DYKE* March Köln1.000 Menschen demonstrieren für mehr Sichtbarkeit lesbischer Frauen

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1.000 Menschen kamen bei der Demonstration, die an der Deutzer Werft startete, zusammen.

Köln – Für mehr Sichtbarkeit lesbischer Frauen gingen Samstagabend knapp 1000 Demonstrantinnen in Köln auf die Straße. Der siebte Kölner DYKE* March ging über die Deutzer Brücke zum Neumarkt und zurück zur Deutzer Werft. Dort ging es um 18 Uhr mit Redebeiträgen los. Der March gilt als explizit lesbische Ergänzung zum CSD: „Die Queere Szene in Köln ist sonst der weiße, homosexuelle Mann Mitte 40“, sagt Toni M. Sie ist zum zweiten Mal dabei und fordert unter anderem, den Aufklärungsunterricht an Schulen zu öffnen und auch gleichgeschlechtliche Liebe zu thematisieren.

Die 23-Jährige ist lesbisch und hat vor kurzem ihr Studium in Theologie absolviert: „Es ist wichtig, in den verschiedensten Bereichen unsere Anliegen zu vertreten. Hier kann ich das tun und ich schätze die gewaltfreie Atmosphäre dieser Demo besonders.“

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Die Demoroute wurde zu Fuß zurückgelegt und führt über die Deutzer Brücke zum Neumarkt, der umrundet wird und geht über die Bäche zurück über die Deutzer Brücke zur Werft.

Organisatorin Maren Wuch ist auch stolz auf die Entwicklung, die der DYKE* March seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2015 zurückgelegt hat. Inzwischen sitzen die Organisatorinnen der Demonstration mit in der Stadtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender, und können so kommunalpolitisch Themen setzen. „Köln ist sehr liberal, trotzdem gibt es noch Menschen die glauben, dass wir Männer hassen.

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„Lesbische Frauen haben mit einer doppelten Hürde zu kämpfen“

Dass das nicht so ist, und Frauen, die Frauen lieben, sehr divers sind, zeigen wir mit dem March.“ Der Organisatorin ist außerdem wichtig, auf die Situation von Regenbogenmüttern aufmerksam zu machen: „Hat ein Kind zwei Mütter muss eine das Kind erst adoptieren, ehe sie als Mutter anerkannt wird. Das muss sich ändern“, so Wuch. Auch zur Demo sind Regenbogenmütter gekommen; sie halten Babys im Arm oder Kleinkinder an der Hand.

Neben familienpolitischen Themen haben mehrere queere Organisationen andere Anliegen mitgebracht, auf die sie aufmerksam machen wollen. So auch Silke Klaes, vom Verein „Wirtschaftsweiber“. Ihr sind Anliegen queerer Frauen im Berufsleben wichtig: „Lesbische Frauen haben mit einer doppelten Hürde zu kämpfen, sowohl mit der gläsernen Decke, die allen Frauen gilt, als auch mit den Vorurteilen gegenüber Homosexuellen.“ Sie ist seit 14 Jahren im Verein aktiv, der March heute ist ihr Vierter.

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Nach einer halben Stunde an der Werft beginnt es zu regnen; die Demonstrantinnen wickeln sich in ihre Regenbogenflaggen ein und suchen Schutz hinter Bäumen. Gegen sieben zieht der March gen Neumarkt los. Auch Bürgermeister Andreas Wolter, der zur Unterstützung des Marchs gekommen ist, bleibt standhaft. Einen Redebeitrag halten darf er aber nicht, denn die Demonstration hält sich ganz an ihr Motto: „Heute Reden wir: Frauen, die Frauen lieben.“

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