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Konzert von Cat BallouBesucher klagen über Pannen beim Saisonstart im Tanzbrunnen

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Beim Saisonstart im Kölner Tanzbrunnen herrschte am Samstag eine tolle Atmosphäre. Pannenfrei verlief es beim Konzert von Cat Ballou aber nicht.

Es war ein Abend mit einem begeisternden Konzert bei bestem Wetter. Die Wiedereröffnung des Kölner Tanzbrunnens nach der 16-Millionen-Euro-Modernisierung wurde am Samstagabend (9. Mai 2026) frenetisch gefeiert.

Dass die Baustelle planmäßig und innerhalb des Kostenrahmens fertiggestellt wurde, wurde immer wieder gelobt. Das Konzertgelände sieht nach der Sanierung großartig aus. Cat Ballou lieferte zur Premiere einen mitreißenden Auftritt.

Tanzbrunnen: Stau beim Einlass, Gedränge beim Ausgang

Dennoch gab es im Nachgang an die Saisoneröffnung auch einige kritische Stimmen. Einzelne Besucherinnen und Besucher meldeten sich bei der Redaktion und bei Koelncongress, um auf Pannen rund um den Neustart auf der Open-Air-Fläche hinzuweisen.

Die größten Kritikpunkte: die lange Schlange beim Einlass, Gedränge auf dem sehr vollen Gelände, Probleme bei der Pfandrückgabe, schlechte Sicht auf die Bühne, geschlossene Toiletten vor Veranstaltungsende, hohe Getränkepreise.

Die Redaktion sprach mit den Verantwortlichen über die Vorwürfe. Geschäftsführer Ralf Nüsser räumte ein: „Wir freuen uns über hunderte positive Reaktionen, müssen aber auch einsehen, dass wir uns alle zum Saisonstart erst mal wieder einschwingen müssen. Wir nehmen jegliche Hinweise generell sehr ernst, weil sie uns helfen, dort nachzubessern, wo es möglich ist.“

Ralf Nüsser hält eine Ansprache.

Koelncongress-Geschäftsführer Ralf Nüsser nimmt die Hinweise der Gäste nach der Saisoneröffnung zum Anlass, um die Abläufe im Tanzbrunnen weiter zu optimieren.

Dass das Gelände sehr voll wirkte, hatte mehrere Gründe. Die große Anzahl von Gastroständen und der zusätzliche LED-Lkw benötigten viel Platz. „Wir haben bei 12.500 Personen die Maximalgrenze gesetzt, wobei eine bedeutend höhere Zahl zugelassen ist“, sagte Nüsser. „Diesen Wert wollten wir nicht überschreiten, weil es dann zulasten der Aufenthaltsqualität geht. Dabei hätten wir tausende Tickets mehr verkaufen dürfen, haben das aber nicht getan.“

Einlass zum Tanzbrunnen verspätet

Dass es vor dem Gelände zu langen Schlangen bis fast zur Hohenzollernbrücke und dem Staatenhaus gekommen ist, lag daran, dass der Veranstalter erst um 17.20 Uhr den Einlass geöffnet hat, obwohl dieser um 17 Uhr erfolgen sollte. „Da gab es sicherheitsrelevante Dinge, die noch geklärt werden mussten, da geht die Sicherheit vor“, sagt Nüsser.

Eine Menschenschlange vor dem Einlass zum Tanzbrunnen.

Durch den verspäteten Einlass bildete sich eine lange Schlange am Rheinufer vor dem Tanzbrunnen.

„Wir hätten uns auch einen früheren Einlass gewünscht, weil er uns das Leben, beispielsweise an den Gastronomieständen, auch leichter macht.“ Zudem seien stichprobenartige Kontrollen gerade bei Großveranstaltungen auch nötig.

Toiletten im Kölner Tanzbrunnen schlossen früh

Gäste bemängelten auch, dass Toiletten bereits um 21.50 Uhr geschlossen wurden und dann nur noch dunkle Dixi-Klos bereitstanden. Dies war bei der Anlage im Staatenhaus, die mitbenutzt werden konnte, der Fall. Diese wurde durch ein „Kommunikationsproblem“ des Dienstleisters zu früh geschlossen. Die Anlagen im Tanzbrunnen wurden nicht vorzeitig geschlossen. „Den Hinweis mit den dunklen Dixi-Häuschen werden wir aufnehmen, bis wir demnächst zusätzliche Anlagen bekommen, die in Planung sind.“

Blick auf die LED-Leinwand im Tanzbrunnen.

Damit auch im hinteren Bereich des Tanzbrunnens das Konzert verfolgt werden konnte, hatten die Verantwortlichen eine LED-Leinwand aufgestellt. Diese nahm jedoch Platz für Gäste in Anspruch.

Beim Verlassen des Geländes kam es zu Gedränge, hauptsächlich bei der Pfandrückgabe. Die Ausgänge nach Nord-Ost und Nord-West würden kaum genutzt, haben die Verantwortlichen festgestellt. Alternative Wege sollen künftig ausgeleuchtet und mit verstärktem Personaleinsatz besser genutzt werden.

Die Becherrückgabe bleibt ein Nadelöhr. „Das gefällt uns auch nicht, kennen wir aber alle auch aus eigener Erfahrung. Wenn das Konzert vorbei ist und 12.500 Personen heimwollen, dann muss noch schnell der Becher zurückgetauscht werden. Es lief durch das Zurückbuchen bedeutend besser, aber noch nicht so, wie wir das alle gerne hätten. Schneller wäre es mit Einwegbechern, aber das wollen wir ja aus Nachhaltigkeitsgründen auch nicht“, sagte Nüsser.

Einige Gäste hatten zudem bemängelt, dass die neue Bühne nun niedriger sei. Doch da irren sie. „Die alte Bühne ist der innerste Kern der neuen Bühne, die doppelt so breit und entsprechend höher, aber nicht niedriger ist. Die Schirme sind höher. Genau dafür sind sie umgerüstet worden. Hier scheint der Eindruck zu täuschen“, sagt der Koelncongress-Chef.