Jede Woche machen die städtischen Kliniken laut Aufsichtsratschef Ralf Unna zwei Millionen Euro Miese – aber der Rat entscheidet nicht am Dienstag.
Kölner Klinik-KriseWarum der Stadtrat Dienstag noch nicht entscheidet

So könnte ein neuer Campus in Merheim mal aussehen.
Copyright: Kliniken der Stadt Köln
Der Stadtrat wird am Dienstag, 16. Mai, nach aktuellem Stand nicht über die Zukunft der städtischen Kliniken entscheiden, die seit Jahren mehrere hunderte Millionen Euro Verlust machen. Die CDU-Fraktion wird in der Sitzung des Finanzausschusses am Montag Beratungsbedarf anmelden und das Thema damit auch von der Tagesordnung des Rates tags darauf nehmen.
Das bestätigte CDU-Fraktionschef Bernd Petelkau dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und machte damit fix, was er vor einigen Tagen zumindest noch ein Stück weit offen gelassen hatte. Petelkau sagte: „Wir brauchen noch mehr Klarheit, was die Verluste der nächsten Jahre für den städtischen Haushalt bedeuten.“ Er kündigte aber eine Entscheidung vor der Sommerpause an, die nächste Sitzung des Rates ist am 15. Juni. Bis dahin soll Stadtkämmerin Dörte Diemert weitere Informationen liefern.
Unna: Grüne stimmen zähneknirschend zu
Im Stadtrat ist es üblich, dass die anderen Fraktionen zustimmen, wenn eine Fraktion Beratungsbedarf hat. Der Vorsitzende des Kliniken-Aufsichtsrates, Ralf Unna (Grüne), sagte: „Unsere Fraktion kann jetzt entscheiden, wir brauchen nicht mehr Zeit. Wir stimmen aber zähneknirschend dem Beratungsbedarf einmalig zu – mit der Betonung auf einmalig. Vor der Sommerpause braucht es eine Entscheidung, um die Mitarbeiter nicht weiter zu verunsichern, neue Mitarbeiter zu gewinnen und nicht weiter Steuergeld zu verschwenden.“ Laut Unna machen die Kliniken pro Woche zwei Millionen Euro Verlust.
Die drei städtischen Kliniken in Merheim, Holweide und Riehl haben seit 2011 bis 2021 rund 300 Millionen Euro Verlust gemacht. Jetzt spricht sich die Geschäftsführung dafür aus, alle medizinischen Leistungen an einem ausgebauten Standort in Merheim zu konzentrieren und die anderen beiden zu schließen. Das kostet rund 820 Millionen Euro. Der Umzug soll 2028 beginnen und 2031 abgeschlossen sein – bis dahin geht die Geschäftsführung von einem Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibung von minus 435 Millionen Euro aus.
