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GlosseSuper Late – so lässig sitzt der Verpätungslook der KVB

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Passt und hat Luft: der neue Race-Style der KVB, natürlich in Rot und Retro-Beige.

Passt und hat Luft: der neue Race-Style der KVB, natürlich in Rot und Retro-Beige.

Eine Kleidungslinie spielt mit dem Image der Kölner Verkehrs-Betriebe.

Als Steve McQueen 1971 in Le Mans in den Rennwagen stieg, muss er an die KVB gedacht haben: dröhnende Motoren, schlichter Rennanzug, Schweiß in der Mittagssonne – und eines Tages mit dem 132er Bus bis runter nach Meschenich. Da, wo die Luft brennt, und die Freiheit länger währt als nur für den Moment eines Fahrerwechsels.

KVB ist Freiheit. Ist der Style der Straße, des Asphalts und der Schiene. Fahrgäste, die im Dauerregen an der Vischeringstraße auf die Linie 13 gewartet haben, wissen, worüber wir reden. Endlich gibt es nun die entsprechende Kleidung zur Lebensart: „Formula CGN“ verbindet die visuelle Sprache des Motorsports mit den unverwechselbaren Elementen der Kölner Verkehrs-Betriebe, moderiert das Kreativ-Imperium „Köln ist kool“ die Kollektion an. Das klassische KVB-Rot ist kombiniert mit dem historischen Beige der alten Bahnen und dem Gründungsjahr 1877. Zu spät seit 1877 – besser geht’s nicht.

Start frei für die KVB-Kollektion.

Start frei für die KVB-Kollektion.

Das Shooting fand – wo sonst? – im Straßenbahnmuseum Thielenbruch statt. Hier, wo das „Finchen“ und der Sambawagen Tw 1019 einträchtig Geschichte atmen und der Geist der Genügsamkeit durch die Hallen wabert. Das Herzstück der siebenteiligen Kollektion ist ein Schlüsselanhänger im ikonischen Stil der Halteschlaufe einer KVB-Bahn. An die hat sich schon manch einer geklammert, der die Hoffnung aufs Weiterkommen hat fahren lassen müssen.

KVB ist „Super Late“ - so steht es auf den Shirts.

KVB ist „Super Late“ - so steht es auf den Shirts.

Nicht minder stilbildend ist die Botschaft „Super Late“, die auf den Shirts der KVB-Kollektion prangt. Dieser Seitenhieb auf die notorische Unpünktlichkeit sei ein Statement der Zuneigung, nicht der Kritik, heißt es in der vollmundigen Ankündigung. Wer sich der Line 18 verschrieben hat, der bleibt ihr ewig treu. So spät sie auch kommt, so langsam sie auch juckelt. Wahre Liebe nährt sich aus Verzicht, Endstation Sehnsucht: Buchheim, Herler Straße. 

Ehrlicher geht’s wirklich nicht: Der Style zur Stadt des Stillstandes ist da. Hier, wo nicht viel zusammenläuft und gerne jemand falsch abbiegt, aber sich am Ende doch alles zurechtruckelt. Die KVB habe sich über die Idee zur Kampagne gefreut, heißt es an der Scheidtweiler Straße, und das Logo gerne zur Verfügung gestellt. Bis zu 129 Euro kosten die Stoffe, aus denen die Träume sind. So viel wie zwei Deutschland-Tickets im Monat. Nur das Streifenkarten-Armband fehlt noch.

Kommt später.