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Ausbau des Geißbockheims
Naturschutz schränkt Pläne des 1. FC Köln ein

Das Trainingszentrum am Geißbockheim (Bildmitte) soll um weitere Plätze (links) erweitert werden.

Das Trainingszentrum am Geißbockheim (Bildmitte) soll um weitere Plätze (links) erweitert werden.

  • Seit Jahren will der 1. FC Köln sein Trainingsgelände am Geißbockheim in Sülz erweitern und die Anlagen modernisieren.
  • Das Problem: Der Naturschutz im Grüngürtel. Eine Lösungsmöglichkeit: Sogenannte Ausgleichsmaßnahmen.

Köln – Seit Jahren will der 1. FC Köln sein Trainingsgelände am Geißbockheim in Sülz erweitern und die Anlagen modernisieren. Drei weitere Fußballplätze im Äußeren Grüngürtel, ein neues Leistungszentrum sowie vier Kleinspielfelder für den Breitensport – das sind die wichtigsten Pläne. Nachdem es zwischenzeitlich so schien, als würde der Stadtrat das in der Bürgerschaft umstrittene Vorhaben mit großer Mehrheit genehmigen, erteilt die städtische Naturschutzbehörde einem Teil der Planung eine Absage.

Blick aus Richtung Geißbockheim auf den Teil des Grüngürtels, wo die Erweiterung entstehen soll. Links der Decksteiner Weiher

Blick aus Richtung Geißbockheim auf den Teil des Grüngürtels, wo die Erweiterung entstehen soll. Links der Decksteiner Weiher

Alles zum Thema Geißbockheim

Es gebe eine ganze Reihe von Konflikten mit dem Natur- und Landschaftsschutz, heißt es in einer Untersuchung eines von der Stadtverwaltung hinzugezogenen Gutachters. Der externe Experte empfiehlt unter anderem den Verzicht auf die Kleinspielfelder; also aufgerechnet auf jenen Teil der Erweiterung, von dem die Allgemeinheit unmittelbar profitieren könnten.

5000 Quadratmeter Waldwiesen bleiben verschont

Im Falle eines Verzichts auf die kleinen Übungsplätze blieben annähernd 5000 Quadratmeter Waldwiesen verschont, heißt es in der Studie. „Darüber hinaus wird der Eingriff in das Landschaftsbild nennenswert reduziert.“ Des Weiteren schreibt der Gutachter: Selbst wenn der von den Fraktionen zu beschließende Bebauungsplan, der die Grundlage für die Genehmigung bildet, die Herstellung der Kleinspielfelder begründen kann, „so darf doch an dieser Stelle festgestellt werden, dass die Kleinspielfelder nicht für die Erweiterung des Sportparks benötigt werden“.

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Zum Ausgleich für die von dem Profi-Klub beantragte Bebauung des Grünzugs entlang des Militärrings müsse die Natur an andere Stelle aufgewertet werden. Das Gutachten sieht insgesamt acht solcher Ausgleichsmaßnahmen vor. Drei davon befinden sich im Äußeren Grüngürtel, fünf den Freiflächen des Grünzugs West. Unter anderem sollen Feldgehölze und eine Obstbaumreihe gepflanzt werden.

Rasen soll der Natur überlassen werden

Das steigere den Erholungswert des Grünzugs. Zudem sollen ein Sportgelände in der Nähe des Decksteiner Forts „in enger Abstimmung mit dem 1. FC Köln“ unter Beibehaltung des Rasens zurückgebaut und zum Teil der Natur überlassen werden. Der Parkplatz an der Berrenrather Straße soll ebenfalls renaturiert, der Parkplatz an der Gleueler Straße naturnah gestaltet werden. Das verspreche „eine Verbesserung des Landschaftsbildes“.

Das Gutachten dient erst einmal als Entscheidungshilfe innerhalb der Stadtverwaltung. Es hat für die Ratspolitiker keine bindende Wirkung. Gleichwohl dürfte es angesichts der Proteste gegen den Ausbau der Trainingsstätte für die bevorstehenden Diskussionen von einiger Bedeutung sein. In der Verwaltung geht man davon aus, dass die Entscheidung über Bebauungsplan und Baurecht für den FC bei günstigem Verlauf bis Jahresende erfolgen kann. Es erschwere einen Kompromiss, wenn das Thema in den Kommunalwahlkampf 2020 gezogen werde, heißt es im Rathaus.

Bandenwerbung auf den Trainingsfelder

Der Gutachter schlägt vor, dem Fußball-Bundesligisten eine Reihe von Planungsvorgaben zu machen. So soll Bandenwerbung auf den Trainingsfelder untersagt sein; Einzäunungen sollen gewissen Beschränkungen unterliegen; die maximale Höhe der Flutlichtmasten wird von der Verwaltung bestimmt; der FC soll die Dächer der Servicegebäude begrünen. Eine weitere Förderung: Der Verein soll einen Teil seiner Gebäude dem im Grüngürtel beheimateten Waldkindergarten zur Verfügung stellen.

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