Im Alter von 80 Jahren ist der Zeichner Wilhelm Schlote verstorben. Er war vor allem bekannt für seine Städte-Porträts mit Strichmännchen.
Heimatliebe zum AufhängenDer Zeichner Wilhelm Schlote ist tot

Wilhelm Schlote zeichnete Städte-Porträts mit Strichmännchen. Hier zeiger er sein „Weißes Bilderbuch“.
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In der Welt auf seinen Bildern sind die Menschen klein, rund und zumeist sehr vergnügt, zerren an Kinderhänden oder Hundeleinen. Da prosten Rheinjungfrauen mit einem Glas in der Hand den Kölnern zu, und der Dom leuchtet dunkelblau. Wilhelm Schlote, der König der Strichmännchen, zeichnete seine eigenen Wimmelbilder von der Stadt und ihren Vierteln. Nun ist der bekannte Illustrator und Autor, dessen Drucke in vielen Kölner Wohnungen hängen, im Alter von 80 Jahren verstorben. Er lebte lange in Sülz, wo er an der Luxemburger Straße 264 zuletzt noch eine kleine Galerie betrieb.
Wilhelm Schlote zeichnete auch Plakate für Hamburg oder New York
Viele Sülzer kennen ihn aber vor allem noch aus der Zeit, als er seine Kunst in prominenter Lage an der Sülzburgstraße präsentierte. Er selbst bezeichnete sie gerne als „Krickelkrackel“. Mit wenigen Strichen reduzierte Schlote Dinge und Figuren auf ihren Wesenskern. Sein Hauptmotiv, die Strichmännchen, tummelten sich auch auf Plakatmotiven von anderen Städten, von Hamburg, Berlin, Amsterdam, Nizza und Paris und New York. In seiner Sülzer Galerie war der Mann mit den langen weißen Haaren und Schnäuzer so entspannt unterwegs, wie die Figuren auf seinen Bildern, mit Buntstiften in der Hemdtasche, einem Glas Rosé in der Hand. Bevor es ihn und seine Frau nach Köln verschlug, war er jahrzehntelang in Paris zu Hause. Von dort hatte er französisches „Savoir Vivre“ mitgebracht.

Made in Cologne heißt das Stadtplakat, das Wilhelm Schlote seiner Wahlheimat widmete.
Copyright: Privat
Geboren wurde Schlote allerdings 1946 in Lüdenscheid. Er wuchs dann in Essen auf machte dort Abitur. Danach studierte er zunächst Philosophie in Bonn und anschließend bis 1972 Kunst an der Kunsthochschule Kassel. Einige Jahre arbeitete er als Lehrer in Kassel und Hamburg, entschied sich dann aber für das Künstlerleben. Er zeichnete und publizierte insgesamt 35 Kinderbücher. Das Werk „Heute wünsch’ ich mir ein Nilpferd“ erhielt 1976 den Deutschen Jugendbuchpreis. Auch Postkarten bedruckte er mit seinen Cartoons, die „Schlote-Karten.“
Seine Karikaturen erschienen zudem unter anderem in den Zeitungen „Die Zeit, „Die Welt“, „The New Yorker“, „Le Monde“ und „Le Figaro“. Am bekanntesten wurde er aber mit seinen Städteplakaten, mit ihren bunten und humorvollen Stadtszenen voller Wahrzeichen und Strichmännchen. Er zeichnete Heimatliebe zum Aufhängen, die immer wieder Menschen in seine Galerie lockte. Zuletzt war es ruhiger um den umtriebigen Mann geworden. Im Mai vergangenen Jahres verstarb seine Frau. Seitdem baute Wilhelm Schlote ab und folgte ihr nun 13 Monate später. Das letzte Plakat haben andere Menschen in seiner Galerie aufgehängt: „Au revoir, Wilhelm“ steht darauf. „Auf ein letztes Glas Rosé im Stehen…“ Sie haben sich dort noch einmal getroffen, um auf den Sülzer Künstler anzustoßen – und auf die bunte Bilderwelt, die er ihnen hinterlässt.
