Zwei länger leerstehende Lokale sind wieder vergeben: „Herr Fernando“ und „Hanoi Vibes“ werden die Zülpicher Straße gastronomisch ergänzen.
Gastro-Szene in KölnIn die „Sülzburg“ und den „Waschsalon“ ziehen neue Betreiber

In die ehemalige Sülzburg zieht nun Herr Fernando ein.
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In den Wintermonaten herrschte noch Tristesse in zwei Sülzer Ecklokalen. Vor dem Eingang des gutbürgerliche Restaurant „Zur Sülzburg“ an der Ecke Zülpicher/Sülzburgstraße war seit Monaten das Rollo heruntergelassen. Das große Lokal an der Kreuzung Weyertal/Zülpicher Straße war jahrelang verrammelt und verwaist. Doch kurz vor Frühlingsbeginn kehrt nun wieder Leben ein. An beiden Orten hängen bereits neue Namenschilder über den Türen.
„Herr Fernando“ kommt nach Köln-Sülz
In den klassischen Eckkneipenrestaurants wird in Zukunft allerdings keine kölsche oder gutbürgerliche Küche serviert, sondern mediterran und fernöstlich gekocht. Wo früher die „Sülzburg“ ihre Gäste empfing, ist nun bald „Herr Fernando“ zu Hause. Noch sind das Rollo und das Geheimnis, welcher Art Speisen dort künftig angeboten werden, nicht wieder gelüftet. Laut Gerüchteküche im Viertel soll es aber „entweder spanisch oder portugiesisch“ sein.

Die Ecke Weyertal / Zülpicher Straße wird demnächst durch Hanoi Vibes wiederbelebt.
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Die probierfreudige Veedelsbewohnerschaft steht schon in den Startlöchern. Denn das Vorgängerlokal mit seinem schönen Biergarten war überaus beliebt, vor allem wegen der frisch gekochten Speisen von Sülzburg-Koch und -Betreiber Jan Welbers. Zum Bedauern der Stammgäste musste er vor rund acht Monaten zumachen. Durch gestiegene Kosten, Pandemiekrise, den Mangel an qualifiziertem Personal und schließlich gesundheitliche Schwierigkeiten war ihm am Ende die Luft ausgegangen.
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Der Name des neuen Lokals an der Ecke Weyertal/Zülpicher Straße gibt hingegen schon Auskunft auf die Frage, aus welchem Land die Rezepte stammen, nach denen dort künftig gekocht wird. Er verspricht „Hanoi Vibes“. Für vietnamesische Schwingungen ist in dem Restaurant reichlich Platz: Neben dem Thekenbereich mit Sitzmöglichkeiten, gibt es einen großen Saal mit klassischer Gasthaus-Atmosphäre. Denn in den Räumen war früher einmal das kölsche Brauhaus „Sion Em Keldenich“ ansässig, an das sich viele ältere Veedelsbewohner noch mit Wehmut erinnern.
Danach war es als „Waschsalon em Keldenich“ längere Zeit die Sülzer Zweigestelle des bekannten Innenstadt-Lokals. Seine Betreiber versuchten es dann noch einmal mit einem „Sülzer Wirtshaus“. Und einen letzten Wiederbelebungsversuch startete schließlich ein anderer junger Gastronom mit belegten Fladen. Doch sein passend dazu „Fladens“ getauftes Projekt scheiterte. Die neuen Betreiber besinnen sich nun zwar auch nicht gerade auf die kölschen Wurzeln. Aber immerhin werden sich an den Sülzer Ecken andere Geschmäcker in das Pizza-und-Pasta-Überangebot im Viertel mischen.

