Abo

Corona-konform und einmaligKölner Händler und Gastronomen starten Pilotprojekt

2 min
MDS-KSTA-2020-06-25-71-162451661

Die Dürener Straße ist die wichtigste Einkaufsstraße in Lindenthal.

Köln – In Köln geht voraussichtlich Ende April die erste stadtweite Internetseite für Handel, Kultur und Freizeit online. Auf veedellieben.de präsentieren sich zum Start erst einmal Rodenkirchen und Lindenthal. Weitere Stadtviertel sollen folgen.

Initiiert wurde das Projekt von Veedellieben e.V., dem Dachverband der Kölner Interessengemeinschaften der Einzelhändler. „Wir wollen einen virtuellen Gang durch die Veedel bieten“, sagt Geschäftsführer Hans-Günter Grawe.

Kölner Einzelhändler, Gastronomen und Kulturschaffende präsentieren sich im Netz

So soll auf der Seite neben dem klassischen Einzelhandel auch die Kultur und Gastronomie vertreten sein, Dienstleistungsbetriebe und Vereine stellen sich vor und es gibt Ausgehtipps. „Wir wollen ganz bewusst nicht nur den Einzelhandel bewerben, denn das Viertel macht mehr aus“, so Grawe.

Keine Stadt hat so viele Interessengemeinschaften wie Köln. Die Einsicht, dass eine Online-Präsenz nötig ist, gab es schon vor der Pandemie. Und in der Krise entstanden viele kleinere Plattformen in der Stadt, die einzelne Nachbarschaften oder sogar nur Straßen zum Thema machen, Gutscheine oder Punktekarten für den örtlichen Handel anbieten.

Kölner Projekt veedellieben.de ist einmalig

Allerdings – so das Ergebnis des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH): „Wir haben bundesweit rund 80 regionale Webseiten untersucht. Wir haben keine gefunden, die sich wirtschaftlich trägt“, sagt Geschäftsführer Boris Hedde. Wer online kauft, der geht in der Regel zu Riesen wie Amazon. Nur etwa zwölf Prozent der Kunden schauen überhaupt auf lokale Seiten, und das sind vor allem jüngere Menschen. Dagegen wollen aber immerhin 66 Prozent die lokalen Anbieter unterstützen. Das Potenzial ist also da.

Das könnte Sie auch interessieren:

„Eine solche Website kann helfen, den Focus auf stationäre, inhabergeführte Geschäfte zu lenken“, so Hedde. Dazu müsse sie aber noch weiteren Service drumherum bieten — und die Seite zum „digitalen Alltagsbegleiter“ machen, der Bindung zum Viertel herstellt. Die Kölner Seite sei in dieser Hinsicht ein „ Pilotprojekt“ und „Versuchsballon“. Finanziert wird sie überwiegend aus einem Fördertopf des Landes. Wer auf der Seite vertreten sein will, kann schon ab fünf Euro ein Profil erstellen lassen. Eine Werbeagentur, Programmierer und vielleicht auch später Blogger betreuen die Seite.

Der Druck auf die Interessengemeinschaften sei durch die Pandemie enorm, so Grawe. Die ganz große Mehrheit der Händler auch außerhalb von Lindenthal und Rodenkirchen — die beiden Veedel wurden nicht zuletzt wegen des gut aufgestellten mittelständischen Handels und der Kaufkraft ihrer Bewohner ausgesucht — hätte signalisiert, auch in das Projekt einzusteigen.