Die Kölner Lichter begeisterten mit Feuerwerk, doch die Drohnen-Premiere enttäuschte. Nun wird über die Zukunft diskutiert.
Die Tops und FlopsFeuerwerk der Kölner Lichter kommt besser an als Drohnenshow

Die erstmals durchgeführte Drohnenshow startete mit 20-minütiger Verspätung.
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Die Nacht im Anschluss an die 21. Ausgabe der Kölner Lichter war für die Verantwortlichen erwartungsgemäß kurz. Veranstalter Werner Nolden lag um 3 Uhr im Bett, um 8.30 Uhr saß er schon wieder am Schreibtisch, dann ging es zum Aufräumen an den Rhein.
Die wichtigste Erkenntnis: Das Großereignis ist ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Die An- und Abreise der 150.000 Menschen hat funktioniert. Auch wenn der Deutzer Bahnhof zwischenzeitlich wegen des Andrangs gesperrt werden musste, sprach die Polizei von einem Ablauf nach Plan.
21. Kölner Lichter: WDR verzeichnet Top-Einschaltquote
Der WDR vermeldete eine beeindruckende Einschaltquote. 590.000 Menschen schauten sich am Samstagabend (1. August 2026) die Übertragung an. Jeder Vierte, der in Nordrhein-Westfalen den Fernseher eingeschaltet hatte, schaute die Kölner Lichter.
„Nach der teils harten Kritik, die wir im Vorfeld einstecken mussten, war die Resonanz im Nachgang deutlich positiver“, freute sich Nolden. Die Grundsatzdiskussion, ob ein klassisches Feuerwerk in der heutigen Zeit und angesichts der Dürreperiode überhaupt noch zeitgemäß ist, war hauptsächlich in den sozialen Netzwerken mit großer Schärfe geführt worden.

Mit einem großen Phönix startete die erstmals durchgeführte Drohnenshow bei den Kölner Lichtern am Samstag (1. August).
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Die Organisatoren sahen sich permanenten Angriffen im Internet ausgesetzt. Es wurde der Eindruck konstruiert, als sei die Mehrheit der Kölnerinnen und Kölner gegen die Kölner Lichter. Aber letztlich wurde das Feuerwerk frenetisch bejubelt, während die von vielen geforderte Drohnenshow Schwächen zeigte. Nicht nur die Startprobleme der LED-Lichter, die für eine 20-minütige Verzögerung im Ablauf sorgten, dämpften das Erlebnis.
Ein wildes Wolkenballett war versprochen worden. Letztlich konnten die Drohnen nur drei relativ statische Bilder in die Luft projizieren. Die anschließende 27-minütige Pyrotechnik-Show wirkte im direkten Vergleich wie der klare Sieger. Vor allem bei „Bohemian Rhapsody“ von Queen jubelte die Menge.

Chef-Pyrotechniker Georg Alef hatte wieder etliche spektakuläre und farbenfrohe Feuerwerkskörper gezündet.
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Lediglich die Rahmenhandlung als Schulunterricht („Hefte raus, Klassenarbeit“) wurde von vielen als zu konstruiert empfunden. Leichte Kritik gab es auch daran, dass keine kölschen Elemente im Programm waren. Die Kölner Lichter wurden stattdessen von Herr der Ringe, Harry Potter, Benson Boone und Lady Gaga begleitet.
Chef-Pyrotechniker Georg Alef atmete nach einem nervenaufreibenden Tag mehrmals durch. Erst der Wirbel um das Kreuzfahrtschiff, das im Sicherheitsbereich lag. Der Schiffskonvoi fand aufgrund des niedrigen Rheinpegels nur in abgespeckter Form statt.
Dann folgte die lange Verzögerung durch den dreifachen Drohnenstart. Die Show endete erst um 23.53 Uhr und damit gerade noch rechtzeitig im genehmigten Zeitfenster.
„Da kann man nur sagen: Ende gut, alles gut“, sagte Alef. „Das Warten hat sich gelohnt. Es war eine tolle Show, dem Publikum hat es gefallen. Den Zwischenapplaus hat man deutlich gehört.“ 25 Pyrotechniker hatten dafür gesorgt, dass fast fünf Tonnen Feuerwerk perfekt synchron zur Musik gezündet werden konnten.
Kölner Lichter wieder am 31. Juli 2027
Nach den Kölner Lichtern ist nun vor der nächsten Ausgabe. Der Termin steht: 31. Juli 2027. Der Vorverkauf für die ersten Tribünen hat bereits begonnen und etliche Karten wurden gleich am Abend gebucht. Die Ausgestaltung wird aber diskutiert. Alef hat schon ein Motto im Kopf. „Pax – das Feuerwerk für den Frieden“ – unter diesen Gedanken will er das Pyrospektakel stellen.
Veranstalter Nolden will jedoch zunächst einige Gespräche führen, auch mit Oberbürgermeister Torsten Burmester. „Die Kölner Lichter sind jetzt endgültig volljährig, jetzt müssen wir sehen, wie wir sie ins weitere Leben begleiten. Ich bin nicht abgeneigt, auch mal etwas Neues mitzumachen. Wir werden die nächsten Wochen nutzen, um einige Gespräche zu führen.“

Unter dem Motto „Die magische Schule des Feuerwerks“ fand die diesjährige Pyrotechnik-Show der Kölner Lichter statt.
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Dass die Drohnenshow in dieser Form dem klassischen Feuerwerk unterlegen war, hatte auch mit den Gegebenheiten zu tun. Vom Rheinboulevard können maximal 500 bis 600 Drohnen in die Luft gelassen werden.
Nolden regt daher an, künftig vielleicht aus dem Rheinpark zu starten. „Dort wäre mehr Platz, für über 1000 Geräte. Wenn die Drohnen dann Richtung Zoobrücke hochsteigen, sehen auch die Menschen in der Altstadt das Bild.“
Drohnenshow ist teuer
Doch für ein längeres und beeindruckenderes Drohnenspektakel gibt es zwei Hürden. Schon in diesem Jahr hat die sechsminütige Show eine sechsstellige Summe gekostet. Dank des Präsentators Osmab, des Hauptsponsors RheinEnergie und der Jubilare Sparkasse KölnBonn sowie Köln-Düsseldorfer konnten die Kosten gedeckt werden. „Auf Dauer benötigen wir mehr Unterstützer wie unseren Schirmherrn Anton Mertens“, sagt Nolden.

Veranstalter Werner Nolden (l.) zusammen mit Moderator Henning Krautmacher.
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Zudem schaffen Drohnen bisher je nach Windverhältnissen maximal zwölf bis 14 Minuten am Himmel. Eine halbstündige Show, wie beim traditionellen Feuerwerk, ist damit bis jetzt nicht abbildbar. „Die Drohnenshow muss einer Stadt wie Köln auch würdig sein“, sagt der Veranstalter. „Deshalb müssen wir da schauen, wie wir sie größer und breiter gestalten können.“
Die Emotionen, die am Samstag bei der klassischen Pyroshow geweckt wurden, sind aktuell noch nicht zu toppen. Als der Abend mit „Never Enough“ aus „The Greatest Showman“ zu Ende ging, hatten viele am Rheinufer Tränen in den Augen. Dass Köln immer noch ein besonderes „Jeföhl“ ist, spürten viele beim Anblick des Funkenzaubers vor dem Dom-Panorama.
