Bruch in Köln.

Sänger Max Raabe, Schauspielerin Liv Lisa Fries und Schauspieler Volker Bruch in Köln.

Viele Besucher im Open-Air-Kino kamen stilgerecht in Kleidung, die an die 20er- und 30er-Jahre erinnerte. Auch von den 200 Komparsen, die in Köln mit echten, handgefertigten Kostümen ausgestattet worden waren, waren einige vor Ort. Von den ersten herbstlichen Temperaturen und dem Regen, der immer wieder fiel, ließen sich die wenigsten schocken.

„Die Schaulustigen sind weg, jetzt ist hier echt nur noch der harte Kern“, kommentierte Bruch. Sie machten Selfies mit den beiden Hauptdarstellern – und schauten dann gemeinsam die ersten vier von acht Folgen der finalen Staffel.

Anzug als Erinnerung im Schrank

Der Abschied von der Figur, mit der sie so lange verbunden war, beschäftigt Fries: „Ich glaube, ich werde wahrscheinlich selber noch in den nächsten Jahren bemerken, wie doll mir Charlotte Ritter fehlen wird.“

Gereon Rath in der kölschen Heimat: Szene aus Folge vier der neuen Staffel Babylon Berlin

Bruch sagte, Gereon Rath sei ja „quasi unveränderbar in diesen Film gebannt, und insofern kann man ihn auch immer mal wieder besuchen, wenn man ihn vermisst“. Den Anzug, den seine Figur in der Serie so oft trägt, hat Bruch mit nach Hause genommen, er hängt eingeschweißt im Schrank, als Erinnerung an die vergangenen zehn Jahre. Wird er ihn jemals wieder anziehen? Bruch lächelt, nein, eher nicht, bei welchem Anlass sollte das eine gute Idee sein?

Auf die politische Situation der letzten Staffel angesprochen, sagt Liv Lisa Fries: „Der Tanz auf dem Vulkan ist nicht mehr der Tanz auf dem Vulkan – es ist eigentlich nur noch der Vulkan. Es wird sehr viel ernster und sehr viel düsterer.“ Im Gespräch des fantastisch improvisierenden Peter Jordan mit Liminski und Nakschbandi ist genau das dann auch Thema: Geschichte wiederhole sich nicht, aber Analogien gebe es schon, so Jordan. Und er mahnt: „Wehret den Anfängen.“

Als alles anfing, vor über zehn Jahren, habe man sich bewusst dagegen entschieden, Rath Kölsch sprechen zu lassen: „Das wäre Quatsch gewesen“, sagt Bruch. Aber es steckte doch eine Menge Köln in dem Kommissar mit den Kriegstraumata, es zog ihn schließlich auch immer wieder zurück in seine rheinische Heimat. „Ich habe Köln über die Drehjahre echt lieben gelernt.“


„Babylon Berlin“ ist bereits in der ARD-Mediathek verfügbar. Im Ersten laufen die ersten vier Folgen am Samstag, 19. September, ab 20.15 Uhr, die anderen vier am Freitag, 25. September, ab 22.20 Uhr.