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Neue Ticket-Chancen?Kusama in Köln ist komplett ausgebucht – Museum Ludwig reagiert

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14.04.2026 Köln. Beate Wickenden und Ralph Peters sind die 100.000 Besucher  in der Ausstellung Yayoi Kusama im Museum Ludwig. OB Torsten Burmester gratuliert. Foto: Alexander Schwaiger

Besucher im Infinity Mirrored Room, die Ausstellung ist noch bis zum 2. August im Museum Ludwig zu sehen. 

Die erfolgreichste Kunstausstellung, die je in der Stadt gezeigt wurde, ist ausverkauft. Nun bleibt das Museum Ludwig länger auf. 

„Kürbisse sind liebenswert und ihre wunderbar wilde und humorvolle Ausstrahlung berührt immer wieder die Herzen der Menschen“, heißt es im Gedicht „Über Kürbisse“ der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama. Ihrem Lieblingsmotiv hat sie im Laufe der Jahrzehnte Hunderte Werke gewidmet. Ein übergroßes Exemplar mit schwarzen Punkten thront derzeit im Foyer des Museum Ludwig.

Kunst- und Kulturinteressierte ohne Kusama-Ticket müssen nun fürchten, dass sie nur diesen Kürbis am Eingang betrachten dürfen, und nicht mehr in den Genuss der übrigen 300 Werke von Kusama kommen werden: Denn die Online-Tickets für die spektakuläre Kusama-Schau sind bis zum letzten Tag, dem 2. August, vergriffen.

Der übergroße Kürbis im Foyer des Museum Ludwig. Kürbisse sind für Yayoi Kusama Trostspender. Sie hat einem ihrer Lieblingsmotive auch ein eigenes Gedicht gewidmet: „On Pumpkins“

Der übergroße Kürbis im Foyer des Museum Ludwig. Kürbisse sind für Yayoi Kusama Trostspender.

„Der Erfolg dieser Ausstellung ist außergewöhnlich. Deshalb möchten wir neue Wege gehen, um möglichst vielen Menschen den Besuch zu ermöglichen. Dazu gehören verlängerte Öffnungszeiten, und sogar die Idee einer einmaligen 24-stündigen Öffnung des Museums prüfen wir zurzeit“, teilt Kulturdezernent Stefan Charles auf Nachfrage dieser Redaktion mit.

Direktor des Museum Ludwig begeistert über Erfolg von Kusama in Köln

Bis dahin kann man es auf Plattformen wie Ebay-Kleinanzeigen versuchen: Dort gibt es nach einem kurzen Blick vor allem zahlreiche Gesuch-Einträge und nur vereinzelt Angebote. Ein Nutzer bietet 90 Euro für zwei Tickets. Der reguläre Preis liegt bei 19,80 Euro zuzüglich Gebühren.

„Wir arbeiten gerade daran, zusätzliche Abends-Slots für Juli freizuschalten“, sagt die Sprecherin des Museum Ludwig Anne Niermann auf Nachfrage. Diese werden laut Sprecherin Ende nächster Woche verfügbar sein. An mehreren Abenden unter der Woche wird das Museum Ludwig im Juli also seine Öffnungszeiten von 18 Uhr auf 20 Uhr ausweiten, es gibt pro Slot um die 350 Tickets. An den Wochenenden ist bereits bis 20 Uhr geöffnet. Die Karten werden ausschließlich online verkauft.

14.04.2026 Köln. Beate Wickenden und Ralph Peters sind die 100.000 Besucher  in der Ausstellung Yayoi Kusama im Museum Ludwig. OB Torsten Burmester gratuliert. Foto: Alexander Schwaiger

Die Besucher spiegeln sich in den zahlreichen Spiegeln in Kreisform.

„Wir sind begeistert über den riesigen Erfolg dieser Ausstellung. Unsere Besucherinnen und Besucher sind sehr angetan von dem außergewöhnlichen Erlebnis, das ihnen die Begegnung mit Yayoi Kusamas Kunst bietet. Wir freuen uns, für den Juli verlängerte Öffnungszeiten ermöglichen zu können“, sagt Direktor Yilmaz Dziewior.

Der Großteil der Besucher komme aus Köln und Umgebung, Besucher aus dem Ausland vor allem aus den Niederlanden und der Schweiz. „Die beeindruckende Auslastung der Kusama-Ausstellung unterstreicht die internationale Strahlkraft dieser Ausnahmekünstlerin und die Attraktivität Kölns als Kulturstandort. Solche Blockbuster-Ausstellungen setzen spürbare wirtschaftliche Impulse für die Stadt“, sagt Stephanie Kleine Klausing, Geschäftsführerin von Köln-Tourismus. Ob die Ausstellung zu einer größeren Auslastung der Hotels geführt hat, kann allerdings noch nicht gesagt werden. Diese Zahlen liegen erst mit Verzögerung vor.

Museum Ludwig: Sicherheitspersonal braucht Ruhezeiten

Bei der bisherigen Rekord-Ausstellung des Museum Ludwig von Edward Hopper im Jahr 2004, die insgesamt 388.000 Besucherinnen und Besucher lockte, habe man gegen Ende der Schau ebenfalls mit erweiterten Uhrzeiten gearbeitet.

„Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir digital so schnell ausverkauft sind, auch wenn uns irgendwann klar wurde, dass wir vor Ende der Laufzeit ausverkauft sein werden“, sagt Anne Niermann über die Kusama-Schau. Eine lange Museumsnacht sei bislang aufgrund mangelnder Ressourcen keine Option gewesen. „Wir haben bereits zusätzliches Sicherheitspersonal angestellt, die brauchen auch Ruhezeiten.“

14.04.2026 Köln. Beate Wickenden und Ralph Peters sind die 100.000 Besucher  in der Ausstellung Yayoi Kusama im Museum Ludwig. OB Torsten Burmester gratuliert. Foto: Alexander Schwaiger

Markenzeichen von Yayoi Kusama sind die Punkte, hier in einer Videoinstallation.

Nun werde aber, so heißt es aus dem Kulturdezernat, noch einmal nach neuen Möglichkeiten gesucht. Ein Aktionswochenende mit einer Rund-um-die-Uhr-Öffnung des Museum Ludwig ist dabei ebenfalls in Prüfung. Gelänge dies, hätte das bundesweite Strahlkraft und wäre einmalig für Köln. Vorbild könnte die National Gallery in London sein. Für die extrem erfolgreiche Van-Gogh-Ausstellung „Van Gogh: Poets and Lovers“ öffnete das Haus im Januar 2025 einmal die ganze Nacht durch – von 21 Uhr bis 10 Uhr am nächsten Morgen. Anlass war ebenfalls der enorme Besucherandrang.

Eine Verlängerung der Ausstellung ist jedenfalls ausgeschlossen, da es sich um eine Wanderausstellung in Kooperation mit der Fondation Beyeler in Basel und dem Amsterdamer Stedelijk-Museum handelt, wo auch der nächste Halt der Kusama-Schau ist – ab 11. September „Es braucht eine Abbauzeit und eine Aufbauzeit und die ist bereits knapp bemessen“, so die Sprecherin. Aufbau und Logistik seien schon ein Kraftakt gewesen: 24 doppelte LKW hatten die Kusama-Werke aus der Schweiz nach Köln gebracht.

280.000 Besucher sind es Stand jetzt

„Wir müssen auch die Kunst schützen, und können die Ausstellung nicht unendlich vollknallen. Dann besteht die Gefahr, dass Menschen zu nah an die Werke kommen und sie irgendwann unzufrieden werden, wenn es zu voll ist.“ Die Ausstellung beinhaltet nicht nur die sogenannten „Infinity-Rooms“, also die raumgreifenden Installationen, sondern auch kleine graphische Werke der 97-jährigen Künstlerin, die man in vierter oder fünfter Reihe nicht mehr gut erkennen könne.

Die Installation „I Spend Each Day Embracing Flowers“ von Yayoi Kusama steht auf der Dachterrasse des Museum Ludwig vor dem Dom.

Die Installation „I Spend Each Day Embracing Flowers“ von Yayoi Kusama steht auf der Dachterrasse des Museum Ludwig vor dem Dom.

Das Museum Ludwig hat 300 Werke zusammengestellt, von der ersten Zeichnung von circa 1934 bis heute, außerdem Malerei, Skulptur, Mode, Performance und Literatur. Die Installationen ermöglichen intensive sinnliche Erfahrungen, doch auch die Biografie der Künstlerin, der offene Umgang mit ihrer mentalen Gesundheit – Kusama lebt und arbeitet seit 1977 freiwillig in einer Psychiatrie in Tokio – sowie ihre Präsenz in einer männlich dominierten Welt zieht die Leute in den Bann der Kunst, die für Kusama therapeutische Wirkung hat.

Der Ansturm auf Kusama ist seit Ausstellungsstart Mitte März ungebrochen. Schon nach 16 Tagen wurden 50.000 Besucherinnen und Besucher gezählt, einen Monat später überraschte Oberbürgermeister Torsten Burmester die 100.000ste Besucherin. Mittlerweile sind 280.000 Menschen gekommen (Stand 5. Juni). Kusama wird nun bald die erfolgreichste Kunstausstellung sein, die je in Köln gezeigt wurde.

Die Welt der Künstlerin aus Punkten, Kürbissen, Netzen und Phallus-Symbolen kursiert vielfach auf Social Media, aber die Besucher möchten auch ein Stück des Kusama-Kosmos mit nach Hause nehmen.

Kaum zwei Wochen waren vergangen, da war die erste Auflage des Katalogs bereits vergriffen, mittlerweile sind 5000 Exemplare über die Theke gegangen. „Das sind rund viermal so viele wie bei anderen großen Sonderausstellungen“, sagt die Sprecherin. Das Merchandise laufe nach wie vor „extrem gut“: 3000 Poster, 1800 Taschen und Tausende Postkarten wurden bisher verkauft. (mit cv)


Die Top 5 Kunstausstellungen in Köln nach Besuchern

Köln erlebt mit Kusama gerade die größte Ausstellungseuphorie seit Edward Hopper vor mehr als zwanzig Jahren. Hier die größten Ausstellungserfolge mit belegten Besucherzahlen, die je nach Quelle etwas variieren.

1. Yayoi Kusama (bis 2. August 2026, Museum Ludwig) – In den ersten rund zwölf Wochen kamen 280.0000 Besucher. Da sich der Ansturm fortsetzen wird, kann das Haus mit mindestens weiteren 190.000 Besuchern rechnen. Das wären insgesamt 470.000 Gäste.

2. Edward Hopper (2004/05, Museum Ludwig) – 388.000 Besucher waren bislang unangefochtener Rekordhalter. Die erste große Hopper-Retrospektive in Deutschland löste einen Ansturm aus. Vor dem Museum bildeten sich Schlangen bis auf den Heinrich-Böll-Platz.

3. Pop Art Show (1992, Museum Ludwig) – 257.000 Besucher: Lange Zeit die erfolgreichste Ausstellung in einem Kölner Museum. Die Schau versammelte die Ikonen der amerikanischen Pop Art und machte das Museum Ludwig endgültig zu einem internationalen Publikumsmagneten.

4. David Hockney – A Bigger Picture (2012/13, Museum Ludwig) – 251.000 Besucher Eine der erfolgreichsten Kunstausstellungen Deutschlands in den 2010er-Jahren. Hockneys monumentale Landschaften und iPad-Arbeiten zogen weit über das klassische Museums-Publikum hinaus Besucher an.

5. Der Blaue Reiter (2004, Museum Ludwig) – 246.000 Besucher Die hochkarätige Ausstellung mit Werken von Kandinsky, Marc, Macke und Münter zeigte die Strahlkraft der Klassischen Moderne.