Götterkinder, Monster, Prinzessinnen, Todesgeister: Die Gamescom-Besucher machen die Stadt bunter. Wir haben uns nach fantasievollen Kostümen umgeschaut – und nach den Geschichten dahinter gefragt.
„Meine erste Rüstung“Idee, Aufwand, Kosten – Gamescom-Besucher erklären ihre Kostüme
Die Kölner Messehallen sind in dieser Woche das Zentrum der Gaming-Szene. Rund 350.000 Fans zieht es zur Gamescom an den Rhein, darunter auch zahlreiche verkleidete Menschen. Wir sind auf die Suche gegangen nach besonderen Kostümen und den Entstehungsgeschichten.

Philipp aus Stuttgart
Copyright: Ida Baggen
Philipp, 28 Jahre, aus Stuttgart: „Ich war schon mehr als zehn Mal auf der Gamescom. Mein Kostüm stellt die Rüstung des Monsters Zinogre aus dem Spiel ‚Monster Hunter‘ dar. Das ist mein absolutes Lieblingsmonster, seit meiner Kindheit bin ich Fan. Das Kostüm ist mittlerweile schon sechs Jahre alt, ich habe etwa drei Monate dafür gebraucht. Das war damals die erste Rüstung, die ich gebaut habe, deshalb musste ich viel Recherchearbeit betreiben. Nach jeder Convention verändere ich aber hier und da noch etwas. Für die Gamescom habe ich zum Beispiel die Farben aufgebessert, die LEDs neu gemacht und einen Lichtverlaufeffekt eingebaut. Wie viel ich für das Kostüm ausgegeben habe, ist schwierig zu sagen. Es müssten etwa 500 bis 700 Euro sein.“

Niki Moor aus Oldenburg
Copyright: Ida Baggen
Niki Moor, 23 Jahre, aus Oldenburg: „Ich bin ein Spielcharakter aus dem Spiel ‚League of Legends‘, Irelia heißt sie. Sie ist ein sogenannter ‚Spirit Glossom Skin‘ (Anm. d. Red.: durchscheinend, fluoreszierend). Das ist der Charakter, den ich in dem Spiel selbst am meisten spiele. Ich mag, wie sie aussieht, und habe mich deshalb dafür entschieden. Die Klingen habe ich selbst gemacht, den Kopfschmuck auch. Der Rest des Outfits ist gekauft, aber ein bisschen überarbeitet. Gekostet hat alles zusammen etwa 300 bis 350 Euro und ich habe ungefähr zweieinhalb Monate Arbeit reingesteckt. Heute bin ich zum dritten Mal auf der Gamescom.“

Fiebie Schmitz, 31 Jahre, aus Frankfurt
Copyright: Ida Baggen
Fiebie Schmitz, 31 Jahre, aus Frankfurt: „Ich bin heute als Banshee, eine Tote aus dem Spiel ‚Infinity Nikki‘, unterwegs. Es ist alles selbst gemacht, bis auf die Strumpfhose und die Schuhe. Ich habe mich für diese Figur entschieden, weil das Design einfach sehr aufwendig ist. Deshalb war es für mich eine Herausforderung, dieses Kostüm in die Realität umzusetzen. Gebraucht habe ich circa drei Monate dafür. Ich habe mir erst Screenshots aus dem Spiel gemacht, um alle Details zu erkennen. Dann habe ich mir Schnittmuster für das Oberteil und die Korsage erstellt und einfach drauflos genäht. Die Materialkosten: etwa 600 bis 700 Euro. Mit Arbeitszeit liegt der Wert des Kostüms locker im vierstelligen Bereich.“

Elea Jorewitz, 20 Jahre, aus Gladbeck
Copyright: Ida Baggen
Elea Jorewitz, 20 Jahre, aus Gladbeck: „Ich bin heute Zelda aus dem Videospiel ‚The Legend of Zelda: A Link Between Worlds‘. Man sieht sie auch in dem Spiel ‚Super Smash Bros‘. Das Kostüm habe ich zwar gekauft, aber secondhand auf Ebay. Mit der Perücke zusammen hat es mich 150 Euro gekostet. Ich mache aber auch andere Kostüme selbst. Heute habe ich mich für dieses Cosplay entschieden, weil es ein bisschen luftiger ist – falls es warm wird. Außerdem ist Zelda mein Lieblingscharakter. Das ist das siebte Mal auf der Gamescom für mich.“

Sabrina (46), Amelie (14) und Sanja (32) aus Mönchengladbach
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Sabrina (46), unterwegs mit Amelie (14) und Sanja (32) aus Mönchengladbach: „Wir stellen heute drei Geschwister aus der Manga-Serie ‚Demon Slayer‘ dar – Shinobu, Kanae und Kanao. Da wir alle verwandt sind, haben wir für dieses Jahr nach einem Kostüm mit drei Figuren aus einer Familie gesucht. Vergangenes Jahr hatten wir schon mal ein Schwesternkostüm, das war cool. Deshalb haben wir uns für die Charaktere aus der Reihe entschieden. Die Kostüme haben wir nicht selbst gemacht, sondern gekauft.“

Qiqi aus München ist Luigi
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Qiqi, 27 Jahre, aus München: „Ich bin Luigi, der Bruder von der bekannten Spielfigur Super Mario. Als Kind habe ich diesen Charakter am häufigsten in Videospielen gespielt. Deshalb habe ich mich heute dafür entschieden. Ich hab’ das Outfit nicht selbst gemacht, sondern im Internet gekauft. Es hat ungefähr 50 Euro gekostet. Ich bin heute zum zweiten Mal hier auf der Gamescom.“

Marius Hossmann aus Olpe
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Marius Hossmann, 28 Jahre, aus Olpe: „Ich stelle Zagreus dar, der Sohn des Hades und der Unterwelt. Die Figur kommt in den Computerspielen ‚Hades‘ und ‚Hades 2‘ vor. Ich mag die Spiele sehr gerne, deshalb habe ich mich für dieses Kostüm entschieden. Es ist selbst gemacht, darauf bin ich besonders stolz. Es ist nämlich das erste Mal, dass ich das gemacht habe – und ich war schon 15 Mal auf der Gamescom. Tatsächlich habe ich sogar erst vor Kurzem gelernt, zu nähen. Gebraucht habe ich ungefähr 15 bis 20 Stunden und ich musste die ein oder andere Nachtschicht dafür einlegen. Insgesamt liegen die Materialkosten so ungefähr bei 80 oder 90 Euro.“

Jana Käsbach ist Harley Quinn
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Jana Käsbach, 24 Jahre, aus Köln: „Heute stelle ich Harley Quinn aus dem Film Joker dar. Als ich damals den Film Suicide Squad gesehen habe, fand ich sie direkt toll. Dieses Verrückte und Flippige hat mir einfach gefallen. Vor allem hatte ich aber einen Crush auf den Joker – ich habe total für Schauspieler Jared Leto in der Rolle geschwärmt! Seitdem habe ich das Kostüm schon oft getragen. Ich bin allerdings gespannt, ob ich auf den Schuhen den ganzen Tag überlebe. Leider habe ich das Kostüm nicht selbst gemacht, sondern gekauft. Dieses Jahr ist mein drittes oder viertes Mal auf der Gamescom.“
