Online-PetitionStudierende wehren sich gegen Sparplan der Uni Köln

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Albertus Magnus Uni Köln

Das Albertus-Magnus-Denkmal vor der Uni Köln.

Köln – Ein Bündnis von zehn bis 15 Studenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern wehrt sich gegen die geplanten Kürzungen an der Kölner Universität. Über eine Online-Petition sammelt es derzeit Unterschriften gegen die Sparbemühungen der Hochschule. 1625 Unterschriften haben sie nach eigenen Angaben bereits zusammen, 2500 würden benötigt, damit sich der Senat der Hochschule mit dem Thema beschäftigt. „Wir fordern die Rücknahme der Kürzungen“, sagt Peter Förster vom Aktionsbündnis zum Ziel der Petition.

Fakultäten sollen Kürzungen selbst entscheiden

17 Millionen Euro will die Uni Köln einsparen, die Fakultäten sollen selbst entscheiden, wo der Rotstift angesetzt wird. Nachdem in der Philosophischen Fakultät beschlossen wurde, die Abteilung für Osteuropäische Geschichte zu schließen (siehe „Aus für traditionsreichen Lehrstuhl“), sollen noch weitere Mitarbeiterstellen nicht besetzt werden, bestätigt Uni-Sprecher Patrick Honecker.

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Das Thema bewegt viele - Studierende unterschreiben die Petition.

Laut Förster werde an der Wiso-Fakultät derzeit diskutiert, jede dritte Stelle der wissenschaftlichen Mitarbeiter zu streichen. Zudem sollen an der Philosophischen Fakultät bis 2023 vier bis sechs Professorenstellen und 14 Stellen von wissenschaftlichen Mitarbeitern an der Universität eingespart werden – die Hälfte bis 2020. In der Humanwissenschaftlichen Fakultät könnten in manchen Bereichen mindestens 15 Prozent der Plätze für Studenten wegfallen.

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„Das ganze Verfahren ist intransparent“, kritisiert Förster. „Die meisten Kürzungen gehen aber auf die Knochen derjenigen, die im wissenschaftlichen Betrieb schon ohnehin prekär beschäftigt sind.“ Gemeint sind die zahlreichen wissenschaftlichen Mitarbeiter, die nur per Zeitvertrag an der Universität arbeiten.

Förster fordert letztlich, dass das Land die Grundfinanzierungen der Hochschulen erhöhen müsse, damit diese nicht nur die Kürzungen verschmerzen, sondern auch weniger abhängig von Drittmitteln sei. Drittmittel werden von Bund, EU, Deutscher Forschungsgemeinschaft, aber auch privaten Firmen für begrenzte Zeiträume vergeben. Auf diese Weise können Hochschulen nur für die geförderte Zeit Personal einstellen.

„17 Millionen sind kein Drama“

Schlimmer noch: Mit den Drittmittel-Fördergeldern werden nur die Kosten für Personal, nicht aber für Material oder Infrastruktur aufgefangen. Das zahlen die Hochschulen aus eigenen Mitteln. Ein Teil des Minus an der Uni Köln sei durch Anmietungen für Räume für Drittmittelprojekte entstanden, moniert Förster.

Uni-Sprecher Honecker weist dagegen darauf hin, dass es zu keinem Kahlschlag unter den Mitarbeitern der Hochschule komme. „Hier findet kein Big Bang statt, 17 Millionen sind kein Drama.“ Die Einsparungen beliefen sich auf lediglich zwei Prozent des Gesamtbudgets der Universität von 800 Millionen Euro. „Einige Stellen werden wegfallen, das ist natürlich nicht schön, aber notwendig.“ Die Universität werde aber keinem Mitarbeiter kündigen, sondern Stellen, die ausliefen, nicht verlängern.blog.uni-koeln.de/keinekuerzungen

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