Mehr als 400 Kinder stillen auf dem Rudolfplatz ihre Neugier, sie stellen Fragen und lernen Neues aus dem MINT-Bereich.
„MINTmachtage 2026“Kita-Kinder experimentieren am längsten Forschertisch Kölns

Mehr als 50 Experimente und Mitmachaktionen hatte der Kita-Träger Fröbel auf dem Rudolfplatz aufgebaut.
Copyright: Martina Goyert
Tische einmal im Quadrat um den Rudolfplatz und dazu jede Menge kleine Forscherinnen und Forscher: Das ist der längste Forschertisch Kölns. Im Rahmen der bundesweiten MINTmachtage der Stiftung Kinder forschen organisiert der Kita-Träger Fröbel jährlich den Forschertisch, so auch am Dienstag. Mehr als 50 Experimente konnten die Kinder kostenlos absolvieren und sich in den MINT-Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ausprobieren.
Was fressen Haifische? Wie sieht ein Blatt unter dem Mikroskop aus? Wie kommt die Plastikflasche ins Meer? Und wie entsteht eigentlich Hochwasser? Am längsten Forschertisch war keine Frage zu viel. Mehr als 400 Kinder kamen auf den Rudolfplatz, um zu experimentieren, Fragen zu stellen und Neues zu lernen. Bereits zum sechsten Mal organisierte der Kita-Träger Fröbel den Forschertisch und lud Kinder aus ganz Köln ein.
Jeder sollte forschen und ausprobieren dürfen.
Ebenfalls zum sechsten Mal war Elfi Scho-Antwerpes als Schirmherrin dabei. Die Ratsfrau und ehemalige Bürgermeisterin ist selbst Diplom-Ingenieurin und kennt sich in den MINT-Feldern aus: „Früher habe ich viel Bauleitung gemacht und da haben wir auf den Baustellen manchmal auch das ein oder andere Experiment gemacht“, erzählte sie den Kindern in ihrem Grußwort. Am Forschertisch hieß es für Scho-Antwerpes dann bunt pipettieren, bis ein Regenbogen im Wasser entstand.

Mehr als 400 Kinder kamen auf den Rudolfplatz, um zu experimentieren, Fragen zu stellen und Neues zu lernen.
Copyright: Martina Goyert
Auch Bürgermeisterin Derya Karadag freute sich über die zahlreichen kleinen Forscherinnen und Forscher: „Jeder sollte forschen und ausprobieren dürfen, und zwar von Klein auf.“ Gemeinsam mit ein paar engagierten Freiwilligen aus dem Spurensucher-Kindergarten in Porz ließ Karadag dann wie von Zauberhand Regenbogentücher in einem Rohr aufsteigen, was allgemeines Staunen im Publikum auslöste. Die These, dass Experimentieren manchmal wie Zaubern sei und Forschen sozusagen das Aufdecken des Zaubertricks, löste energisches Nicken bei den Spurensuchern aus.
Frühe Bildung und Chancengerechtigkeit
Vom Regenbogen im Wasser und im Rohr ging es dann zum Regenbogen im Glas. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Sanae Abdi und ein paar Spurensucher bekamen ein Glas Wasser in die Hand. Unter einem lauten „Abrakadabra“ und mit etwas Schütteln verwandelte sich das Wasser in alle Farben des Regenbogens. Wie der Zaubertrick funktioniert, galt es dann am Forschertisch herauszufinden.
Das diesjährige Motto der MINTmachtage lautet „Sag mal Ahhhh – gesund in die Zukunft!“. Passend dazu befanden sich auf der anderen Seite der Hahnentorburg zusätzliche Mitmachstationen von Fröbel und 18 Kooperationspartnern aus den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft, Sport und Bildung. Im Rahmen des Kompetenzprogrammes „Ich kann das“ bieten die Fröbel-Kitas in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern zusätzliche Aktivitäten an.

Im Rahmen der bundesweiten MINTmachtage wurde der längste Forschertisch Kölns auf dem Rudolfplatz aufgebaut.
Copyright: Martina Goyert
„Wir bauen das Programm im Grunde auf vier Säulen auf: Schwimmkurse, Erste-Hilfe-Kurse, Kochkurse und Kurse zur Verkehrserziehung. Damit lernen Kinder bereits ab dem vierten Lebensjahr während der Betreuungszeit in der Kita die ersten Kompetenzen in diesen Bereichen und können später darauf aufbauen“, erklärt Fröbel-Bereichsleiter Marek Körner. Auf dem Rudolfplatz konnten am Dienstag dann auch Kinder aus anderen Kitas die Angebote ausprobieren.
Kampfsport, Kartoffelbatterie und Klimawandel
Neben Übungen zur Sicherheit im Straßenverkehr waren beispielweise auch eine Matte für erste Kampfsport-Übungen und Stationen für Ballspiele aufgebaut. „Seit Januar läuft unser Programm flächendeckend in NRW und Frankfurt und wir bekommen viel positives Feedback. Die Kinder werden selbstbewusster, auch die Selbstwirksamkeit steigt. Mittlerweile haben wir zum Beispiel 550 Kinder wöchentlich im Wasser und können damit garantieren, dass Kinder mit Beginn der Grundschule bereits einen Wassergewöhnungskurs absolviert haben oder teils auch bereits schwimmen können“, so Projektleiter Marcel Köhnen.
Noch bis zum späten Nachmittag wurde am Rudolfplatz geforscht, getestet und ausprobiert. Ob Kartoffelbatterie, Kampfsportmatte oder Regenbogen im Glas, am Ende war wohl etwas Wahres an der Zaubertrick-These: Wer einmal verstanden hat, wie etwas funktioniert, hört nicht mehr auf zu fragen. Die Neugier jedenfalls hatte an diesem Tag leichtes Spiel.
