Der Beschluss der BV-Innenstadt fordert die Verwaltung auf, Ausgleich für die gefällten Bäume zu leisten oder den Interimsbau zu begrünen.
KlimaschutzBegrünung soll bei Interim der Feuerwache 1 berücksichtigt werden

Für den Standort der Interims-Feuerwache mussten bereits einige große Bäume gefällt werden.
Copyright: Alexander Schwaiger
Die Suche nach Blindgängern oder Munition aus dem Zweiten Weltkrieg hat es vor einigen Monaten nötig gemacht, auf dem Gelände südlich der Löwengasse, wo das Interim der Feuer- und Rettungswache 1 entstehen soll, sieben große Bäume zu fällen. Im Zuge der Bebauung werden wahrscheinlich weitere Bäume weichen. Aus diesem Anlass macht sich die Grünen-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Innenstadt dafür stark, für einen angemessenen Ausgleich zu sorgen.
Ein entsprechender Antrag, der auf die Baumschutzsatzung und das erklärte Ziel der Stadt verweist, bis 2035 klimaneutral zu werden, ist in der jüngsten Sitzung des Gremiums mehrheitlich beschlossen worden. Die Christdemokraten enthielten sich, die Vertreterin der AfD stimmte dagegen. Der Abstimmung war ein Fachgespräch mit der Feuerwehr vorausgegangen.
Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Interimsbaus
Nach dem Mehrheitswillen der BV soll die Verwaltung zunächst nachweisen, dass nach Abschluss der Bauarbeiten für das Interim Ersatzpflanzungen auf dem Grundstück selbst ausgeschlossen sind. Wenn dies so ist, möge sie Ersatzstandorte in der unmittelbaren Umgebung ausfindig machen. Ist auch das nicht möglich, solle sie keine Ausgleichszahlung für die Bäume zu leisten, sondern die Fällgenehmigung mit der Auflage zu verbinden, dass die Außenwände des Interimsgebäudes bepflanzt werden.
Das modulare Grünfassaden-System muss dem Antrag zufolge „einen Beitrag zum urbanen Mikroklima im Sinne der Baumschutzsatzung leisten“. Als weitere Auflage wird gefordert, das Dach des Interimsbaus komplett mit einer Photovoltaik-Anlage zu versehen. Der damit gewonnene Strom solle vorrangig dafür genutzt werden, die künftigen Elektro-Fahrzeuge der Feuerwehr vor Ort zu laden und den Eigenbedarf des Gebäudes zu decken.
Maßnahmen zum Klimaschutz sollen Teil der Ausschreibung sein
Die Antragsteller legen ausdrücklich Wert darauf, dass die Installation der begrünenden Klimawände und der Photovoltaik-Anlage in den Unterlagen für die Ausschreibung des Bauprojekts als verbindliche Anforderung festgehalten wird – entweder als Bestandteil der Leistung, die der Generalunternehmer zu erbringen hat, oder als gesonderte Aufgabe für eine zusätzlich zu beauftragende Firma. In jedem Fall müsse ausgeschlossen werden, dass durch Mangel an Informationen oder aus anderen Gründen die Realisierung der geforderten Maßnahmen zum Klimaschutz „verhindert oder verzögert“ werde, heißt es in dem Antrag.
Die Feuer- und Rettungswache 1 braucht ein Interim, weil für sie am angestammten Standort an der Agrippastraße neu gebaut werden soll. Nach Angaben der Berufsfeuerwehr Köln ist die Technik des in die Jahre gekommenen Komplexes marode und für Personal und Fuhrpark zu klein geworden. Das Interim soll in Modulbauweise entstehen. Der Stadt zufolge wurden bei der Planung verschiedene Flächen in der Innenstadt „auf ihre Tauglichkeit als Interimsstandort umfassend geprüft. Dabei wurden einsatztaktische, städtebauliche, ökologische, soziale und wirtschaftliche Gesichtspunkte gleichermaßen berücksichtigt.“
Die Fläche an der Löwengasse habe sich als „der beste erreichbare Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Anforderungen und Interessen herausgestellt“. Eine zentral gelegene Interimswache sei „zwingend notwendig, um die schnelle Erreichbarkeit aller Einsatzorte in der Innenstadt auch während der Bauzeit zuverlässig gewährleisten zu können“.
