Der Ministerpräsident will am Montag in der Lanxess-Arena per symbolischem Buzzer Lichtinstallationen an verschiedenen markanten Bauten im Land in Betrieb setzen.
Licht an für OlympiaHendrik Wüst startet in Köln Kampagne zum Ratsbürgerentscheid

Die beleuchtete Lanxess-Arena in Köln. (Archivbild)
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Am 19. April sollen die Bürgerinnen und Bürger in Köln und 16 weiteren NRW-Kommunen darüber entscheiden, ob sie Olympische und Paralympische Spiele an Rhein und Ruhr haben wollen. Ministerpräsident Hendrik Wüst ist dafür, so viel ist bekannt. Und am Montag will er eine Werbekampagne des Landes für die Ratsbürgerentscheide mit großem Tamtam in der Kölner Lanxess-Arena starten. Es ist von einem symbolischen Buzzer die Rede und von spektakulären Lichtinstallationen an markanten Bauwerken im Land. In Köln sollen die Lanxess-Arena und das Römisch-Germanische Museum für Olympia leuchten.
Ebenfalls illuminiert werden sollen das Dortmunder „U“, die Zeche Zollverein in Essen und das Düsseldorfer Schauspielhaus. Über einen QR-Code sollen sich die Bürger an der Installation beteiligen können, indem sie einen eigenen Satz zur Olympia-Bewerbung hochladen – der dann an den Gebäuden erscheint. Ein Sprecher der Lanxess-Arena bestätigte, dass es am kommenden Montag eine Pressekonferenz mit Wüst geben werde, nannte aber keine Details. Auch die Staatskanzlei in Düsseldorf macht ein großes Geheimnis um ihre Pläne.
Positiver Bürgerentscheid in München
Das Ziel der Landesregierung ist jedoch klar: Es sollen möglichst viele Menschen im Land mobilisiert werden, für Olympia zu stimmen. Im nationalen Rennen um den Ausrichterkandidaten zwischen München, Berlin, Hamburg und Köln/Rhein-Ruhr hat die bayrische Metropole bereits mit einem positiven Bürgerentscheid vorgelegt. 66,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler hatten dafür gestimmt. Die Zustimmung der Bevölkerung gilt als eines der Kriterien, nach denen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im kommenden Herbst die deutsche Stadt auswählt, mit der er sich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) um die Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben will.
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Die Kampagne, mit der in den kommenden Monaten die Werbetrommel für Olympia in NRW gerührt werden soll, zahlt das Land. Zu den Kosten machte die Staatskanzlei am Dienstag noch keine Angaben. Die 17 beteiligten Kommunen können wohl aufbauend auf den Maßnahmen des Landes noch eigene, selbst finanzierte Aktionen beisteuern. Kölns neuer Oberbürgermeister Torsten Burmester, der Olympia als Vorstandschef des DOSB bereits aus der ersten Reihe erlebt hat, tritt ebenso wie Wüst als großer Befürworter der Spiele an Rhein und Ruhr auf.
Kölner Olympiagegner erstellen Aktionskatalog
Bereits vier Tage vor dem Start der Landes-Kampagne für Olympia will die Kreisgruppe Köln des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Gegen-Konzept unter dem Namen „Nolympia Köln“ vorlegen. Die Vorstandsmitglieder Helmut Röscheisen und Sabine Hammer wollen am Donnerstag einen „Aktionskatalog Kritik an der Olympia-Bewerbung“ präsentieren. „Wir wollen der Kölner Bevölkerung eine Orientierung an die Hand geben und die ökologischen, finanziellen und demokratischen Folgen einer Olympia-Bewerbung Kölns sichtbar machen“, heißt es in einer Mitteilung.
In Köln wird der Bürgerentscheid zur Olympia-Bewerbung am 19. April als Briefwahl stattfinden. Das wird nach Berechnungen der Stadt rund 2,5 Millionen Euro kosten – 85 Prozent dieser Aufwendungen will das Land tragen. Wie bei Kommunalwahlen sind Deutsche und EU-Bürger ab 16 Jahren wahlberechtigt, die am Wahltag seit mindestens 16 Tagen in Köln gemeldet sind. Das sollen laut Stadt rund 817.000 Menschen sein. Sie alle werden automatisch angeschrieben und müssen die Wahlunterlagen nicht extra beantragen. Die Briefe sollen bis zum 27. März zugestellt werden. Am 19. April werden die Stimmen ausgezählt.

