Köln – Die Forderung des Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven Lehmann nach einem Planungsstopp für eine neue Autobahnbrücke im Kölner Süden ist auf Kritik aus Wirtschaft und Politik gestoßen. „Die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsstudie stellen den Bau einer neuen Autobahnbrücke grundsätzlich in Frage“, sagte er vor Weihnachten. Um die Rheinquerung zu bauen, müssten entweder Menschen mit Schadstoffen belastet oder hochwertige Ökosysteme zerstört werden. Das sei für die Grünen inakzeptabel.
„Wir setzen uns seit Jahrzehnten für eine neue Rheinquerung im Kölner Süden ein“, sagte Ulrich Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) am Freitag auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“. 2013 habe die IHK die Idee einer Autobahnverbindung in die Diskussion eingebracht und mit Städten, Kreisen und dem Land dafür gesorgt, dass diese 2015 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde.
Bestmögliche Lösung müsse für Köln gefunden werden
„Die Grundlage dafür war die einhellige Meinung in der Region, dass es einer weiteren Rheinquerung zur Bewältigung des Verkehrs und zur Entlastung der völlig überlasteten Rheinbrücken bedürfe“, sagte Soénius. Der Stadtrat hatte sich am 16. Dezember 2014 mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen und FDP für die südliche Rheinbrücke als Autobahnbrücke ausgesprochen. „Infrastrukturpolitik braucht Verlässlichkeit“, sagte Soénius.
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Die IHK Köln setze sich seit 2013 zudem für eine Kombination aus einer Brücke mit einer Autobahn sowie mit Gleisen für eine Stadtbahn, einer Radspur und einem Fußgängerweg ein. „Jedes Bauwerk ist unabhängig von der Nutzung ein Eingriff in die Natur“, sagte Soénius. Das gelte auch für eine reine Schienen- und Fahrradbrücke – wie Lehmann sie vorschlägt. Die bestmögliche Lösung für Mensch und Natur müsse gefunden werden. „Dazu gehört auch die Berücksichtigung der bestehenden Infrastruktur in der Region, die mit dem Bau einer neuen Brücke baulich und ökologisch entlastet würden“, so Soénius.
Die CDU-Landtagsabgeordneten Oliver Kehrl, Gregor Golland und Klaus Voussem haben den Forderungen der Grünen nach einem Planungsstopp für die neue Rheinbrücke ebenfalls widersprochen. „Es ist auch künftig mit erheblichem Wachstum zu rechnen, insbesondere im Transit-Güterverkehr, so dass eine Entlastung der Verkehrswege zwischen Köln und Bonn unerlässlich wird“, sagte Kehrl.



