Seit ein paar Wochen ist die alteingesessene Weinstube Bacchus nach kurzer Pause von vier jungen wie gut gelaunten Gastronomen wieder eröffnet.
BarkolumneDas Bacchus am Rathenauplatz glänzt mit Charme und Spritz

Von links nach rechts: „Cynar Spritz“, „Pimm's Cup“ und „Bacchus Spritz“.
Copyright: Eva Reik
Der neue „place to be“ am Rathenauplatz hat eine lange Geschichte: Seit ein paar Wochen ist die alteingesessene Weinstube Bacchus nach kurzer Pause von vier jungen wie gut gelaunten Gastronomen wieder eröffnet, und man kann sagen: Der Laden brummt! Mit etwas Glück ergattert man derzeit einen Tisch, wenn nicht innen in der rustikalen Stube, dann draußen im gut beheizten wie gemütlichen Zelt-Vorgarten. Am langen Tresen findet man für einen Drink zu späterer Stunde, oder um in den Abend hier zu starten, immer Platz.
Minimale Renovierung im Kölner Bacchus
Dass das neue Konzept im alteingesessenen Ecklokal so eingeschlagen hat, dafür gibt es verschiedene Gründe. Drei der Gastronomen führen seit einem Jahr erfolgreich das Hin & Weg-Büdchen um die Ecke, sind also im Kwartier Latäng für guten Kaffee und gute Stimmung bekannt. Als vierte gesellte sich für Übernahme der traditionellen Weinstube die Gastronomin Lotta Kimmig zu Max Maubach, Lukas Sorgalla und Carlo Sohn. Vier Freunde und Gesellschafter, die alle aus unterschiedlichen gastronomischen Richtungen kommen und sich in ihrer neuen Wirkungsstätte perfekt ergänzen.
Ganz nach Wunsch des einstigen Patrons Heiner Welchering haben die vier nur minimal renoviert, was die Stammgäste schätzen und viele Neugierige trotzdem anzieht. Die blanken Holztische und -bänke wie der gemütliche Charakter sind geblieben, ansonsten wurde nur „gründlich geschrubbt und frisch getüncht“, wie Max Maubach sagt. An Bewährtem wurde nur wenig gerüttelt, der langjährige Koch ist geblieben, der Gänseklassiker wird im Winter weiterhin serviert, wenn auch mit jetzt mit Semmelknödel nach Rezept von Lottas Opa. Es sind kleine, charmante Eingriffe, die für Frische und ein volles Haus sorgen.
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Aber eine paar Neuerungen gibt es natürlich: Die Speisekarte ist reduzierter, die Weinkarte erneuert, sie ist moderner, auch mit ein paar Highlights und sympathischen Empfehlungen im offenen Ausschank. Und ja, es gibt Cocktails, Klassiker wie Whiskey Sour, French 75 oder Old Cuban. Das Apéro-Angebot haben die neuen Pächter deutlich ausgebaut, und auch hier Bewährtes aufgepeppt, so dass es den Stammgästen kaum auffällt, und gleichzeitig den künftigen viel Freude macht, ob man nur für einen Drink vorbeikommt, oder damit in einen gemütlichen Abend im Ecklokal startet.
Erst der Anfang
Den Bacchus-Spritz mit Weinbergpfirsich-Likör gibt es seit jeher, nur dass Max Maubach ihn mit Sekt und Soda wesentlich prickelnder kredenzt, und ihm mit Zitrone und Gurke eine schöne Frische verlieht. Außerdem sind Cynar-Spritz, Campari-Spritz, Sarti-Spritz oder auch ein Pimm’s Cup mit reichlich frischer Minze eine schöne Alternative zum Klassiker Aperol (ohne den offenbar keine Karte bestehen kann), um schwungvoll in den Abend zu starten.
Auffallend ist beim Blick auf die Cocktail-, Spritz- und Apéro-Liste, dass es sich um eine Auswahl handelt, mit eher bitteren und saurem als süßem Charakter. Das wiederum hängt damit zusammen, dass die Gastronomen ausschließlich das servieren, was sie selbst gern essen und trinken, wie Maubach sagt. Wem jedoch der Sinn einem Cosmopolitan oder anderen fruchtigen Mischungen steht, bekommt auch diese serviert. Denn Maubach, zuständig für Cocktail & Co. in der Weinstube, hat während seines Studiums in Wien das Handwerk in der vielfach ausgezeichneten Miranda Bar gearbeitet.
Das macht alles viel Freude. Und man darf gespannt sein, was noch passiert. Nach Aussage der Betreiber sind sie gerade erst am Anfang.
Kurz und knapp
Was muss man unbedingt probieren?
Pimm’s Cup mit reichlich Minze, 12 Euro, Cynar Spritz 7,20 Euro.
Gibt es auch Kölsch?
Schreckenskammer Kölsch, 2,70 Euro, und weitere Biere vom Fass.
Wer geht dahin?
Stammgäste und viele neue Neugierige.
Wie alt sind die Gäste?
Jung, mittelalt und älter.
Gibt es etwas zu essen?
Eine überschaubare und gut gemachte Auswahl mit fünf Vorspeisen, sechs Hauptgerichten und drei Desserts. Im Moment auch Gans.
Das Besondere?
Auch draußen im beheizten Zelt sitzt man selbst bei nasskaltem Wetter sehr gemütlich.
Adresse
Rathenauplatz 17 in 50674 Köln.
Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag 18-24 Uhr, Sonntag 12-23 Uhr.


