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Verkehrsdezernent mit guten NeuigkeitenHoffnung auf Umsetzung großer Verkehrsprojekte in Lindenthal

3 min
Die mit Schlaglöchern übersäte Berrenrather Straße in Köln

Die Berrenrather Straße wartet seit Jahren auf ihre Sanierung.

Verkehrsdezernent Ascan Egerer informierte die Bezirksvertretung Lindenthal über gute Nachrichten bei Verkehrsprojekten und E-Scootern.

Ein bisschen Hoffnung verbreitete Verkehrsdezernent Ascan Egerer in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung Lindenthal, wo er beteuerte, dass wichtige Projekte im Stadtbezirk endlich umgesetzt und Probleme gelöst werden.

Berrenrather Straße soll 2029 umgebaut werden

So soll das lange Warten auf den Umbau der Berrenrather Straße in absehbarer Zeit ein Ende haben. Bereits vor zehn Jahren hatte die Politik beschlossen, dass die Fahrbahnbreite reduziert und die Straße zwei Meter breite Schutzstreifen für Radfahrer und 2,50 Meter breite Gehwege erhalten soll. Zudem soll jeweils ein 2,10 Meter breiter „Multifunktionsraum“ entstehen, der zum Parken, als Ladezone sowie für Fahrradabstellanlagen, Baumbeete und Außengastronomie genutzt werden kann. An den Einmündungen mehrerer Straßen sollen Zebrastreifen mit Mittelinseln entstehen, an den Kreuzungen Berrenrather/Sülzburgstraße und Weyertal/Berrenrather Straße Kreisverkehre.

Nach dem Beschluss geriet das Vorhaben allerdings ins Stocken und scheiterte zuletzt daran, dass die Rhein-Energie lange prüfte, ob sie Fernwärmeleitungen in der Berrenrather Straße verlegen wird. Zwischenzeitlich wurden zumindest die Fahrbahn neu asphaltiert und die Schlaglöcher beseitigt, allerdings – anders als von der Bezirkspolitik beschlossen – nur in einem Teilbereich.

Egerer versprach, dass der komplette Umbau bald folgen solle: Die Rhein-Energie habe sich mittlerweile dagegen entschieden, in der Berrenrather Straße Fernwärmeleitungen zu verlegen, untersuche allerdings noch, was im Hinblick auf weitere Leitungen vor Ort zu tun und wo Platz für die anvisierten Baumpflanzungen sei. Im Jahr 2029 solle das Projekt endgültig in Angriff genommen werden. Die Ausführung werde bereits geplant.

Ab 2027 sollen E-Scooter nicht mehr im Weg stehen

Auch das Problem mit den E-Scootern, die insbesondere am Rhein-Energie-Stadion oft in großen Mengen Geh- und Radwege blockieren, solle bald gelöst werden, versprach Egerer. Ihre Zahl solle künftig auf 10.000 Fahrzeuge halbiert werden. Drei Anbieter würden in einem Auswahlverfahren ausgewählt. Die Abstellverbotszonen in der Stadt würden sukzessive ausgeweitet, ebenso die festgelegten Abstellbereiche, in denen die Scooter geparkt werden müssen. Technisch solle es dann auch nicht mehr möglich sein, sie an anderen Orten abzustellen.

Ein Rollstuhlfahrer muss wegen der auf dem Gehweg abgestellten E-Scooter auf den Radweg ausweichen.

Ein Rollstuhlfahrer muss wegen der auf dem Gehweg abgestellten E-Scooter auf den Radweg ausweichen.

Eine unternehmensübergreifende Streife würde sich darum kümmern, wenn E-Scooter im Weg liegen oder stehen. Das Ordnungsamt stoße bei seiner Aufgabe, dies mit Bußgeldern zu ahnden, noch an Grenzen, da es keinen vollumfänglichen Datenaustausch zwischen der Stadt und den Anbietern gebe. Diese Lücke solle aber geschlossen werden. Die bisherigen Nutzungserlaubnisse würden Ende des Jahres auslaufen. Dann solle das System komplett neu aufgestellt werden.

Radschnellweg Köln-Frechen soll gebaut werden

Auch der Radschnellweg Köln-Frechen soll laut Egerer weiter geplant werden. Der 8,4 Kilometer lange Radweg soll von der Kölner Innenstadt über die Universität, die Bachemer Straße und Bachemer Landstraße durch Lindenthal und Marsdorf bis zum Frechener Bahnhof führen, rund vier Meter breit sein und bequem sowie besonders zügig befahrbar sein.

Der geplante Radschnellweg von Köln nach Frechen

Der geplante Radschnellweg von Köln nach Frechen

Das Projekt wurde bereits 2013 auf den Weg gebracht. Nach einer Machbarkeitsstudie beschloss der Verkehrsausschuss 2019, eine der ausgearbeiteten Varianten umzusetzen; danach folgte ein weiteres Gutachten. Aufgrund der deutlich gestiegenen Baukosten verteuerte sich dann allerdings das Projekt. Zudem änderten sich Ausbau- und Fördervorgaben des Bundes. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass der Wirtschaftlichkeitsnachweis für den Bau des Radschnellwegs nicht erbracht werden konnte. Er ist aber nötig, damit das Land als Fördergeber 80 Prozent der Kosten übernimmt. Das Projekt ruhte daher.

Egerer konnte nun einen Fortschritt verkünden: Das Land habe jetzt versichert, dass es den Bau des Radschnellwegs weiterhin mit der Stadt umsetzen wolle. „Wir haben die Planung noch mal durchgearbeitet und ein bisschen abgespeckt“, sagte Egerer. Eine neue Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bestätigte das Potenzial und den Nutzen des Vorhabens. Der genaue Streckenverlauf werde jetzt festgelegt. Dann werde weiter geplant und Baurecht geschaffen. Ein Termin für den Baubeginn könne allerdings noch nicht kommuniziert werden.