Dass es tatsächlich einen eigenen Welttoilettentag gibt, haben die Musiker der Punkband Doktor Dralle eher zufällig entdeckt. Die drei Kölner fanden das so kurios, dass sie daraus kurzerhand einen Konzerttermin gemacht haben. Am 19. November, dem von den Vereinten Nationen ausgerufenen Aktionstag, steigt im Piranha an der Kyffhäuserstraße ein Benefizfestival mit drei Bands.
Doktor Dralle: Punkrocker begehen den Welttoilettentag
Neben der Kölschpunk-Band Doktor Dralle stehen auch die Gruppen Wochenendtrip und Halvlang auf der Bühne – alle drei spielen ohne Gage. Der Eintritt ist frei, es wird lediglich um Spenden gebeten. Das Besondere: Der gesamte Erlös des Abends geht an den Verein Oase Köln, dessen Mitglieder sich seit rund 40 Jahren um wohnungslose Menschen in der Stadt kümmern.
Hinter der augenzwinkernden Idee steckt nämlich ein ernstes Thema. Für Menschen, die auf der Straße leben, ist der Zugang zu einer Toilette alles andere als selbstverständlich – öffentliche WCs sind oft rar, nicht rund um die Uhr geöffnet oder schlicht nicht bekannt. Genau darauf wollte die Band schon im vergangenen Jahr aufmerksam machen: Mit einer kleinen „Örtchentour“ zog Doktor Dralle damals mit Musik vor öffentliche Toiletten in Köln und sammelte bereits Spenden für die Oase.
Dieses Jahr wird daraus ein größeres Format. Statt mit dem Equipment durch die Stadt zu ziehen, macht die Band aus der Aktion ein Festival. Die Botschaft bleibt dieselbe: Ein Thema, über das kaum jemand gerne spricht, soll mit Musik, Humor und einem ernsten Anliegen im Rücken sichtbarer werden.

