Die Deutsche Bahn nimmt im Januar 2027 einen zweiten Anlauf, das neue elektronische Stellwerk im Hauptbahnhof anzuschließen.
Neues elektronisches StellwerkKölner Hauptbahnhof Anfang 2027 erneut für elf Tage dicht

Der Kölner Hauptbahnhof wird im Januar 2027 erneut für elf Tage gesperrt. (Archivbild)
Copyright: picture alliance/dpa
Nach dem Ende November 2025 gescheiterten Versuch, das neue elektronische Stellwerk für die Gleise 1 bis 9 im Kölner Hauptbahnhof anzuschließen, unternimmt die Deutsche Bahn im Januar 2027 einen zweiten Anlauf. Dafür muss der Bahnhof vom Freitag, 8. Januar, 21 Uhr, bis Dienstag, 19. Januar, 21 Uhr, für den Fern- und Regionalverkehr gesperrt werden.
Die S-Bahnen sind davon nicht betroffen. Sie sind bereits seit 2021 an die neue Stellwerkstechnik angeschlossen und sollen möglichst durchgehend fahren. Die Verkehrskonzepte für die Sperrpause sind noch in Arbeit.
Man habe sich nach den Software-Problemen beim ersten Versuch mit dem Expertenteam des Herstellers Hitachi in intensiven Abstimmungen mit der Anpassung der Software beschäftigt, so die Bahn. Die Sperrpause wird auch dazu genutzt, um weitere Arbeiten im Hauptbahnhof und Deutz zu erledigen.
S-Bahn von Sperrung ausgenommen
Im Bahnhof Köln Messe/Deutz werden im Januar drei alte Bahnsteigdächer an den Fern- und Regionalgleisen 1 und 2, 4 und 5 sowie 7 und 8 abgebrochen. Damit die Reisenden anschließend nicht Wind und Wetter ausgesetzt sind, beginnt die Bahn in den nächsten Wochen damit, provisorische Dächer als Holzkonstruktionen einschließlich Wetterschutz, Beleuchtung, Lautsprecher und Anzeigen für die Information der Reisenden zu errichten. Parallel laufen die Planungen zum dauerhaften Ersatz der Bahnsteigdächer.
Deshalb können in Deutz in der Sperrpause die Gleise für den Regionalverkehr nicht genutzt werden, was eine zusätzliche Einschränkung für Pendler bedeutet. Die Fernverkehrsgleise 11 und 12 in der Tiefebene des Deutzer Bahnhofs bleiben in Betrieb. Über sie wird während der Sperrung ein Großteil des ICE-Verkehrs abgewickelt.
Im Betriebsbahnhof am Hansaring wird ein altes Stellwerk abgerissen, das mit der Einführung der neuen Technik ausgedient hat. Im Hauptbahnhof wird an den Gleisen 2 und 3 ein Leitsystem für sehbehinderte Menschen installiert. An mehreren Bahnsteigen wird die Beleuchtung im Dach durch LED-Technik ersetzt.
Neue Bahnsteigdächer für Deutz
„Wir wollen den Kölner Bahnknoten langfristig robuster und stabiler machen. Ich bin froh, dass wir eine Lösung gefunden haben, einige komplexe Vorhaben mit der Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks zusammenzulegen“, sagt Matthias Cramer von der DB InfraGo. Man wolle die Reisenden möglichst wenig belasten und habe die Sperrung bewusst auf Anfang Januar gelegt, „bevor die Handball-WM und der Karneval in Köln losgehen. Dennoch bedeutet auch die jetzt geplante Sperrung eine erhebliche Einschränkung für unsere Kundinnen und Kunden. Dafür bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung.“

In die Jahre gekommen: Die Bahnsteigdächer in Deutz werden abgebrochen und zunächst durch Provisorien ersetzt. Foto: Matthias Heinekamp
Copyright: Matthias Heinekamp
Das Versprechen, nach dem gescheiterten Versuch vom November 2025 werde die zweite Sperrpause deutlich kürzer ausfallen, kann die Bahn nicht halten. Damals hatte sogar NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) heftige Kritik geübt. Er habe manchmal den Eindruck, die Bahn mache das zum ersten Mal, sagte er. Von den 1300 Zügen, die täglich durch den Hauptbahnhof fahren, sind rund 740 Regional- und Fernzüge, die weiterhin mit der alten und störanfälligen Relaistechnik durch den Bahnhof geschleust werden.
Digitale Baustellenkarte verfügbar
Wer heute schon wissen will, welche Großbaustellen im Schienennetz von NRW anstehen, kann das für den Regional- und S-Bahnverkehr auf einer digitalen Baustellenkarte tun. Die Jahresübersicht soll eine bessere Planung ermöglichen, auch wenn noch keine detaillierten Konzepte über Umleitungen oder Schienenersatzverkehr vorliegen. Die Übersicht beschränkt sich auf Großbaustellen. Sie zeigt eine Vorabinformation zu Baustellen, die über mehrere Tage oder Wochen andauern oder in wiederkehrenden Zeiträumen stattfinden werden.
Insgesamt sind etwa 100 der auswirkungsstärksten Maßnahmen auf der Schiene in NRW abgebildet. Der Baustellenüberblick wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und ist unter www.zuginfo.nrw unter dem Reiter „Baustellenüberblick“ abrufbar. Rote Dreiecke markieren die Baustellen. Die Zoomfunktion sorgt für eine einfache Orientierung und Sichtbarkeit von Streckenabschnitten mit Baustellenstandorten. Mit der Filterfunktion kann gezielt nach Baustellen auf ausgewählten Linien, Streckenabschnitten und in einem gewünschten Zeitraum gesucht werden.

