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Terroralarm, Kletterer, RäuberDas waren die spektakulärsten Einsätze am Kölner Dom

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Der Kölner Dom ist nicht nur Wahrzeichen und Gotteshaus, sondern immer wieder auch Einsatzort. Ein Rückblick.

In der langen Geschichte des Kölner Doms hat es bereits zahlreiche Einsätze gegeben, die teilweise bundesweit für Aufsehen gesorgt haben. So wie am Mittwoch, als ein Großaufgebot der Kölner Feuerwehr zur weltberühmten Kathedrale ausrückte.

Gegen 14 Uhr meldete ein Domschweizer Brandgeruch im Bereich des Südturms. Kurz darauf löste die automatische Brandmeldeanlage des Kölner Wahrzeichens aus. Die Leitstelle alarmierte daraufhin mit dem Stichwort „Feuer Dom“ sofort mit erhöhter Kräfteanzahl.

Am Mittwoch rückte ein Großaufgebot der Feuerwehr zum Kölner Dom aus.

Am Mittwoch rückte ein Großaufgebot der Feuerwehr zum Kölner Dom aus.

Kölner Dom: Feuerwehr rückt mit Großaufgebot nach Feueralarm aus

Vor Ort waren über 70 Einsatzkräfte mit zahlreichen Lösch- und Sonderfahrzeugen. Der Dom, die Turmbesteigung und die Schatzkammer wurden vorsorglich evakuiert. Eine Brandquelle oder eine Ursache für die Geruchsentwicklung konnte nicht festgestellt werden. Der Brandgeruch war zwischenzeitlich nicht mehr wahrnehmbar, der Einsatz wurde beendet.

Der Vorfall zeigt einmal mehr die besondere Sensibilität des Brandschutzkonzepts für den Kölner Dom. Aufgrund der enormen Höhe der Türme (rund 157 Meter), der komplexen gotischen Architektur mit vielen Hohlräumen sowie der hohen Zahl von Besucher:innen gilt bei jedem Verdacht auf Rauch oder Geruch das Prinzip „lieber einmal zu viel als zu wenig“. Ein echter Brand in den oberen Bereichen wäre nur schwer zu bekämpfen, da enge Wendeltreppen und große Volumina die Zugänglichkeit erschweren.

In den vergangenen Jahren hatte es bereits mehrfach vergleichbare Großeinsätze gegeben, die sich letztlich als Fehlalarm herausgestellt haben. So meldeten Passanten im Januar 2021 nachts eine vermeintliche „Rauchwolke” am Südturm der weltbekannten Kirche.

Der Kölner Dom bei Nacht.

Der Kölner Dom bei Nacht.

Bomben beschädigten Kölner Dom im Zweiten Weltkrieg schwer

Tatsächlich handelte es sich jedoch um eine tief hängende Wolke, die vom Boden aus durch Scheinwerfer angestrahlt wurde und wie Qualm aussah. Damals rückten etwa 100 Einsatzkräfte mit rund 40 Fahrzeugen aus. Solche optischen Täuschungen sind bei dem markanten Bauwerk nicht ungewöhnlich.

Besonders dramatisch war die Zeit des Zweiten Weltkriegs: Der Kölner Dom erlitt zahlreiche Treffer und schwere Schäden durch Spreng- und Brandbomben. Teile der Gewölbe stürzten ein und viele Fenster wurden zerstört. Als besonders bedrohlich galt ein Treffer an einem Turmpfeiler, der noch während des Krieges provisorisch repariert wurde.

Wegen eines befürchteten Anschlags bewacht die Polizei den Dom. Die Silvesternacht blieb ruhig.

Wegen eines befürchteten Anschlags bewacht die Polizei den Dom. Die Silvesternacht blieb ruhig.

Terroreinsatz am Kölner Dom

Rund um den Jahreswechsel 2023/2024 gab es konkrete Hinweise auf geplante Terroranschläge auf den Kölner Dom. Die Polizei nahm mehrere Verdächtige fest, durchsuchte die Kathedrale und verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen erheblich. Nach intensiven Ermittlungen und weiteren Festnahmen wurden einige Tatverdächtige in Gewahrsam genommen oder abgeschoben.

Kölner Dom: Russische Kletterer erklimmen Domspitze in der Nacht

Eine lebensgefährliche Kletteraktion hatte 2013 für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. Eine Gruppe von Kletterern hatte nachts den Nordturm des Kölner Doms illegal und ungesichert bestiegen. Die russischen „Roofer“ Vitaly Raskalov und Vadim Makhorov lieferten spektakuläre Aufnahmen mit baumelnden Beinen über dem Abgrund.

Die gefährliche Aktion wurde von der Gruppe „Visual Enemies“ mit mehreren Kameras gefilmt und anschließend auf YouTube veröffentlicht. Zu sehen ist auch das erleuchtete Dach des Hauptbahnhofs aus 157 Metern Höhe.

Im Herbst 2024 wagten sich erneut fünf Lebensmüde auf die Domspitze. In einem auf Instagram veröffentlichten Video war zu sehen, wie sie sich in schwindelerregender Höhe an den Leitern festhielten, während sie von einer Drohne im Flug gefilmt wurden.

Diebe räumten Schatzkammer des Kölner Doms aus – Kölner Milieu schaltete sich ein

Ein dreister Diebstahl hatte in den 70er Jahren für internationales Aufsehen gesorgt. In der Nacht zum 2. November 1975 drangen drei Einbrecher mit Bergsteigerausrüstung und Strickleitern über ein Baugerüst und einen Lüftungsschacht in die damalige Domschatzkammer ein. Sie raubten wertvolle liturgische Gegenstände, darunter Monstranzen, Bischofsringe, Kreuze und mit Edelsteinen besetzte Stücke, im damaligen Gesamtwert von mehreren Millionen Mark.

Ein Teil der Beute konnte später wiederbeschafft werden, einige Stücke blieben jedoch für immer verschwunden. An der aufwendigen Fahndung waren nicht nur der bekannte Privatdetektiv Werner Mauss, sondern auch Größen aus dem Kölner Milieu beteiligt.

Auch in neuerer Zeit kam es zu Diebstählen: So stahlen Unbekannte im Jahr 2016 eine Reliquie von Papst Johannes Paul II. (ein Stoffläppchen mit einem Blutstropfen), die in einem Reliquiar im Dom ausgestellt war. Bereits im 16. und 19. Jahrhundert kam es zu kleineren Diebstählen und Beschädigungen am berühmten Dreikönigenschrein. (mbr)