Köln – Hunderttausende Menschen säumen jeden Sommer das Rheinufer, um die „Kölner Lichter“ aus der Nähe zu verfolgen. Das musiksynchrone Höhenfeuerwerk existiert bereits seit 2001.
Die Sicherheitsauflagen werden von Jahr zu Jahr verschärft. Welche Kosten entstehen bei der Großveranstaltung, und wer bezahlt die Rechnung? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten zur Finanzierung.
Was kosten die „Kölner Lichter“?
Veranstalter Werner Nolden beziffert seine Gesamtkosten für die Veranstaltung am vergangenen Samstag auf etwa 1,3 Millionen Euro. „Ich muss abgesehen vom Einsatz der Polizei und der Einsatzkräfte des städtischen Ordnungsamts alles bezahlen“, sagt Nolden.
Wie setzen sich die Kosten des Veranstalters zusammen?
Nolden zahlt Sondernutzungsgebühren für von ihm genutzten Flächen, die Reinigungsgebühren der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB), für private Sicherheitskräfte sowie den Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuz (DRK). Er übernimmt außerdem die Mietkosten für Zuschauertribünen, die auf- und abgebaut werden, und für die Schiffe auf dem Rhein.
Wie sieht die Finanzierung der „Kölner Lichter“ aus?
Der Feuerwerksproduzent Weco, die Früh-Brauerei und der Energieversorger Rhein-Energie unterstützen die Großveranstaltung als Hauptsponsoren. Hinzu kommen weitere Partner. Die vor Ort aufgebauten
Gastronomiebetriebe erwirtschaften ebenfalls Einnahmen. Früh stellt die Stände zur Verfügung, Nolden vermietet sie an die Betreiber. Die Zuschauereinnahmen beschränken sich auf die 5000 Plätze auf Tribünen, Terrassen und Balkonen sowie die 51 auf dem Rhein eingesetzten Schiffe.
Nolden hat zudem in den vergangenen Jahren Rücklagen gebildet, um die steigenden Kosten abfangen zu können. „Wir suchen zurzeit auch noch einen neuen Großsponsor“, sagt der Veranstalter. Er plane jeweils nur für die kommenden drei Jahre, da die „Kölner Lichter“ immer teurer würden.
Wer bezahlt den Einsatz der Polizei und des städtischen Ordnungsamts?
Diese Kosten werden vollständig von den Steuerzahlern getragen.
Was kostet der Einsatz der Polizei und des städtischen Ordnungsamts?
Die Polizei rechnet nicht aus, welche Kosten durch das von ihnen bei den „Kölner Lichtern“ eingesetzte Personal entstehen. Es waren 1100 Einsatzkräfte vor Ort. Dazu gehörten auch Beamte aus anderen Bundesländern sowie 300 Bundespolizisten. Um die Kosten in etwa einschätzen zu können, hilft ein Blick auf das als besonders riskant eingestufte Fußballspiel zwischen den Bundesligisten Werder Bremen und Hamburger SV im April 2015.

Zehntausende Menschen werden auch in diesem Jahr das Feuerwerks-Spektakel vom Rheinufer aus beobachten.
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Damals wurden 950 Polizisten aus vier Bundesländern eingesetzt. Das Bundesland Bremen bezifferte die Kosten auf 500 000 Euro. Nach Angaben der Stadtverwaltung waren bei den „Kölner Lichtern“ 117 Mitarbeiter des Ordnungsamts eingesetzt. Sie arbeiteten insgesamt 1200 Stunden, so dass Personalkosten in Höhe von 27 200 Euro entstanden.
Wie erfolgreich war der Polizeieinsatz?
Die Polizei sprach nach den „Kölner Lichtern“ von einem „insgesamt friedlichen Abend“. Im Vorfeld und während der Veranstaltung kam es demnach zu 130 Platzverweisen und fünf Festnahmen. Zehn Personen wurden in Gewahrsam genommen, 40 Strafanzeigen gestellt, etwa aufgrund von Betäubungsmitteldelikten, aber auch wegen Körperverletzung sowie Beleidigung mit sexuellem Hintergrund.
Die Zahl der angezeigten Taschendiebstähle fiel mit sechs Fällen im Vergleich zu 23 Fällen im vergangenen Jahr deutlich geringer aus.
Künftige Termine der „Kölner Lichter“
Der Vorverkauf für die nächsten „Kölner Lichter“ am 15. Juli 2017 hat bereits begonnen. Laut Veranstalter Werner Nolden sind viele der Tickets für die Tribünen bereits jetzt vergriffen. Die „Kölner Lichter“ sollen zudem auch am 21. Juli 2018 und am 13. Juli 2019 stattfinden.
Der Rheinboulevard in Deutz spielt zurzeit keine Rolle in den Überlegungen für die kommenden „Kölner Lichter“. Bei der diesjährigen Veranstaltung war die Freitreppe aus Sicherheitsgründen gesperrt, weil auf dem Weg oberhalb noch Bauarbeiten stattfinden. (att)