Ein Quartier mit Wohn- und Gewerbeflächen soll entstehen. Der Agger-Sülz-Radweg soll darüber führen und die Bahnunterführung Lüghauser Straße soll breiter werden.
Areal Haus StaadeWo Stadt Rösrath und Campus Staade GmbH ein neues Quartier planen

Bürgermeister Yannick Steinbach mit Dr. Gereon Sommerhäuser (l.) und Andreas Nettesheim (r.) von der Haus Staade GmbH bei der Sichtung der studentischen Entwürfe für das zu entwickelnde Areal.
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Rund um das Haus Staade oberhalb der Bahnlinie in Hoffnungsthal soll ein neues Quartier mit Wohn- und Gewerbeflächen entstehen. Die Stadt Rösrath und der Grundstückseigentümer, die Campus Staade GmbH, haben sich bereits auf einen Zeitplan verständigt: Noch in diesem Jahr soll das Vorhaben den politischen Gremien vorgestellt werden. Die Stadt rechnet auf Nachfrage mit einem Zeitfenster von etwa fünf Jahren für die Vorbereitung. Auch Bürgermeister Yannick Steinbach (Fors-Park) selbst spricht von einem „frühen Planungsstadium“ des Vorhabens und davon, „im Laufe des Jahres in die politischen Gremien“ zu gehen, „um das Projekt mit seinen dazugehörigen Verfahren vorzubereiten“.
Tatsächlich fehlen bislang noch zentrale rechtliche Bausteine, ohne die ein Quartier dieser Größenordnung gar nicht entstehen kann: Erforderlich sind laut Stadt eine Änderung des Regionalplans, des Flächennutzungsplans sowie ein eigener Bebauungsplan.
Bezirksregierung gibt positive Signale für Regionalplanänderung
Für die Regionalplanänderung gibt es nach Angaben von Stadtsprecher Marcel Roßmann „bereits positive Signale“ aus einem ersten Gespräch mit der Bezirksregierung. Die aktuelle Fassung ist erst seit knapp einem Jahr in Kraft – die Neuaufstellung hat sich über fast ein Jahrzehnt hingezogen. Für die nächsten 25 Jahre soll der Regionalplan die Entwicklung im Regierungsbezirk Köln steuern.
Nach Angaben der Bezirksregierung ist „der Bereich Haus Staade im östlichen Bestandsbereich als Allgemeiner Siedlungsraum (ASB) festgelegt“. Die „westlich angrenzende Freifläche ist als Allgemeiner Freiraum- und Agrarbereich (AFAB)“ ausgewiesen, in den wiederum ein „Bereich zum Schutz der Landschaft und landschaftsorientierten Erholung (BSLE)“ sowie ein „Überschwemmungsbereich (ÜB) der Sülz“ hineinreichen. Gewerbe ist nicht vorgesehen. Ein Verfahren zur Änderung des Regionalplans Köln dauert laut Bezirksregierung in der Regel etwa ein Jahr. Möglicherweise werde es künftig aber auch „weitere raumordnerische Möglichkeiten“ geben, um Vorhaben wie diese bauleitplanerisch abzusichern, so Pressesprecher Dennis Heidel.
Campus Staade GmbH ist Impulsgeber und Investor für das Vorhaben
Dazu, wie das künftige Quartier einmal aussehen könnte, haben sich Studierende des Masterstudiengangs „Städtebau“ an der TH Köln im Auftrag der Campus Staade GmbH bereits Gedanken gemacht. Dabei sind elf Konzeptstudien für ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen und Gewerbe entstanden, immer mit der Maßgabe, insbesondere auch den Hochwasserschutz zu berücksichtigen. Die Entwürfe wurden einer Jury aus Investor, Stadt und Hochschule bereits vorgestellt. Sie vermitteln laut Stadt „erstmals einen anschaulichen Eindruck“ davon, wie sich das Gelände künftig entwickeln könnte.
Impulsgeber und Investor für das Vorhaben ist laut Stadt die Campus Staade GmbH. Sie möchte „das Gelände gemeinsam mit der Stadt entwickeln“. Ihre Geschäftsführer Dr. Gereon Sommerhäuser und Andreas Nettesheim vermieten auf dem benachbarten Tech-Campus um das alte Rittergut herum bereits seit Jahren Gewerbeflächen. Dafür wurden historische Gemäuer aufwendig restauriert, andere Gebäude wurden umgebaut und erweitert.
Der Agger-Sülz-Radweg soll eine neue Chance bekommen
Das Gesamtgelände ist etwa vier Hektar groß. Ziel sei es „aber nicht, möglichst jeden Quadratmeter zu nutzen, sondern ein funktionierendes, nachhaltiges und lebenswertes Quartier mit einer ausgewogenen Mischung aus Bebauung, Infrastruktur und Freiräumen zu schaffen“, erklärt Stadtsprecher Marcel Roßmann auf Nachfrage.
Parallel soll auch der Agger-Sülz-Radweg eine neue Chance bekommen. Laut Stadt werde sich der Investor im Gegenzug verpflichten, den Radweg über das Areal zu führen und die benötigte Infrastruktur herzustellen. Bürgermeister Steinbach sei „die Realisierung des Radwegs ein wichtiges Anliegen“, so Roßmann, daher werde die „Umsetzung nun als Bestandteil der Quartiersentwicklung verankert.“
Breitere Bahnunterführung Lüghauser Straße ist auch wichtig für das Projekt
Und noch eine weitere Option möchte Steinbach nutzen: Die Bahnunterführung Lüghauser Straße soll breiter werden. Den ursprünglich im Zuge der jüngsten RB25-Sperrung geplanten Abriss und Neubau hatte die Bahn im März auf „nach 2030“ verschoben. Nun will die Stadt mehr Verkehrssicherheit schaffen: Die Straße soll auf zwei Fahrbahnen verbreitert und ein Gehweg angelegt werden. Auch für die mögliche Erschließung des Areals um Haus Staade habe das große Bedeutung, so Steinbach. Werde die Brücke ohne Erweiterung gebaut, werde es „auf Jahrzehnte hinaus keine realistische Möglichkeit mehr geben, diesen Engpass zu beseitigen“.
Daher soll sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Verkehr nach der Sommerpause mit einer entsprechenden Beschlussvorlage beschäftigen. Für eine Verbreiterung müsste wohl die Stadt finanziell aufkommen. Die Bahn beruft sich bislang auf das Eisenbahnkreuzungsgesetz: Wünsche wie eine veränderte Verkehrsführung gelten laut DB als zusätzliche Maßnahmen im Interesse der Kommune. Die Bahn habe, so die Stadt, „in vorbereitenden Gesprächen bereits signalisiert“: Eine Anpassung der Brückenplanung sei „grundsätzlich möglich“.
