Das Ziel der neugegründeten Gemeinschaft ist es, den Neumarkt zu einem lebenswerten Platz im Zentrum von Köln zu machen.
Problemgeplagter PlatzNeue Immobiliengemeinschaft für den Neumarkt stellt sich vor

Oberbürgermeister Torsten Burmester ist Schirmherr der neuen Immobilien- und Standortgemeinschaft Neumarkt (ISG).
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Künstlerisch gestaltete Stromkästen, ein mobiler Spielcontainer für Kinder und temporäre, interaktive Lichtinstallationen – dies und vieles mehr sieht das Maßnahmenkonzept vor, das die neu gegründete Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Neumarkt zur Aufwertung des als Drogenhotspot bekannten Innenstadt-Platzes in Auftrag gegeben hat. Am Mittwoch hat der junge Verein sich selbst und seine Pläne vor Ort vorgestellt. „Wir sehen tagtäglich die Probleme, die am Neumarkt entstehen, aber auch das Potenzial, das wir hier haben“, sagte ISG-Vorsitzender Daniel Schild.
In vielen Gesprächen, die man über den problembelasteten Platz geführt habe, sei immer das Gleiche thematisiert worden, doch es habe daran gefehlt, Verbesserungen umzusetzen. Das will die ISG, in der Immobilieneigentümer, ansässige Gewerbetreibende und Anrainer ihr Engagement bündeln, ändern. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 2,5 Millionen Euro in zusätzliche Maßnahmen investiert werden, um den Neumarkt aufzuwerten.
Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Kreissparkasse Köln, die Sparkasse Köln-Bonn, die Koerfer-Gruppe, Terranus, das Kunsthaus Lempertz, das Café Riese und die Familie Keller-Berndorf. Der Verein hofft, möglichst viele weitere Mitglieder zu gewinnen. Angestrebt ist, gemeinsam mit der Stadt Köln die Voraussetzungen dafür zu schaffen, eine gesetzliche Immobilien- und Standortgemeinschaft einzurichten. Bei einer solchen ISG sind alle privaten Eigentümer in einem festgelegten Gebiet zur finanziellen Beteiligung verpflichtet, sobald die Mehrheit dem Konzept zugestimmt hat.
OB dankt Initiatoren
Die Gemeinschaft konzentriere sich auf das Ziel, den Platz zu einem Ort zu machen, „an dem man sich gerne aufhält, der zum Verweilen einlädt“, sagte Schild. Oberbürgermeister Torsten Burmester, der die Schirmherrschaft übernommen hat, dankte den Initiatoren für ihr bürgerschaftliches Engagement. Mit der Gründung der ISG übernähmen die ansässigen Eigentümer und Unternehmen „freiwillig Verantwortung für ihr Umfeld und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung des Neumarkts“. Die Initiative sei beispielgebend für andere Bereiche der Stadt.
Burmester hatte bereits im OB-Wahlkampf 2025 versprochen, die Situation am Neumarkt zu verbessern. Er erklärte nach seinem Amtsantritt das künftige Suchthilfezentrum im 1,2 Kilometer entfernten Pantaeleonsviertel zur Chefsache. Es soll dabei helfen, die suchtkranken Menschen von der Straße zu holen und somit auch weg vom Neumarkt, an dem sich derzeit noch ein Drogenkonsumraum befindet.
Das Paket der Maßnahmen hat die auf Quartiersentwicklung und Standortmanagement spezialisierte Hamburger Firma Otto Wulff Placemaking gemeinsam mit der ISG entwickelt. Vorgesehen ist neben den schon genannten Beispielen unter anderem, zur Unterstützung der Abfallwirtschaftsbetriebe zusätzliche Reinigungskräfte einzusetzen und eine „identitätsstiftende Neumarkt-Skulptur“ aufzustellen.
Ergänzt wird das Konzept von der Aktion „100 Stühle Neumarkt“, die das Haus der Architektur Köln als Teil seines Projekts „1000 Stühle 1000 Bäume“ initiiert hat. Aufgestellt sind die roten Sitzgelegenheiten auf der Westseite des Platzes, dort, wo sich das Pop-up-Café und der Brunnen befinden. Am frühen Mittwochabend saßen viele Menschen auf den Stühlen. Die Szene illustrierte, was den ISG-Gründern für den gesamten Platz vorschwebt.
