Kronenkraniche sind stark bedroht, stehen aber nur wenig im Fokus. Bekannt sind sie für ihr gelbes Kopfgefieber.
Zootier des JahresKölner Zoo präsentiert ostafrikanische Kronenkraniche

Das Kronenkranich-Paar Kibo und Mara im Hippodrom des Kölner Zoos
Copyright: Marcel Vogelfänger
Der Kölner Zoo hat zwei neue Bewohner. Seit April 2026 leben die beiden ostafrikanischen Kronenkraniche Kibo und Mara im Hippodrom in einem extra neugebauten Stall. Sie gehören zu einer stark bedrohten Spezies.
Kibo ist nach dem höchsten Berg Afrikas im Kilimandscharo-Massiv in Tansania benannt und schlüpfte 2019 im Vogelpark Walsrode. Mara schlüpfte 2025 ebenfalls in Walrode. 2026 zogen sie nach Köln um und leben seitdem gemeinsam mit Flusspferden, Perlhühnern und Sitatunga-Antilopen. Nach erfolgreicher Quarantäne und behutsamer Eingewöhnung hinter den Kulissen sind sie nun auch für Gäste zu sehen. Wie alle Kraniche leben Kronenkraniche monogam und in Dauerehen. Kibo und Mara leben laut Kölner Zoo bisher ausgesprochen harmonisch zusammen, weshalb die Tierpfleger auf baldigen Nachwuchs hoffen.
Die Merkmale der grau-weiß-braunen Kraniche sind das namensgebende gelbe Gefieder am Hinterkopf, das an eine Krone erinnert, und ein großer roter Wangenfleck. Besonders ist ebenfalls eine lange, hoch angesetzte Greifzehe hinten am Fuß, die sie zu den einzigen Kranichen macht, die sich in Bäumen niederlassen können. Kronenkraniche erreichen eine Körpergröße von etwa einem Meter und wiegen drei bis vier Kilogramm. Die Flügelspannweite kann zwei Meter erreichen.
Kronenkraniche sind in der Wildnis stark bedroht
In der Wildnis leben Kronenkraniche in offenen Graslandschaften in Wassernähe sowie in Sumpfgebieten und Verlandungszonen von Seen. Ihr Lebensraum umfasst das Gebiet südlich der Sahara in Afrika. Dort werden sie als Glücksboten in vielen Kulturen verehrt. In Ruanda ist der Kronenkranich beispielsweise als Wappentier auf der Flagge abgebildet. Dennoch sind die Vögel wegen der Zerstörung und Veränderung ihrer natürlichen Lebensräume stark gefährdet. Hinzu kommt der verstärkte Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft, die Kollision mit Stromleitungen und menschliche Jäger.
In Ostafrika nahm die Zahl der Kronenkraniche in den vergangenen 40 Jahren um 80 Prozent ab. Auch deshalb ist der Kronenkranich Zootier des Jahres 2026. Die bundesweite Kampagne der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz soll auf die zunehmende Bedrohung der Vogelart aufmerksam machen. Gemeinsam mit Partnern vor Ort werden nachhaltige Schutzprojekte in Tansania und Kenia unterstützt, um die Lebensbedingungen der Kraniche zu verbessern und ihren Bestand zu erhöhen. Auch der Kölner Zoo beteiligt sich an der Kampagne und hofft, bald zusätzlich auch einen Erhaltungszucht-Erfolg mit Nachwuchs verkünden zu können. (jpr)
